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der übrigen Stämme des von Huttenschen Geschlechts übereingekommen war, noch einige weitere Ganerben für die Steckelburg anzuriehmen, widersetzten sich dem der Bischof von Würzburg als Lehnsherr und der Graf von Hanau als Nachbar der Steckelburg. Es kam zur Fehde zwischen ihnen und Lorenz von Hütten, in deren Verlauf die Steckelburg erstiegen und erobert wurde. Doch erhielten sie die Herrn von Hütten nach erfolgtem Ausgleich als ein rechtes, nach der Erstgeburt vererbliches Mannlehen von Würzburg zurück. Im Jahre 1478 wurde das Schloß Altengronau, das die Herrn von Hütten bis dahin nur als Pfand innegehabt hatten, durch Graf Philipp II. von Hanau in ein erbliches Mannlehen verwandelt. Einige Jahre später, 1482 nahm Lorenz mit seinen 3 aus der Ehe mit einer von Thüngen hervorgegangenen Söhnen Friedrich, Ludwig und Ulrich eine Güterteilung vor, bei der er für sich selbst daö Schloß mit dem Gericht Vollmerz sowie Ramholz behielt. Friedrich erhielt Altengronau, Ulrich den von Huttenschen Besitz in Schwarzenfels, Ludwig wahrscheinlich die Steckelburg.
In Lorenzens spätere Lebenszeit fiel noch die schwere Febde der Herrn von Hütten mit dem Grafen Philipp von Hanau bei der fast der ganze hessische Adel auf Seiten der von Hütten stand. Im Verlauf dieser Fehde ging der von Huttensche Burgsitz in Schwarzenfels in Flammen auf. Mehr noch als die Herrn von Hütten selbst hatten damals ihre Untertanen durch Brand und Nahme zu leiden. Am 17. Juli 1493 kam es zu Brückenau zu einem Schiedsspruch, der der Fehde ein Ende machte. Auch Lorenz von Hütten wurde mit in die Sühne ausgenommen, obwohl die Fehde im Wesentlichen von seinen Söhnen bestricken war. Im Jahre 1498 starb Lorenz in hohem Alter von 87 Jahren.
15. Ulrich von Hütten starb schon verhältnismäßig früh vor 1448.
16. Friedrich von Hütten, der mit Magdalene von Hütten zu Stolzenberg verheiratet war und Schloß Altengronau zu seinem Erbteil erhalten hatte, setzte die Familie in Altengronau fort. Im Jahre 1502 verkaufte er seinen Hof in Schlächtern, den er vom Kloster daselbst zu Lehen trug. Sein Tod erfolgte nicht lange nach 1520.
17. Ludwig von Hütten, der ebenso wie sein Bruder Friedrich unter beu Fahnen des Kurfürsten Friedrich I. von der Pfalz gefochten hatte, hinterließ keine männlichen Erben.
18. Ulrich von Hütten scheint seine Tätigkeit im Dienste des Herrn von Hanau begonnen zu haben. Nicht sehr lange nach 1483 verheiratete er sich mit Ottilie von Eberstein, der Tochter Mangolds von Eberstein zu Burg Brandenstein und bezog mit ihr die Steckelburg.
Im Jahr 1490 trat Ulrich in den Dienst des Land- grafen Wilhelm von Hessen und zog mit Truppen »on ihm dem König Maximilian gegen die Ungarn zu Hilfe. Bei Stuhlweißenburg zeichnete er sich durch Tapferkeit besonders aus. In die Heimat zurückgekehrt, konnte er noch an der inzwischen entbrannten heftigen Fehde seines Vaters und seiner Brüder gegen den Grafen von Hanau teilnehmen. Nach ihrer Beendigung trat Ulrich mit dem Stifte in Fulda in enge Begehungen, die bis zu seinem Lebensende bestehen blieben. Im Jahre 1497 wurde Ulrich Alleinbesitzer der Steckelburg. Wegen der von Huttenschen Grabkapelle in der Klosterkirche in Schlüchtern geriet
Ulrich 1499 in einen heftigen Streit mit dem dortigen Kloster, der sich mehrere Jahre hinzog und im Jahre 1504 zu seinen Ungunsten entschieden wurde.
