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Nr. 37/39

Unsere Heimat

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sich segensreich erweisen werde, und die Lehrer durch äußere Aufmunterung im edlen Eifer für das Zu begründende Wohl der Jugend gestärkt werden möch­ten.

Daß aber zur Begründung und Ausführung des Entwurfs die Schlüchterner studierende Jugend ihre völlige Reise in hanau erhalten solle, hielten sie für ein Hindernis der Frequenz des Gymnasiums, sowie für eine Erschwerung für manche Eltern.

Am 27. Februar 1821 starb Kurfürst Wilhelm I., und sein Sohn trat als Wilhelm II. die Regierung des Kurfürstentums an. Etwa 4 Monate später, am 29. Juni 1821, erließ der neue Kurfürst die landesherr­liche Verordnung, nach der das Land nicht nur eine neue Verwaltungs-Einteilung, sondern auch eine neue Verwaltung erhielt, die zwar großzügig angelegt, aber für das arme Land viel zu kostspielig war. Die frühere obere Grafschaft Hanau mit Schlüchtern wurde ein Teil der aus dem Fürstentum Hanau, dem Amte Salmünster und den Hoheitsämtern Wächtersbach und Meerholz gebildeten Provinz hanau, und die Regie­rung dieser Provinz die Gberbehörde für das Gym­nasium zu Zchlüchtern. Bereits ein Jahr später, im Jahre 1822z beschäftigte sich die Regierung zu hanau mit der Erwägung, ob es nicht vorteilhafter sei, das Gymnasium zu Zchlüchtern in eine mehr den Zwecken seiner Bürgerschaft dienende Schule umzu- wandeln. Doch es vergingen noch einige Jahre, ehe diese Pläne eine feste Gestalt an nahmen.

Erst vom 28. März 1826 liegt folgender Auszug aus dem Zchulprotokoll der Kurfürstlichen Regie­rung zu Hanau vor: Beschluß: Da nach einem vorlie­genden Beschluß des Kurfürstlichen Ministeriums des Innern das Gymnasium zu Schlüchtern in eine Bür­gerschule verwandelt werden soll: so hat das Kur= fürstliche Kreisamt zu Zchlüchtern dem eine Ab­schrift des Ministerialbeschlusses vom 17. Januar vori­gen Jahres, Sie Einrichtung der Bürgerschule betref­fend, nebst einer Abschrift des von dem Gymnasiums- Direktor Schuppius entworfenen Planes zur Verbin­dung einer Vorbereitungsklasse für den Gymnasial­unterricht mit den Bürgerschulen in den Landstädten der Provinz Hanau zuzusertigen ist benehmlich mit den beiden Pfarrern und dem Rektor hasselmann daselbst zu berichten, ob es einen Anstand habe, daß statt des bisherigen Gymnasiums eine Bürger­schule mit 3 Klaffen eingerichtet und deren ober­sten der erwähnte Plan des Gymnasiums-Direktors zu Grunde gelegt werde.

Zugleich hat derselbe die Anzahl der sämtlichen in diesem Augenblick vorhandenen schulfähigen Rin­der zu Zchlüchtern anzugeben, und mit Rücksicht darauf, sich über die Beibehaltung von 6 Lehrern für den Gesamtunterricht der dasigen Jugend in wel­chem Falle dann neben den erwähnten 3 Knaben- Klassen eine gemeinschaftliche Elementar- und 2 Mäd­chenschulen zu errichten seyn würden oder die Ein­ziehung einer der Schulstellen, zum behüfe der Ver­besserung des übrigen, sowie endlich über die allen- fallsige Einführung eines angemessenen Schulgeldes und den etwaigen jährlichen Betrag auf der dasselbe, unter Abschaffung aller übrigen Schulaccidenzien und Geschenke, zu bestimmen seyn möchte gutachtlich zu äußern.

Zur Ausführung dieses Ministerialbeschlusses ist

es aber damals nicht sofort gekommen. Welche Gründe dafür maßgebend gewesen sind, läßt sich aus dem vorliegenden Aktenmaterial nicht mit Sicherheit feststellen.

Aus der kurzen Zeit, die dem Gymnasium in Schlüchtern noch bis zu seiner Auflösung beschieden war, ist ein Schriftstück erhalten geblieben, dessen Inhalt uns einen, wenn auch eng begrenzten, doch nicht belanglosen Einblick in fein damaliges Schul- leben gewinnen läßt und das deshalb hier wörtlich wiedergegeben werden soll. (Es ist die Urschrift des von dem Rektor hasselmann in lateinischer Sprache aufgestellten Verzeichnisses der Schüler der Sekunda und Prima, die im Frühjahrsexamen des Jahrs 1827 im Prüfungsraum aufgelegen hat. Sie lautet, ins Deutsche übertragen, wörtlich:

Primaner.

1) Karl Friedrich Lambert aus Schlüchtern, 22 Jahre alt, besucht % Jahre die prima. Es sind bei ihm geistige Anlagen vorhanden, es fehlt ihm auch nicht der Wille, fortzuschreiten, was er durch sein eif­riges häusliches Studium deutlich an den Tag legt. Es darf daher gehofft werden, daß er das Ziel, das er sich vorgesetzt hat, mit Gottes Hilfe glücklich errei­chen wird.

2) Markus Heynemann aus Schlüchtern ist 17 Jahre alt. Er erfreut sich guter Geisteskräfte, mit denen bei ihm ein bewundernswerter Fleiß verbun­den ist.

Sekundaner.

1) Ludwig hasselmann aus Schlüchtern hat das 15. Lebensjahr noch nicht überschritten und das zweite Halbjahr in der Sekunda zu Ende gebracht. Mit einer schönen Geistesanlage begabt, ist er bestrebt, etwas zu lernen.

2) Theodor Gsius aus Schlüchtern, 13Hz Jahre alt. Dieser hat zusammen mit dem hier auf ihn folgenden Schüler seine Schullaufbahn [auf dem Schlüchterner Gymnasiums erst in der Sekunda begon­nen. Von der Natur ist er nicht benachteiligt' er be­darf aber der Anspornung.

3) Heinrich Stern aus dem Dorfe Schwarzenfels, 141/2 Jahre alt. Obwohl er den ausgezeichneten Gei­stern nicht zuzurechnen ist, fehlt ihm doch nicht die Auf­nahmefähigkeit, und seine Fortschritte würden bessere sein, wenn er die Sd) Ulangelegenheiten mit mehr Ernst betriebe.

4) Johannes Baift aus Schlüchtern, I4hz Jahre alt. Was seine geistigen Fähigkeiten anlangt, erscheint er schwach begabt. Wenn er auch nicht die Bezeichnung eines leichtfertigen Knaben verdient, so kann er ge­wiß nicht als ein strebsamer bezeichnet werden.

5) Karl Weigand aus dem Dorfe Aeitloss, 16 yz Jahre alt. In allerlei Handfertigkeiten ist er sicherlich von allen Knaben der geschickteste,' in der Gramma­tik aber derjenige, der ihr am weitesten aus dem Wege geht.

Diese am Schlüsse eines jeden Schulhalbjahrs bei den Schulprüfungen ausgelegten Schülerverzeichnisse dürfen wohl als die Vorläufer der heute noch an denselben Zeitpunkten zur Austeilung kommenden Schulzeugnisse zu betrachten sein, wenn sie auch, wie schon ihre Abfassung in der Sprache der Gelehrten, dem Latein, vermuten läßt, lediglich für die dem