Nr. 2 c^^^c^^i^^c^i^>c^>c^c^ Unsere Heimat £^^^^^^^^^c^£\?ߣ Seite 61
Die familie Ulrichs von pulten.
Von Med.-Rat D r. C a u e r in Schlüchtern.
Jn der dem Andenken Ulrichs von Hütten gewidmeten Nummer unseres Heimatblättchens soll ein kurzer geschichtlicher Überblick über die dem niederen Adel angehörende Familie, der er entsprossen ist, nicht fehlen; ist sie doch fast ein halbes Jahrtausend in unserer Heimat ansässig und daher aufs Engste mit ihr verwachsen gewesen.
Sie verdankt ihren Namen unzweifelhaft dem unweit von Schlüchtern, hoch oben auf dem Landrück liegenden alten Dorfe Hütten. Doch ist damit nicht gesagt, daß dieses Dorf auch ihr Ursitz gewesen sei. Die einzigen urkundlichen Nachrichten, die wir aus dem Dorfe Hütten aus der Zeit besitzen, in der Glieder des nach ihm sich nennenden Geschlechts der von Hütten zum ersten Male genannt werden, lassen nur erkennen, daß damals schon länger verschiedene Dienst- mannen (Ministerialen) des Stifts Fulda in ihm begütert gewesen sind, die diesem Stift, besorgt um ihr und ihrer Angehörigen Seelenheil, von ihrem dortigen Grundbesitz gewisse Zuwendungen gemacht haben.
Von den in jener Zeit wohl schon länger in Hütten ansässig und begütert gewesenen Herrn von Hütten finden sich zuerst in einer 1224 in Schlüchtern vom dortigen Kloster ausgestellten Urkunde die drei Brüde,r Erkinbert, Hermann und Johann als Zeugen genannt. Einige Jahre später (1278) werden ein Gerhard von Hütten ebenfalls als Zeuge und noch etwas später (1285) ein Hermann von Hütten, der Sohn eines Johanns von Hütten, als Würzburger LehnSträger erwähnt. Schließlich berichtet uns eine im Jahr 1300 in Gronau (Altengronau) ausgestellte Urkunde von der Belehnung eines Ludwigs von Hütten und seiner Brüder mit der Vogtei in einem Dorfe Rotenberg durch den edlen Herrn von Brandenstein, bei deren Ausstellung ein schon einmal im Jahre 1286 als Inhaber der Vogtei in Kreffenbach erwähnter Friedrich von Hütten als Zeuge mitgewirkt hat.
Die Familie von Hütten scheint daher bereits um die Wende des 12. Jahrhunderts ziemlich ausgebreitet und in mehrere Zweige geteilt gewesen zu sein, die sich aber infolge der spärlichen Nachrichten, die wir aus dieser frühen Zeit von ihr besitzen, noch nicht hinlänglich voneinander abgrenzen lassen. Erst dadurch, daß etwa ein Viertel Jahrhundert später zwei Glieder der Familie außerhalb und nicht allzuweit von Hütten festen Fuß faßten und ihre Familie in den neuen Sitzen fortpflanzten, bildeten sich schon früh in unserer Heimat zwei Hauptstämme der Familie von Hütten aus, die sich nicht nur durch die Verschiedenheit ihrer Wohnorte und ihrer Interessen, sondern auch durch gewisse Besonderheiten ihrer Wappen so wesentlich von einander abheben, daß sich thre und ihrer einzelnen Glieder Geschichte mit einiger Sicherheit und nicht allzuschwer verfolgen läßt.
Von dem einen dieser beiden Hauptstämme der Familie der von Hütten, der sich nach dem bei Soden liegenden, alten, fuldaischen Schlosse Stolzenberg, seinem ursprünglichen Wohnsitze, bezeichnet hat, ist in diesen Blättern schon früher ein für den Freund der heimatlichen Geschichte lehrreicher Überblick in Gestalt einer Stammtafel mit kurzen Familien- und heimat- geschichtlichen Erläuterungen erschienen, (siehe 10. Jahrgang 1918 Seite 113 und 11. Jahrgang 1919 Seite 138).
