Site 56 ^^^^^^^^^^1^^ Unsere Heimat
Nr. 1
Bie für e Joahre zwanzig die kranke Leut noch so Angst für'm Krankehaus hare, hat änner — ich well'n niet verroat, hean woar bei Fleschemig dadüwe röm her — sein Oarm zwoamoal gebroche on sie wottcn'n ens Krankehaus noach Schlüchder breng. Und doa hare ’m die aale domme Leut Angst gemoacht. „Wenzel", säät sein Unkelje von Willerod, bann de doahin kömmst, doa häßt'ö erscht: Schwester, ens Boad mierem! On doa mußt de buricr (parieren)! On doa wüescht de miere so 'm raue Lombe geriewe, daß de blitzebloa wüescht. Noacht geht'ö erscht on dich! Doa leiste oaf ’m Schroage, bie dich Gott derschaffe hoat. On der Docker meetzelt so zwoa, drei Stonn on der eröm!
On als dewei gewöäsche von der Krankeschwester! Noacht dut der dir e lang Hem on on doa wüescht en dei Bett gelegt.
„On die Strömp on de Onnerhose?" — —
„Doa konnst de niest gemach — sie donn der alles eweck: Stomp on Fürwes on Önnerhose on aach noch dei Schlappe, ban de dich aach doadron em Bett g- wehnt hoast; ban der doa die kall Luft on die Ban kömmt, doa schuckert dichs".
Doa zog sich der Wenzel en die Läng on besohn sich lang; noach säre: „Doa moag der Oarm meintwege lohm währ! Ich well mer niet aach noch mein Knoche em Bett derfrier". „Ich sein noch e wenk jong zum Sterwe!"
Vseimatdundpost.
Alle „Helfer" sind freundlichst gebeten, Paö folgende vor dem Verteilen zu lesen und danach $ u handeln.
3 $ Habs gewagt", kann der Heimatbund wohl sagen mit dem großen Wagehals, unserem rr engeren Landsmann Ulrich von Hütten. Lang genug hats gedauert und der Umfang ist bescheiden — bezahlen können wir diese Nummer aber trotzdem nicht ganz. Und ich will gleich hinzufügen: im August soll auf jeden Fall eine Hutten-Nummer erscheinen. Wie stehtS nun mit unseren Geldmitteln? Im ganzen sind wir nicht enttäuscht worden. Der erste Widerhall auf unsere vorige Bitte kam aus Oesterreichs!), in deutschem Geld, reichlich, schon anfangs Januar. Das war ein guter Anfang und machte Freude. Eine freundliche Oberländerin in Marburg, der ich Werbenummern gesandt und die einst daheim noch den SchubkarrnSpeter selbst seine Geschichten hatte erzählen hören, sandte den Betrag für mehrere Nummern und schrieb, sie habe beim Lesen vor sich hinsagen müssen: Muttersprache, Mutterlaut. . . Ja, so haben wir es uns je gedacht, daß „Unsere Heimat" wirken solle. Deshalb bleiben auch die in der „Zerstreuung" unsere stärkste Hossnung. Auch ein Dollar sogar kam überS große Wasser von einem, der seine Heimat nicht vergessen mag. Und bei dem großen Respekt, in den dieser Beherrscher des Marktes seit Jahren die ganze und vornehmlich die deutsche Welt setzt, müssen wir besonders dankbar dafür sein und sind es auch — aber ich kann das nicht verschweigen: ich wundere mich, daß nicht mehr dieser schicksalschweren Scheine den Weg zu uns gefunden haben, daß nicht noch manch andrer Schlüchterner, der in jenem valutastarken Lande seine nun wieder arm gewordene Heimat lieb behalten hat, Anlaß nahm, uns mit einer solchen, für ihn doch kleinen Gabe zu erfreuen. Ich weiß wohl, daß sie sonst zur Steurung der Not ihrer deutschen Heimat viel aufwenden. Aber der „ He i m a t b u n d " ist auch in Not. Auch von unseren einheimischen Mitgliedern sind die Beträge nach und nach, wenn z. T. auch etwas spät eingegangen. Nun aber heißt's: aushalten. Diese Nummer kostet uns mit allem um 250 Mark. Alle, die bisher nur die angekündigten 100 Mark aufgebracht, haben also 50 Mark von dieser Nummer bezahli. Die nächste wird selbstverständlich wesentlich umfangreicher und schon darum teurer. So erbitten wir als Vorauszahlung wenigstens den Betrag in Höhe der Selbstkosten der jetzigen, das wären also für beide 450 oder rund 500 Mark, und ich meine, das sei nicht viel. Was wir mehr bedürfen, werden wir s. Zt. nachfordern; für
alle, die höhere Beträge schon gegeben haben, gilt diese Rechnung natürlich nicht. Sie bleiben ihrer Selbsteinschätzung überlassen. Nur darum möchte ich noch freundlichst bitten, unsere Geldangelegenheit diesmal möglichst schnell zu erledigen, damit wir alsbald erfahren, für wieviele wir uns zu rüsten haben.
