Unsere Heimat
Hr. 37/39 logna mar, ist zweifelhaft. Er war später nochmals in Italien, kam 1559 zurück und sah Lotichius Herbst 1560 in Heidelberg zum letztenmal, kurz vor seiner Hochzeit, der Lotichius beiwohnen sollte. Hagen hat 1560 geschrieben: Tommentarius in Pauli epistolas nd Thimotheum.
15. Johannes Hit. (Es scheint, daß er wohl bei der Flucht aus Wittenberg 1546 dabei war, doch scheint nicht er, sondern sein Bruber Georg mit Lotichius zusammen Kriegsbienfte geleistet zu haben. Johannes Hit starb sehr jung, schon 1551 oder 52 in Italien. Die Schwester dieser Brüder Hit heiratete vor 1556 Johannes Franciscus Montanus (B. 17 a.).
16. Georg Marius (ITlaier) war 1554 vorauf nach Italien gefahren und traf dort mit Lotichius zusammen. Nach des letzteren Tod hatte Marius als kurfürstlicher Leibarzt 1576 den Kurfürsten v. d. Pfalz, Friedrich III., veranlaßt, die Errichtung eines Denkmals für Lotichius zu beschließen. Der Kurfürst starb aber vor Beginn des Baues.
17 a. Johann Franciscus Montanus. Siehe oben bei 15. i | |*l
18. Joachim Tamerarius war mit Melanchthon auf dem Religionsgespräch zu Worms, September 1557, und dann in Heidelberg. (Reusner, Jtinerarium S. 480.) (Er und Micyll waren ein innig verbundenes $reunbespaar des Erfurter Kreises.
19. Peter Burmann gestorben 24. Juni 1778 auf feinem Gut Sandhorst bei s'Gravenhage. Sein Nachlaß an Lotlchiana ist unauffindbar.
20. Philipp Melanchthon. Floh mit Lotichius und anderen nicht nach der Schlacht bei Mühlberg 24. 4. 1547, sondern schon November 1546 bei Annäherung der kaiserlichen Heere an Wittenberg nach Zerbst, dann nach Magdeburg. Kam Frühjahr 1547 ganz kurze Zeit nach Wittenberg zurück, lehrte während etwa 2 Jahren in Erfurt und von November 1548 an wieder in Wittenberg.
27. Christian Herdesian (Hardesheim). Ungedruckte Elegie vom 9. Jan. 1548 in Griginal-Handschrift des Lotichius in St. B. München Handschriftensammlung, Cameraria, Neustetter Briefe Nr. 298.
30. Georg Fabricius studierte Leipzig, dann kurz Wittenberg, war dann in Italien und in Straßburg. Das Bergwerk Marienberg bei Meißen besuchten Lotichius, Hagen und Fabricius während eines Besuches, den erstere dem fabricius, damals Rehtor der Fürstenschule zu Meißen, machten.
37. Martin Rosemann, später Magister, starb anscheinend schon 1551. Das Carmen II. 11. vielleicht an ihn.
38. Martin Ludwig Siegler scheint einer der besten Freunde des Lotichius gewesen zu fein; war mit in Frankreich und Italien.
39. Markus Eridanus. Auch Carmen I. 30.
40. Adam Sieber. Geboren 1515 Schönem bei Zwickau, studierte Wittenberg und Leipzig, dann Lehrer, später Rektor zu Themnitz, wurde 1550 erster Rektor der Fürstenschule zu Grimma, starb 24. 9. 1584. Dichter. Mehrere Schriften.
47. Johannes Varus, später Studienfreund zu Padua. Siehe auch oben bei 20.
48. Hcontius, Sohn des Melanchthon-Anhängers
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Melchior Hcontius (Voltz), gräflich Stolbergischen Rats.
