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Unsere Heimat

Seite 315

von Eisenverkäufen nach Schlüchtern. Als Käufer erscheinen meist jüdische Handelsleute, nur der Jo­hann Michael Freund war ein Hufschmied. Die jüdi­schen Händler, die nach- dem Brauche der Zeit noch nicht durch Familiennamen kenntlich waren, hießen: Moses, David und Sal-omon.

Den größten Bedarf von ih-nen hatte Moses. Er empfing von Juni 1685 bis dahin 1686 achtundacht­zig Wag ( je 120 Pfund) Eisen. Insgesamt lie­ferte der Büdinger Hammer in dieser Zeit nahezu 200 Wag Eisen nach Schlüchtern, also etwa 12 Ton­nen. Das Eisen wurde in Form von Scharen, Sechen und Radreifenstäben geliefert, kam also fast aus­

(Duellen und Verzeichnisse zum Leben und zu den werken von Petrus Lotichius Secundus

Don August heimpel, Königftein im Taunus

56. Erasmus Neustetter. Lei der Wahl d-er Bischöfe Friedrich von Wirsberg 1558 und Julius Echter von Mespelbrunn 1573 wählte N. als Domkapitular mit. Beim Grumbach'schen Einfall 1553 war N. als Domherr und Propst in Würzburg anwesend. Er soll mit Lotichius in Frankreich zusammen ge­wesen sein; Beweis fehlt.

57. Wolfsang Neustetter. Er muß vor 1551 ge­fallen sein. In Heidelberg hat ein anderer Bruder studiert: Johann Thristoph, der später Domherr in Würzburg wurde und bei der Bischofswahl 1617 mitwirkte.

58. Fürstbischof Melchior Zobel von Guttenberg, oom Kapitel 1540 zum Dechant, 19. 8. 1544 zum Bischof gewählt, war 1544 aus dem Reichstag zu Worms und ließ sich dort das Kloster Ebrach und das kaiserliche Landgericht des Herzogtums Unter­franken in Erbschutz geben. Wurde am 15. April 1558 (nicht 1554) auf der Landstraße jenseits des Mains von einer Söldnertruppe, die während der Grumbach'schen Händel auf Würzburger Gebiet ein­gefallen war, ermordet. Seine Grabschrift hat £a= tichius verfaßt. Deutsche Uebersetzung der Lotichius- schen Erzählung des Meuchelmordes in Gropp, Würz­burger Ehronik 1748. Der Vetter Hans Zobel von Giebelstatt, der Gönner und Freund des Abtes Pe­trus Lotichius, wurde bei jenem Ueberfall schwer verwundet.

59. Georg Bischer wurde nach der Rückkehr von Montpellier, wohl auf des Lotichius' Empfehlung, Lehrer an der Rlosterschule Schlüchtern und- ging später nach Würzburg zurück. Rurz vor dem Tode des Abtes Petrus Lotichius 1567 wurde Bischer vom Bischof von Würzburg nach Schlüchtern gesandt, um den Toadjutor und Leiter der humanistischen Kloster« schule, Ehristian Lotichius, im Sinne des Bischofs zu bearbeiten. Der Versuch schlug fehl,' Ehristian meldete die Sache nach Hanau mit dem Erfolg, daß hanauische Truppen eine Kommission des Domkapi­tels zu Würzburg vor den Toren Schlüchterns nady dem Tode des alten Abtes zur Umkehr zwang.

61. Professor Isaac Tellarius, später 3U Bafel, Stiefsohn des Grynaeus und möglicherweise ein Sohn des Reformators Tellarius, der 1530 in Augsburg lebte.

63. Johann Franciscus Ripensis. War von Her- desian Frühjahr 1547 zu Lotichius ins Feldlager gesandt worden.

schließlich für den Bedarf der Landwirtschaft in Be­tracht. Nur geringe Mengen wurden als ganz leichtes Stabeisen für die Nagelschmiede der Umgegend von Schlüchtern geliefert. Lei den von der Hütte fertig ausgeschmiedet gelieferten Scharen unterschied man zwischen Beet- und Wendescharen, wobei die Bedeu­tung d-er letzteren nicht ganz klar ist. Es erscheint mir nicht wahrscheinlich, daß man damals bereits Wende- pflüge in unserem Sinne gekannt hätte, vielleicht haben wir vielmehr in diesen Scharen solche für die den abgeschnittenen Erdstreifen stärker wendende Pflugart zu sehen, die noch unsere Eltern unter dem cha­rakteristischen Namenderpurzler" im Gebrauch hatten.

(Schluß)

64. Renatus Heuer war schon in Paris oder noch früher mit Lotichius bekannt und befreundet. Die Eleg. V. 21. hat Heuer schon seinen Hirtengedichten Paris 1551 als Vorwort beigegeben.

66.Tallrrhoe . Starb herbst 1553.

70. Grtolph Mar-oltus. War kurz vor Lotichius, vielleicht auch noch etwas mit ihm zusammen, bei Robertellus Sommer 1556 in Venedig gewesen. Er hat auch Ehristian Lotichius gut gekannt, vielleicht mit ihm in Wittenberg studiert.

71. Hilarius Tantiuncula hatte mit Lotichius in Wittenberg studiert. Er ertrank bei der Rückkehr aus Frankreich im Rhein.

74. Hubert Languet, geboren 1518, starb 1581. promovierte 1548 Jurisprudenz in Padua, kam 1549 nach Wittenberg und blieb dort mehrere Jahre als Anhänger Melanchthons. Bedeutend während der religiösen Reformation der 2. Hälfte des 16. Jahr­hunderts. (Aus Henri Thevreul, Biographie des Hu­bert Languet). Er wurde in Wittenberg mit Lotichius befreundet, war wohl auch- später und anderwärts (Paris, padua?) mit ihm zusammen und hatte ihn September 1560 in Heidelberg besucht.

80. Thomas Ernst. Geboren Aug gen bei Basel. Zuerst Arzt des Grafen von Henneberg (dessen Land hessischer Besitz in Thüringen), dann Professor der Medizin Heidelberg. Trieb in den 60er und 70er Jah­ren mehr Theologie als Medizin. Zwinglianer,' scharf gegen Lutheraner und Talvinisten. viele theologische Schriften.

86. Johannes Lang. Geboren 1485 Lemberg, starb 1565 Heidelberg.

89. Sebastian Hugelius (Hügel, Hügel). Tarm. III. 54. Darin aber h-agelius. Einen Hagel 3. V. D. gab es in Heidelberg nicht. Es muß Hügel gemeint sein. Fehlerhafte Abschrift oder Erinnerungsfehler ha- gens, der dies Därmen mit den Juvenilien zur Hagiana" geliefert hat. hatte Nichte Melanchthons zur Frau, war bestimmt der Vater des Karl Hügel (B. 84).

103. Mangold von Hütten, fränkischer Ritter, Neffe des Dichters Ulrich von Hütten und- Jugendfreund des Lotichius. Geboren um 1526 Steckelburg bei Schlüchtern. Studierte mehrere Jahre in Frankreich, war dort einige Zeit wahrscheinlich auch mit Lotichius zusammen und fiel 1560 im kaiserlichen Kriegsbienft. Eleg. IV. 5.