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Unsere Heimat

Nr. 37/39

Das nebenstehende köstliche Bild war im Sommer 1931 in derGroß-Berliner Kunst­ausstellung" im Schloß Bel= levue ausgestellt und fand sei­nes Vorwurfs und seiner Mal­weise wegen allgemeine An­erkennung. (Ein Beurteiler schrieb sogar über es:Felix Ramholz mit seinem «Stroh­witwer», der beinahe von Daumier gemalt sein könnte ; gute anständige Malerei." F. R. ist ein Deckname; sein Träger ist uns Bergwinklern wohlbekannt, in der vorigen Hummer sahen wir erst sein Bildnis. Er ist Beamter, und nur in den Mußestunden führt er den Pinsel. Wir freuen uns, mit dem Werk eines hei­mischenSonntagsmalers" von solchen (Qualitäten unser Blatt schmücken zu können.

Felix Muche: Der Strohwitwer

Uns der illustrierten Monatszeit­schrift :die neue linie" (Verlag Otto Beyer, Leipzig)

Examen beiwohnenden Kespekts-Personen, wie den Amtmann, die Pfarrer und den Klafterkeller be­stimmt gewesen sein werden.

Am 1. April 1829 starb Rektor lfasselmann in Schlächtern. Ein halbes Iahr später, am 7. Oktober 1829, fiel auch in Kassel die Entscheidung über das weitere Schicksal des Schlächterner Gymnasiums. An diesem Tage findet sich in dem ehemaligen Protokoll- Buch des Ministeriums des Innern eingetragen:

Ho. 810. Das Ministerium des Inneren tragt

ehrerbietigst auf allergnädigste Verwandlung des Gymnasiums zu Schlüchtern in eine Progymnasial- Klasse der daselbst neu .zu errichtenden Stadtschule an."Allerhöchster Beschluß: Nach dem Anträge."

So wurde, um mit Pfarrer Nullmann zu reden, mit drei Worten eine Anstalt aus der Welt geschafft, die fast dreihundert Iahre lang segensreich für Kirche und Staat gewirkt und auf die Bürgerschaft in Schlächtern einen veredelnden Einfluß geäußert hat." (Fortsetzung folgt)

Lwei Gedichte von Wilhelm Gusch

Sum 100. Geburtstage des

Es sitzt ein Vogel auf dem Leim, er flattert sehr und kann nicht heim. Ein schwarzer Kater schleicht herzu, die Krallen scharf, die Bugen glüh. Bm Baum hinauf und immer höher kommt er dem armen Vogel näher.

Der Vogel denkt: weil das so ist und weil mich doch der Kater frißt, so will ich keine Seit verlieren, will noch ein wenig quinquelieren und lustig pfeifen wie zuvor. Der Vogel, scheint mir, hat Humor.

Humoristen am 15. Bpri

Ich schnürte meinen Ranzen und kam zu einer Stadt, allwo es mir im ganzen recht gut gefallen hat.

Nur eines macht beklommen, so freundlich sonst der Ort: IDer heute angekommen, geht morgen wieder fort.

Bekränzt mit Trauerweiden, vorüber zieht der Fluß, den jeder beim verscheiden zuletzt passieren muß.

Wohl dem, der ohne Grauen, in Liebe treu bewährt, zu jenen dunklen Auen getrost hinüber fährt.

Zwei Blinde, müd vom wandern, sah ich am Ufer stehn, der eine sprach zum andern: Leb' wohl, auf wiedersehn.