Um die Steckelburg vor Verfall zu schützen, führte Ulrich in ihr verschiedene Bauten aus, darunter 1509 einen starken, halbkreisförmigen Geschützturm zum Schutze des Wohnhauses. 1514 war er im Dienste des Erzbischofs von Mainz an der Unterdrückung von Bürgerlichen Unruhen in Erfurt beteiligt. Im Jahre 1522 ist er auf der Steckelburg gestorben.
19. Ulrich voll Hucken, der spätere Dichter und Freiheitskämpfer, ist am 20. April 1488 auf der Steckel- burg geboren worden. Als Oblate, d. h. dem Kloster Dargebrachter, wurde er 1499 von feinem Vater dem Kloster Fulda übergeben. Doch verließ er es bereits im Jahre 1505 eigenmächtig, da er sich nicht zum Mönch berufen fühlte. Er begab sich nach Köln, später nach Erfurt und nach Frankfurt a. L. und betrieb mit Eifer humanistische und artistische Studien. An der zuletzt genannten Universität erwarb er sich den Grad eines BaccalaureuS. Von feinem erzürnten Vater auch weiter völlig ohne Unterstützung gelassen, war ihm ein ruheloses Leben beschieden, das ihn von seiner Heimat weit fort, fast durch ganz Deutschland und nach Italien führte. Im Herbst 1514 war er wieder in Deutschland. Im Frühjahr 1515 erreichte ihn in Ems, wo er Heilung von seinem schweren, im Jahre 1508 erworbenen Leiden suchte, die Nachricht von der Ermordung seines Vetters Hans von Hütten durch den Herzog Ulrich von Württemberg, bei dem er im Hofdienste stand. Von gerechtem Zorn erfüllt, trat er mit schonungsloser Schärfe gegen den fürstlichen Mörder Fuf. Dieses mannhafte Eintreten für seine Familie und die sich ihm in dieser Zeit eröffnende Aussicht, bei dein Erzbischof Albrecht von Mainz in den Hofdienst treten zu können, brächte ihn anscheinend wieder seinem Vater etwas näher, sodaß er 1515 im Juli zum ersten Male wieder auf der Steckelburg ein kehren konnte. Bald nachher ging er zum zweiten Mal nach Italien, um die Rechte zu studieren. Auf der Rückreise von Italien wurde Ulrich am 12. 7. 1517 in Augsburg von Kaiser Maximilian zum Dichter gekrönt. Gegen Ende des Jahres weilte er wieder auf der Steckelburg, ebenso im Jahre 1518, in dem er die Türkenrede, die er in Augsburg nicht hatte halten können, in ihrer ursprünglichen Form von der Steckelburg hinausgehen ließ. Im März und im Oktober 1519, sowie im Frühjahr 1520 hielt sich Ulrich nur jedesmal kurz auf der Steckelburg auf. Erst am 9. August des Jahres 1520 kam er wieder zu einem längeren Aufenthalt auf die heimatliche Burg. Es war für ihn der letzte. Ulrich schloß sich jetzt ganz Franz von Sickingen an und fand in seinen Burgen einen sicheren Zufluchtsort. Als Sickingens Vorstoß gegen den Erzbischos von Trier im Spätsommer 1522 sehlgeschlagen war, floh Ulrich von Hütten in die Schweiz, wo er am 1. September 1523 aus der kleinen, im Züricher See liegenden Insel Ufenau wenig über 35 Jahre alt in größter Einsamkeit und Dürftigkeit starb.
20. Frowin von Hütten. Frowin hat seinem Bruder Ulrich, soweit es in seinen Kräften stand, allezeit bei- zustehen versucht. Im Jahre 1535 war er Amtmann in Brückenau. Im Herbst dieses Jahrs wurde er von einem Reisigen Namens Kaspar Diefenbach, mit dem er in Feindschaft gekommen war, niedergeworfen und zum Gefangenen gemacht. Erst nachdem er selbst