Eben lese ich, daß das Porto der nächsten Nummer allein um 200 Mark betragen wird. Selbst wenn sie nicht stärker würde als diese, würde ihre Herstellung mehr als das Doppelte kosten. So wird jedermann einsehen, daß sie nur gedruckt werden kann, wenn uns mindestens 1000 Mk. vorher eingesandt werden statt der oben genannten 500 Mk. Herzlichen Heimatgruß!
Frisch korn, Pfr.
flls Düngergaben für „Unsere Heimat" sandten Herr Lehrer Basermann, Eiben 100 Mk., Frau Groß hier 500 Mk., Frau Steinmeyer, hier 200 Mk., Herr Ph. Walther, Frankfurt 100 Mk., Herr Battenhausen, hier 200 Mk., Frau Drucker, Hamburg 100 Mk., Herr Architekt Weichel, Steyr 1000 Mk., Graf Brandenstein—Zeppelin 1000 Mk., Frau Kern, Heidelberg 100 Mk., Frau Prorektor Nielsen, Kiehl 100 Mk., Herr Dr. Fcnner, Soden 200 Mk., Frau M. Wolf, Frankfurt 400 Mk., Frau Dr. Butte, Dresden 400 Mk., Herr Schmidt, Langendiebach 100 Mk., Frau Rosenthal, Osterode 1000 Mk., N. N., hier 500 Mk., Herr v. Czarnecki, Weilers 200 Mk., Herr Wertheim, Fulda 400 Mk., Herr Med.-Rat Dr. Cauer, hier 1000 Mk., Ungenannt 100 Mk., Frau Dr. Schiele, Berlin >00 Mk., Frau Dora Kiefer, München 200 Mk., Herr Dr. Walther Kiefer 200 Mk., Herr Ober-Kreissekretär Schültheiß, hier 200 Mk., Frau W., hier 100 Mk., Herr Curt Steinmeyer 200 Mk., Herr Mauser, Frankfurt 100 Mk., Herr Georg Anders, Leipzig 400 Mk., Herr W. Geisel, Frankfurt 100 Mk., Herr Wörner, Cassel löOMk., Herr Apotheker Zeise, Sterb- srih 150 MK., Herr Henning, Offenbach 100 Mk., Frau Anna Immel, hier 200 MK., Herr Romeiser, Vollmerz 1000 Mk., Frau Schlier, Frankfurt 400 Mk., Frau Lippelt, Braunschweig 100 Mk., Her Major Roth, Ahlersbach 400 MK., Herr Blum, Ahlersbach 50 Mk., Herr Dörr, Hinkelhof 200 Mk., Herr Forstmeister Wetzel, Elm 50 Mk., B. B. 1000 Mk., Herr Rektor Köhler, hier 200 Mk., Reinhard Müller, Caffel 100 Mk., Ortsgruppe Elm 3310 Mk., Herr Amtsgerichtsrat Hadermann 1500 MK., Herr Emil Simon, Dresden 1000 Mk., Herr Rosenberger, hier 100 Mk., Frau Hafner, Langenselbold 200 Mk., Herr Lehrer Schimmelpfennig 500 MK., Herr Karl Schäfer, hier 20 Mk., Frau Hofhainz, Blankenlohe 100 Ma., Herr Hüttendirektor Ro- meifer, Oberhausen 3000 MK., Herr Beringer, Altengronau 50 Mk., Herr Battenhausen, hier 1000 MK., Ungenannt 2000 Mk., Herr Georg Strott, Hersfeld 500 -MK., Frau Zimmermann, Buschhutten 500 Mk., Frau Baronin von Stumm 15000 Mk., Herr von Kühlmann 15000 Mk., Frau von Kanstein 50 Mk., Herr Brauer, Frankfurt 500 Mk., Ungenannt 200 Mk. Sammlung Heimatbundabend in Sal- münster 6000 Mk. Herzlichen Dank!
Der Vorstand des Heimatdundes:
Medizinalrat Dr. Cauer.
Als Manuskript gedruckt: H. Sstinfeld Söhne, Schlüchtern. Schriftleitung: Pfarrer Frischkorn, Wallroth. Verlag des Heimatbundes in Schlüchtern. Postscheck-Konto 80311 in Frankfurt a. M.