49. Victorin Striegel, Professor der Geschichte und Ethik zu Heidelberg, starb 1569 dort.
50. Melchior Zobel aus Wertach, Studienfreund des Lotichius zu Wittenberg.
52. Jacob Marius. Vielleicht bezieht sich die Elegie II. 7. auf ihn (delphinus — der Schüler).
54. Daniel von Stibar (Stiebar) — von Rabeneck, nach Anderen „von Buttenheim", Sohn des Heinrich Stibar zu Buttenheim zu Sassenfurth und der Blan- dine von Schaumburg. Geboren 1503 (wahrscheinlich Würzburg, nicht Bamberg) jedenfalls in Franken. Studierte seit 1518 die Rechte und Theologie zu Erfurt, dann zu Löwen. Jurisconsultus. Dann Reifen in Frankreich und Italien. Wurde 1529 Würzburg Acolpthus, später Subbiahon, 1530 Kapitular, 1536 Propst, 1538 Landrichter am kaiserlichen Kam» mergericht des Herzogtums Unterfranken' 1545 vom Bischof Konrab von Bibra zum Propst von Romburg ernannt, 1546 zum Propst am Reumünfter, 1549/50 zum danonicus primarius, 1552 zum Dompropst von Würzburg gewählt. War auch Domherr zu Eich- städt und seit 1543 zu Bamberg. Häufig Gesandter. Starb als hochberühmter Mann 6. 8. 1555 an Po- bagra und einer Lähmung, die er sich auf seinen vielen Ritten zu Kriegsseiten geholt hatte. Beige- setzt in der Domkirche Würzburg. Fränkischer Ritter zu Prezfeld a. d. Wisent und zu Buttenheim und Sassenfurth an der Rednitz. Hatte wiederholt die Schwefelbäder zu Baden in der Schweiz besucht. Früher sehr reich, hatte er von 1551 an durch Krieg und Brand viel verloren. Neigte zur Reformation wie mehrere Würzburger Domherren und der Fürstbischof Zobel auch selbst. War eng befreundet mit Camerar, der ihm 1550 den Lotichius als Hofmeister und Reisebegleiter für seine Neffen empfahl,' wurde dadurch Gönner und Freund des Lotichius, der sein Liebling wurde. Eleg. III 7., V. 8., V. 17. und Carmen I. 1. Stibar war auch Freund des Schwarzkünstlers Faust. (Amrhein, Reihenfolge der Mitglieder des adeligen Domstiftes zu Würzburg, St. Ki= liansbrüder genannt, von seiner Gründung bis zur Säcularifation 742—1803, im Archiv des hift. Vereins f. Unterfranken B. 33. Würzburg 1890 S. 110).
(Schluß folgt)
Die ehemalige „Folterkammer"
1810 wurde die Kirche in 5 ch w a r z e n f e l s, so wie sie jetzt ist, hergerichtet. Früher war der Gottesdienst in einem Zimmer der Amtswohnung gehalten worden Die Herrschaft ließ die Kammern in dem Erdgeschoß des Hauses wegräumen und den Platz mit Türen und Fenstern versehen. Die übrige Einrichtung wurde aus dem Mottgerser Kirdjbau bestritten. 1818 wurde eine (Orgel angeschafft, wozu die Gemeinde 30 fl und der Kird)bau 110 fl gab. (Obgleich klein, ist doch die Schwarzenfelser Kirdje die geschmackvollste unter den Kirchen der hiesigen Pfarrei, und es scheint mir, als ob man darin mit größerer Zutraulichkeit zu seinen Zuhörern reden könnte. Es ist mehr die Unterhaltung eines Vaters mit seinen erwachsenen Kindern als eine feierliche Rede. Merkwürdig ist es auch, daß die eine der weggenommenen Kammern den Namen der Folterkammer trug und wirklich zu dem unmenschlichen Zweck gedient haben soll, den dieser Name ausspricht. So würden jetzt Liebe und Barmherzigkeit an einem (Orte gepredigt, wo man ehemals Menschen furchtbar quälte. Möge sich doch allenthalben alles so zum bessern umgestalten!
Kirchenrat Bode in Mottgers 1821