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Unsere Heimat

Nr. 37/39

Eugen Weichet t

Wieder einer von denen dahingegangen^ zu denen wir aufgeschaut haben! Am 29. Februar ging er, eine Woche nach Vollendung seines 92. Lebensjahres, gegen Abend still durch des Todes Türe als ein in Frieden Entschlafender in die Heimat, die unser Glaube als Ziel am Ende des Erdenweges weiß und ersehnt. Mancherlei Zeichen hatten ihm, dessen starker, reger Geist bis in die letzten Wochen über die Schwächen des versagenden Körpers immer wieder siegte, gemeldet, daß der Abschied von allem und allen Lieben hier nahe sei. Und er war einverstanden als ein in so vielen Wanderjahren Gereifter und Weiser, bekennend: Ich weiß nicht, wie ich für alles in meinem Leben empfangene Gute danken soll." Auf dem Friedhose in Uamholz wurde er zu Grabe getragen. Wir hoffen, in der nächsten Hummer ein Bild seines Lebens und Wesens, wie es sich uns unverlierbar eingeprägt hat, zeichnen zu können. Er ruhe in Frieden und das ewige Licht leuchte ihm! Flg.

für die Heimatbücherei

Grimm, Deutsche Sagen. Otsch. Verlagshaus Bong u. Lo., Berlin-Leipzig. Ganzleinen 3.- Mk.

Es ist freudig zu begrüßen, daß der Verlag die deutschen Lagen der Brüder Grimm in seine bekannteGoldene Klassiker-Bibliothek" ausgenommen hat. Zeder, der es wagt, vondeutsch" undDeutschtum" zu reden, muß dieses Buch, das zu den Grundbüchern deutscher Volkheit gehört, nicht nur gelesen haben, sondern gründlich kennen; was Nietzsche von der Geschichte sagt, gilt auch von der Sage :Die un­mittelbare Selbstbeobachtung reicht lange nicht aus, um sich kennenzulernen; wir brauchen Geschichte, denn die Vergangen­heit strömt in hundert wellen in uns fort, wir selber sind ja nichts als das, was wir in jedem Augenblick von diesem Fortströmen empfinden." Dem Band sind zwei Bildnisse und ein ausgezeichnetes Lebensbild der großen Deutsch- forscher beigegeben.

Die Deutschen Ortsnamen in Bezug auf Grenzen und Verkehr. Neue Namenforschung von Ernst 3. Zimmer­mann. 1929. Drei Aehren-Verlag: Heinrich 3oft, Dstheim- Hanau. Geh. 7.50 MK.

Die Deutung der Ortsnamen ist vielleicht das Aller- schwerste in der Sprachforschung, immer aber anziehend und auch verführerisch", sagt Zakob Grimm. Da wäre es von einem bloßen Liebhaber der Muttersprache und Heimat­geschichte vermessen, über den neuen versuch der Grtsnamen- erklärung ein Urteil fällen zu wollen. Auf jeden Sall finden Leser, die solchenach der Lampe riechenden" Bücher lieben, in dem vorliegenden viel Beachtenswertes und Anregendes, von heimatlichen Namen werden Alsberg, Altengronau, Breitenbach, Drasenberg, Escheberg, Kalbäch, Urechenberg, Steinau und Sterbfritz unter Zugrundelegung der Grenz- oder Verkehrsverhältnisse der betreffenden Drte betrachtet.

Ulrich von Hütten: von Otto Flake. S. Fischer- Verlag, Berlin.

Der Maler. Herterich hat Hütten unter das Ureuß Christi, der Bildhauer Toberentz ihn an Luthers Seite gestellt. Bei­des ist nicht richtig. Hütten war keinVorkämpfer der Re­formation", überhaupt kein religiöser Mensch. Er war weiter keiner, der sozial neu sah, auch kein Dichter im Vollsinne genommen, was er war, zeigt, in einem Lebensaugenblick gleichnishaft zusammengefaßt, das Gemälde von Lindenschmit: Hütten in der Schenke zu Viterbo (Seemann-Verlag, Leipzig),

wo er fünf Franzosen, die den Kaiser und damit die deutsche Nation beleidigt haben, mit dem Schwert angeht: Hütten war der erste große deutsche Nationalist Spitzenreiter, Fanfarenbläser, Trommler und Kämpfer für Deutschlands Freiheit. Das klar und überzeugend herauszustellen, ist das verdienst des Buches. Außerordentlich lebendig geschrieben!

Hanau, Main- und Kinziggau. Herausgegeben von Oberbürgermeister Dr. Blaum u. Erwin Stein. 1929. Deutscher Kommunalverlag G. m. b. H. Berlin - Friedenau. Ganzleinen 6.50 Mk.

