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regierender Fürstenhäuser. Die jährlichen längeren Besuche Ludwigs 1. hörten mit dem Jahre 1848 auf, als er zu gunften seines Sohnes Maximilian II. auf die Krone verzichtete. Aber auch in den folgenden Jahren war Brückenau ein beliebter Aufenthalt der Regenten und Prinzen Bayerns. Im Jahre 1857 hielt sich daselbst auf außer dem König Max II. und seiner Gemahlin die Kaiserin von Rußland mit ihren Kindern, die Großfürstin Maria von Leuchtenberg, der Kronprinz und die Kronprinzessin von Württemberg, die Prinzen Karl und Alexander von Hessen und verschafften den Heilquellen einen europäischen Ruf.
Im Jahre 1866 wurde das Bad wieder von kriegerischen Ereignissen berührt, indem am 9. Juli die preußische Division Beyer über Brückenau nach Hammelburg, die Division Goeben über Brückenau nach Kissingen marschierten, wo die Gefechte stattfanden. In Iüntersbach erzählt man sich noch von den Verwundeten, welche damals nach dem Bad gebracht wurden. Im Jahre 1873 kaufte die Königin Amalie von Griechenland den Fürstenbau mit Schloßgarten von dem bayerischen Hofe. Sie starb nach zweijährigem Aufenthalt, und das Schloßgut kam in Privatbesitz der Frau v. Budberg, geb. Prinzessin v. Galizin. Da ein Teil von Iünteröbach früher zu Bayern gehörte, liegt auch noch ein Teil der Grundstücke in der Gemarkung dieses Dorfes, also im Kreise Schlüchtern.
Vom 1. Oktober 1875 ab wurde das Bad nicht mehr vom Staate selbst bewirtschaftet und verwaltet, sondern in verschiedenen Zeitabschnitten verpachtet, (10 Jahre an die Herren Zier und Wähler, 10 Jahre an Herrn Joseph Metzner auö Bamberg, 24 Jahre an Herrn Kommerzienrat Roth aus Bamberg, von 1921 an an die Herren Fritz Ott und Karl Reinhardt). Von der größten Bedeutung für das Bad wurde die im Herbste des Jahres 1891 erfolgte Eröffnung der Lokalbahn Joffa—Brückenau, welche später bis Wildflecken ausgebaut wurde. Im Jahre 1897, in dem das 150jährige Jubiläum gefeiert wurde, enthüllte der Regent das vor dem Kursaalbau errichtete prächtige Denkmal Ludwigs I. Auf einem mächtigen Sockel ruht die nach einer Skizze des berühmten Ferdinand v. Miller vom Bildhauer Weidner in Kissingen hcr- gestellte Statue. Sie stellt den König sitzend dar, in der Rechten hält er den Plan des Kursaalbaues, mit der Linken läd er die Kurgäste ein, in den herrlichen Bau einzutreten. Das moderne und äußerst vornehme Kurhotel, welches neben 80 Wohn- und Schlafzimmern drei große Speisesäle, mehrere Gesellschaftsräume und Salons enthält, wurde im Jahre 1900 eröffnet. Es liegt dem Elisabethenbau (sogenannt nach der Kaiserin Elisabeth, die sich im Jahre 1898 hier aufhielt), gegenüber. Die Kurhäuser „Löwe" und „Schwan" wurden im Jahre 1908 fertiggestellt; 1918, 1919 und 1920 wohnte im letzteren die Kronprinzessin Cäcilie, auch Prinz Oökar mit Gemahlin, die im Jahre 1920 in Züntersbach ihrer Wahlpflicht genügten, benutzten diese Räume. Die beiden selten schönen Kirchen (katholische und evangelische), die sich in ihrem Baustil und ihrer Umgebung ganz dem Gesamtbilde anpaffen, wurden 1911 fertiggestellt. Und dieses Gesamtbild ist eines jener Landschaftsbilder, die sich dem Geiste unvergeßlich einprägen. Kein Wunder also, daß vor dem
Kriege immer wieder dieselben Besucher kamen und daß viele »on ihnen ihrem Heimweh nach diesem lieb- Jchen Orte mit der Feder in der Hand in Poesie und Prosa Ausdruck gaben. So schreibt Hofrat Dr. O. Diruf: „Wie es unter den Menschen einzelne besonders glücklich angelegte Naturen gibt, die oft weit entfernt, zu den sogenannten geistig oder äußerlich glänzenden, blendenden Erscheinungen zu gehören, doch schon bei der ersten Begegnung durch die Lauterkeit ihres Blickes, durch ein anspruchsloses, gemütliches und sinniges Wesen nicht nur einen angenehmen Eindruck aus uns machen, sondern uns anziehen, fesseln, ganz für sich gewinnen, so gibt es auch Gegenden und Orte, die analog jenen bevorzugten Menschennaturen auf unser Inneres wirken, im ersten Augenblicke schon unsere Zuneigung erringen, sehr empfängliche Gemüter sogar ganz hinreißen, bezaubern — und ein solcher Ort ist Brückenau."
