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Unsere Heimat
Nr. 40/42
wird den Schlüchternern von heute gut tun und vielleicht auch dem Heimatblatte nutzen,' denn für dies sind wir doch eigentlich ein gefundenes Fressen." Ich habe sogar meine Last, daß nicht der alte Fleischi- mann und der alte Scholl zur Drtsschelle greifen und die Grtsgemeinschaft zum hören auf mündliche Erzählung oder vorlesen zusammenrufen. Das Berichten in „Unsere Heimat" kann sich freilich durch Jahre hinziehen, wenn dieser nicht geholfen wird, häufiger zu erscheinen. Aber das macht nichts, weil wir ja alle mit dem schwäbischen Prälaten Gerok zu bitten geneigt sind: ,herr, wie du willst, so schick's mit mir, doch blieb’ ich gern noch eine Weile hier!" Ich vermute sogar, daß gerade auch die Riten diesen lebendigen Bildern aus un= serem Bergwinkel und ihrereigenen Vergangenheit Interesse entgegenbringen, sich von herzen mitfreuen, mitleiden und mitzürnen werden. Und mich wird's freuen, wenn sie sagen: „Ia,sowar's!" Und Ihr Jungen werdet staunend blicken in eine Zeit, da ihr noch nicht wäret, wir Grauköpfe aber jung waren, eine Zeit, da sich eine große, schöne deutsche Vergangenheit spiegelt in kleinen Geschehnissen und dem Tun „kleiner Leute" unserer Heimat,
Sonnenschein im Stubben
Holzschnitt von Joh. Wohlsart
eine Zeit, die dicht hinter Tuch liegt, schon durch Schrift und Wort belebt werden muß und in Schmerz und Scherz nach unsern Herzen greift.
Das soll auch ein kleiner Dank an Luch werden, Ihr lieben Litern, dste Ihr so viele Iahre hindurch unsere liebe Schule mit Lurer Teilnahme und Fürsorge, mit Eurer von uns Lehrern banttat empfundenen Achtung vor der Lehrerarbeit begleitet fyabt. Was wir Lehrer stets gewollt haben, habe ich schon
bei der Weihe unserer neuen Schule offen bekannt: Deutsche Kinder im Blick auf die Erfahrungen unserer Väter zu verbinden mit dem allmächtigen Gott, ihrem Vater, und ihnen Wegweisung und Rüstung zu geben für Leben und Sterben. Um Vergebung für Versäumtes zu bitten, hat jeder Ursache am Schlußsteine seiner eigentlichen Lebensarbeit. Das wollen richtet der Ewige. Möge unsere Volksschule allezeit eine Pflanz- und Pflegestätte des Geistes bleiben, der nie vergißt, daß zweierlei ohne Gott unmöglich i%: Kinder zu erziehen und Unglück zu ertragen und zu überwinden! Umhegt Eure Schule, die das Beste birgt, was noch Euer eigen ist, gegen alles, was niederzieht, Gemeinschaft zerstört, haß und Zwietracht sät, den unzerstörbaren Geboten des Ewigen widerstrebt ! Mit schwerer Sorge blickt ein auch um die Zukunft der Schule Unbekümmerter auf deren nächsten Weg durch Mangel und Wirr= nis. Lasset uns alle mittragen, helfen und mitarbeiten an ihrem Werk!
Und nun noch und nicht zuletzt ein aufrichtiges Dankeswort meinen lieben Mitarbeitern in der lieben Schlüchterner
Volksschule. Das Scheiden aus ihr würde
mir nicht so unsagbar schwer geworden sein, wenn Ihr mir auch nur ein wenig das Leben in derselben verbittert hättet. Dafj Ihr immer treu an einer schönen Gemeinschaft im Wollen und Tun des Kollegiums festgehalten, das lohne Luch Gott in schweren Stunden, durch die ja ein jeder hindurch muß!
Schlächtern, am 1. Juni 19'32
Georg Flemmig
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kseimatbilder von vorgestern von Georg zlemmig
1. Meine beste Jugendfreundin
ist die Mutter meiner Mutter, also meine Großmut- ter, gewesen. Sie hieß Anna Thristine Lorep, geboren am 25. April 1805 in Gberelfungen bei Sierenberg (Bz. Kassel) als Tochter des Landwirts Elfpermann. Zwischen ihrem 69. und 75. Lebensjahre hat sie mid), von meinem 1. bis 6. Lebensjahre ganz allein ge- pflegt, gehegt, geleitet, belehrt. Darum hab' ich sie lange Zeit lieber gehabt als sonst alles in der Welt,
und heute, nachdem mein Haar grau geworden ist, denke ich oft, sehr oft an sie mit großer Dankbarkeit für alles, was sie mir einst gewesen ist und heute noch ist.
(Es gab eine Zeit, da hab' ich unter allen Menschen um mich nur sie gekannt, und ich glaube fast, das erste lebendige Wesen, das ich! zum ersten Male bewußt gesehen, ist sie gewesen. Vater und Mutter waren damals von früh bis spät bei der Arbeit und