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Nr. 37/39

Unsere Heimat

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zu Virstein, seinen Wohnsitz auf Schloß Schwarzenfels. Am 13. Juni 1613 wurde ihnen daselbst als sechstes Kind ein Lohn namens Johann Ernst geboren, dem es Dom Geschick beschieden war, der letzte regierende Gras der hanau-Münzenbergischen Linie zu werden.

Graf Albrecht von hanau-Schwarzensels ist als der Erbauer des im Jahre 1621 aus Schloß Schwar- zensels zwischen dem Bergfried (1) und dem Kapellen- bau (3) errichteten Gebäudes anzusehen, dessen allein übrig gebliebenes wappengeschmücktes Portal*) in Verbindung mit der zu ihm heraufführenden steinernen Treppe und dem vor dieser liegenden, ebenfalls mit einigen Wappen gezierten steinernen Brunnenbecken in ihrem verhältnismäßig unversehrt gebliebenem Zu­stande heute noch eine nicht gewöhnliche Zierde der Burgruine bildet.

Wenn wir uns heute noch von den ehemals in der Westfront des Hauptschlosses gelegenen Schloßbau­ten eine gute Vorstellung machen können, so haben wir das dem alten, uns erst neuerdings bekannt ge­wordenen Kupferstich vom Schloß Schwarzenfels zu verdanken, der sich am Kopfe des ersten Abschnitts dieses Aussatzes in vergrößerter Nachbildung wiederge­geben findet. Er entstammt Daniel MeißnersThe­saurus philopoliticus, das ist politisches Schatzkästlein", einem in der Zeit von 16231628 in Frankfurt a. M. erschienenen Werke, das unter zahlreichen, die An­sichten von deutschen Städten und Burgen der dama­ligen Zeit wiedergebenden Kupferstichen auch diesen Dom Schlosse Schwarzensels enthält.

Wir erblicken auf ihm, ganz besonders in die Augen springend dargestellt, die (Dftfront des Hauptschlosses, mit ihren verschiedenen, zur Zeit der Anfertigung des Stichs noch unversehrten Bauwerken und, vor ihr liegend, den ^was aus der Vogelschau gesehenen Hof der vorburg mit seinem Torbau und seinen seitlichen Bauten. Sicherlich wird man in Bezug auf die Ge­nauigkeit der Wiedergabe der Objekte an diese alten Stiche nicht den Maßstab anlegen dürfen, den man heute im Zeitalter des Lichtbilds an derartige Dar­stellungen zu legen gewohnt ist. Trotzdem muß es aber wundernehmen, wie unzulänglich! die Wiedergabe ist, welche die Bauten der vorburg und unter ihnen vor allem das heute noch unversehrt dastehende alte Marstallgebäude auf dem Stiche gefunden haben.

Wie lang Graf Albrecht von Hanau mit seiner Familie das Schloß Schwarzenfels bewohnt hat, läßt sich aus den uns zur Verfügung stehenden Nachrichten nicht genau ersehen.

Wir erfahren nur, daß sein im Jahre 1613 ge­borener Sohn Johann Ernst das Gymnasium in Schlächtern besucht hat und dürfen wohl schon daraus folgern, daß seine Eltern ihren Wohnsitz auf Schloß Schwarzenfels bis in das zweite Jahrzehnt des 17. Jahrhunderts, in dem sich der Krieg auch in der oberen Grafschaft Hanau stärker bemerkbar zu ma­chen anfing, beibehalten haben werden. Als ein hinlänglicher Beweis für die Nichtigkeit dieser An­nahmen kann wohl der Eintrag in das Schlüchterner Kirchenbuch gelten, laut dem noch am 12. Juli 1626 der damals 13 Jahre alteGraf Johann Ernst, der jungherr von Schwarzensels", sein Hofmeister

*) Abbildung und Beschreibung dieses Portals sieheUnsere Heimat", Bd. III, Seite 89.