Denn wenn ein Mensch in seinen Schmerzen noch freundlich andere beglückt, der fühlt in seinem tiefstem Herzen, wie Gott ibn an das seine drückt!
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64. Standfestigkeit
Nls Sondergaben für „Unsere Heimat" sandten Herr Lehrer Wiederhol!;, Roßdors, 10 M., Frl. Luise Freund, Weitmar 10 M, Herr Hohmann, Essen Hügel 30 M., Herr Kopitz, hier 10 MK., Schwester Sophie Greh, Cassel 20 MK., Herr Lehrer Weitzel, Hanau 10 M., Ungenannt 15 MK., Herr Dir. Dr. Hüttler, Heidelberg 20 M., Herr Lehrer Feik, Gersfeld 10 M., Herr Hegemeister Graß, Oberrodenbach 10 M., Herr Battenhausen, hier 10 M., Herr Wirkl. Geheimrat Rabe, Wiesbaden 20 M., Herr Amtsgerichtsrat Haffenkamp, Neuhof 40 M., Herr Jean Freund, Hanau 10 M., Frau Elfe Lippelt, Braunschweig 15 M., Herr Lehrer Rüster, Rheidt20M., Frau Staatsanwaltschaftsrat Knahts, Elbing 20 M., Herr Buchdruckereibesitzer Eckardt, Langen 15 M., Her Sem. Direktor Dr. Lewin, Lüneburg 30 M., Herr Lehrer Ohl, Hanau 12 M., Frau Maria Sack, Gießen 40 M., Ungenannt 40 M., Ungenannt 10 M., Herr Sebastian Lang, Hohenzell 10 M., Herr Kreß, Hohenzell 14 M., Herr Jakob Röder, Hohenzell 4 M., Herr Simon, Hohenzell 4 M., Herr Förster Schneider, Hohenzell 15 M., Herr Schreiner Kolb, Hohenzell 4 M., Herr Heil, Hohenzell 4 M., Herr Lehrer Dörr, Hohenzell 10 M., Frau Schwam- berger, Frankfurt 10 M, Herr Lehrer D'hen, Leifenwald 10 M, Herr Lehrer Euler, Oberrad 10 M., Witwe Kahl, Gundhelm 6 M., Frau Anna Hofhainz, Dlankenbach 10 M., Herr Martin Beringer, Altengronau 20 M., Her Sollt Seelig 20 M., Herr Lehrer Reuß, Schwabendorf 10 M.
Herzlichen Dank!
Der Vorstand des Hermatbundes-
Medizinalrat Dr. Cauer.
Als Manuskript gedruckt: H. Steinfeld Söhne, Schlüchtern. Schriftleitung: Pfarrer Frischkorn, Wallroth.
Verlag des Heimatbundes in Schlüchtern. Postscheck-Konto 80311 in Frankfurt a. M.