P. Damasus Fuchs hat ihn seinerzeit unter Zugrundelegung einer alten, wohl aus der von Hutten- schen Familie selbst stammenden Handschrift aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts gebracht.
Es lag daher nahe, den geschichtlichen Überblick über die beiden andern in unserer Heimat ansässig gewesenen Stämme der Familie, der hier folgen soll, ähnlich zu gestalten. So mögen denn zunächst umstehend die kurz gefaßten Stammtafeln ^ der von Hütten zu Stcckelberg und von Hütten zu Altengronau, der beiden Stämme des alten Geschlechts der von Hütten folgen, die schon frühzeitig durch Heirat miteinander verschmolzen, in dem gekrönten Dichter und Freiheitskämpfer Ulrich von Hütten das Glied der Familie hervorgebracht haben, das ihren Namen unvergänglich gemacht hat.
Erläuterungen zu den Stammtafeln der von Hutten-Steckelberg und von Hutten-Altengronau.
1. Frowin von Hütten, der Sohn Hermanns von Hütten zu Stolzenberg und jüngere Bruder Friedrichs von Hütten zu Stolzenberg, des Landvogts der Wetterau unter Kaiser Ludwig dem Bayer, muß ebenso wie sein Bruder ein besonders tüchtiger und tatkräftiger Mann gewesen sein, der es verstanden hat, seinen Grundbesitz erheblich zu vermehren. Bereits im Jahre 1327 erhielt Frowin zusammen mit seinem Vater vom Stift Fulda ein Burglehen zu Stolzenberg und das Amt Herolz, wobei sie sich verpflichteten, auf Burg Stolzenberg zu wohnen. In derselben Zeit wurde Frowin fuldaischer Bürgmann auf Schloß Werberg bei Brückenau, später Amtmann auf Schloß Stolzenberg und danach auch zu Neuhof. Nunmehr trat er Ulrich 111. von Hanau näher, als dessen Amtmann er 1346 in Schwarzenfels erscheint. Er war verheiratet mit einer Thamburg aus unbekanntem Geschlecht, mit der er gemeinsam dicht am Turme der Klosterkirche in Schlüchtern 1354 eine Begräbniskapelle für seine Familie stiftete. Nachdem seine Frau Thamburg am 5. September 1354 gestorben und als erste in der Gruft der neuen Kapelle beigesetzt war, heiratete er die Witwe Lutcarde von Markart, eine geborene von Steckelberg und erhielt dadurch Ansprüche an die Steckel- bergsche Erbschaft in Altengronau. 1358 verkaufte er seinen Anteil an dieser Erbschaft an Ulrich von Hanau. Mit seinem Neffen Frowin, dem Sohne seines verstorbenen Bruders Friedrich in Stolzenberg, einigte er sich 1367 über eine Todteilung des Familienbesitzes, bei der ihm besonders die im Quellengebiet der Kinzig und im Sinngrund liegenden Güter zufielen. Dadurch entstand der Stamm der Familie von Hütten, der später nach der von ihm erbauten neuen Steckel- burg benannt wurde.
Gegen Ende seines Lebens erbaute sich Frowin in Vollmerz ein durch einen Wassergraben geschütztes festes Haus, indem er im März 1377 gestorben zu sein
’) Jn diesen Stammtafeln sind ebenso, wie in der des Stolzen- berget Stammes, nur die männlichen Glieder des Geschlechts der von Hütten aufgeführt, die in der allgemeinen Geschichte und vor allen Dingen in Heimat- und fnmiliengefdiidjtlidjer Beziehung besonders hervorgetreten sind. Weibliche Glieder sind nur dann aufgeführt, wenn sie für die Geschichte der Familie besonders von Bedeutung gewesen sind. „Die Geschichte des reichsritterschaftlichen Geschlechts der von Hütten" von Landau und „Burg Steckelburg die Stammburg Ulrichs von Hütten" von E. Kroll,nann find besonders benutzt worden.