Burckhausen und sein Stallmeister Notleben von Schloß Schwarzenfels aus als Paten an der Taufe des Zwillingspaares des Junkers Johann (Engelbert von Lauter zu Schlächtern teilgenommen haben.

Noch ehe der unselige Krieg sein Ende gefunden hatte, im Jahre 1643, wurden Schloß und Amt Schwar­zenfels der damals die Regentschaft in der Land- grafschuft Hessen-Kassel führenden Landgräfin Ama- lie Elisabeth, die als Tochter des Grafen Philipp II. von Hanau noch Ansprüche an das hanauische Grafen­haus hatte, von den Vormündern des jungen Grafen. Friedrich Kasimir abgetreten, sodaß sie für immer ein Teil der Landgrafschaft Hessen-Kassel wurden.

Ueber den baulichen Zustand, in dem sich das Schloß damals befunden hat, liegen zuverlässige Nach­richten irgendwelcher Art nicht vor.

Erst aus der Zeit nach dem großen Krieg findet sich, überliefert, daß die gräflichen Wohnräume auf Schloß Schwarzenfels nicht mehr bewohnbar gewesen sind. So teilt Landau in seinem Werke über die hessischen Ritterburgen in dem die Geschichte der Burg Schwar­zenfels behandelnden Abschnitt folgenden, sich, auf dieses Schloß beziehenden Satz eines aus dem Jahre 1649 stammenden Schriftstücks mit:Undt ist sonstet das Schloß also verwüstet und zerfallen, daß män- niglich dafür hält, daß es ohne große Kosten nicht möglich zu reparieren und doch, Flickwerk sein und man lieber von neuem bauen möchte".

Da aber die Sandgräfin Amalie Elisabeth als Regentin der Landgrafschaft Hessen damals andere Sorgen hatte, als solche für die Wiederherstellung eines weitab von ihrem Wohnsitze Kassel gelegenen halb­verfallenen und für sie nutzlosen Schlosses, so mag sie die verfallenden Schloff bauten wohl ihrem weiteren verfall überlassen und den durch die furchtbaren Ein­wirkungen des Kriegs schwer geschädigten Bewohnern 'des Dorfs Schwarzenfels stillschweigend preisgege- ben haben, damit sie sich mit dem von ihnen abfallen­den Material ihre Behausungen wieder herstellen oder auch völlig neu aufrichten konnten.

Jm wesentlichen erhalten geblieben zu [ein scheint damals vom Schlosse Schwarzenfels nur das erst im 19. Jahrhundert einer Feuersbrunst *) zum Opfer ge­fallene Torhaus und das Marstallgebäude in der Vorburg.

Dem Umstände, daß das feste und geräumige Ge­bäude des ehemaligen gräflichen Marstalls den Krieg glücklich und unversehrt überstanden hatte, wird es das unbedeutende Därflein ZchMaMnfels, dessen Ein­wohnerschaft in der Zeit kurz nach dem Westfälischen Frieden nur noch aus wenigen Familien bestand, allein zu verdanken gehabt haben, daß es auch unter seiner neuen Herrschaft, ebenso wie früher, der Wohn­sitz des Amtsverwalters geblieben ist.

*) Don dieser Feuersbrunst, der auch das Torhaus des Schlosses zum Gpfer gefallen ist, berichtet in seiner Thronik von Mottgers der Pfarrer Bode das Folgende:3m August 1860 brach in Schwarzenfels Feuer im Schröderschen Wirts­haus aus. Leider war es von boshaften Leuten angesteckt (doch ist nicht ermittelt worden, von wem), und brannten 3 Häuser ab, ferner das Nentereigebäude, sowie die Amts- scheuer auf dem Schloßhof! ebenso der Glockenturm mit 2 klei­nen Glocken von Gußstahl, für 144 Thaler angeschafft. Solche aus der Bochumer Fabrik, welche allein das Geheimnis be­sitzt, bezogen."