Das 404 Seiten starke, gut und reich bebilderte Sammel­werk stellt in 5 Abschnitten (Allgemeines, Wirtschaft, Wohl­fahrt, Kultur; der Main- und Kinziggau) ein ausführliches Gegenwartsbild der Stadt Hanau und ein kurz umrissenes ihres Um- und Hinterlandes auf. 3m Vordergrund stehen die öffentlichen Aufgaben der Stadtverwaltung Hanau. Zahl­reiche statistische '.Angaben und der anhängende werbeteil bieten erwünschte Unterlagen für den Heimatkunde- und Sachunterricht gerade etwa in der ländlichen Fortbildungsschule.

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Am Neujahrrtage 1932 wurde dem Fabrikanten Herrn Sebastian Herb st von den Körperschaften der Stadt Lad Soden b. Salmünster in Anerkennung seiner hohen Verdienste um das öffentliche Wohl das Ehrenbürgerrecht verliehen. Herr Herbst hat innerhalb von 40 Zähren aus kleinsten Anfängen heraus eine blühende Möbelindustrie hierorts geschaffen, die vielen Hundert Menschen Lohn und Brot gegeben hat und noch gewährt, und deren Erzeugnisse sich des besten Rufes im Zu- und Ausland erfreuen. Herr Herbst hat seinen Wahlspruch, der auch auf der Ehren­urkunde verzeichnet ist, wahr gemacht:Zch wollte der Menschheit nützlich sein" !

3n Wallroth fanden mehrere Aufführungen des Sohnrep'schen DorfbühnenstückesDüwels" statt. Herr. Lehrer Hölzer hatte es verstanden, junge Leute für dieses literarisch gute Zweckdrama zu begeistern, sodaß vor geschickt gemaltem Bühnenbild, bei passender Kostümierung ein leben­diges Spiel zustandekam, das großen Eindruck machte, den Spielern reichen Beifall eintrug und hoffentlich richtung­gebend auf die Dorfbühnen der Nachbarschaft wirkt!

Sondergaven fürUnsere Heimat"

Pfarrer Burhenne, hier 1. Mk. Frau Ulrich Frank­furt a. M. 1.- Mk. Herr A. Müller, Frankfurt a. M. 1. Mk. Herr E. Siemon, Dresden 1.- Mk. Herr Pfarrer Goebels, Hanau a. M. 1.- Mk. Frau Dr. Schnegelsberg, Oldenburg 3. Mk. Graf v. Brandenstein, Mittelbiberach 14. Mk. Herr Pfarrer Mapenschein, Kassel l. Mk. Herr Lehrer Müller, Magdeburg 1.- Mk. Herr Lehrer Edeln g, Haina 2.- Mk. Herr Lehrer Werner, Wächtersbach 1.- Mk. Herr Lehrer Kollmer, Kilianstädten 1. Mk. Herr Pastor Fuchs, Bornhofen 1.- Mk. Schwester Frischkorn, Hagen 3.- Mk. Herr Dberstudiendirektor Anacker, Wiesbaden 8.- Mk. Herr Kreispfarrer Kahl, Frankfurt a. M. 4 Mk. Frau A. Rosenberger, Frankfurt a. M. 1. Mk. Herr Pfarrer Bohlender, Spielberg 3.- Mk. Herr Oberstabsarzt a. D. Dr. E. Voith v. Voithenberg, Schwarzenfels 4. - Mk. Frau M. Hopf, Herborn 2. Mk. Herr Dr. Römheld, Freiensteinau 8.- Mk. Frau K. Wämser, Frankfurt a. M. 1. Mk. Herr E. Fechter, hier 1.- Mk. Herr Dr. Butte, Dresden 3. - Mk. Frau Prof. Wolff, Frankfurt a. M. 1.- Mk. Herr Lehrer Rosener, Kassel l.- Mk. Herr Lehrer weitzel, Hanau a. M. 1.- Mk. Herr Dberrentmehter Barthelmes, Schmalkalden 1.- MK. Herr Amtsgerichtsrat Hadermann, Zdstein 3.- Mk. Herr W. Anacker, Wiesbaden 3.- MK. Herr Hauptlehrer Dillenburger, Kassel 1.- Mk. Herr Pfarrer Ehringhaus Kassel 3. - Mk. Herr Pfarrer Volkenand, Wächtersbach I. MK. Herr Prorektor Nielsen, Breklum 3. Mk. Herr Geh. Studienrat Hafner, Hersfeld 2.- MK. Herr Rektor Zinnall, Hersfeld 3.- Mk. Herr Apotheker Hafner, München 1. Mk. Herr 3. Zung, ®tt- weiler 3. Mk. Frau Oberstaatsanwalt Knaths, Telle 1. - Mk. Herr Rektor weitzel, Wolfhagen 3. Mk.

(Bis 4. 6. 1931)

Herzlichen Dank! Der Vorstand

Als Manuskript gedruckt: H. Steinfeld Söhne, Schlüchtern. Schriftleitung: Wilhelm Praesent, Breitenbach Auflage: 1000 Stück. Verlag des Heimatbundes in Schlüchtern. Postscheck-Konto 80311 in Frankfurt a. M.