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Nr. 4/5/6 c^c^ß^t^t^tßsß^t^c^^ Unsere

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Schwan, die z. T. noch vorhanden sind, oder ihre Namen auf den modernen Ersatz vererbt HZben. Auf der Höhe des terrassenartigen Gartens erhob sich das' Wirtshaus, welches den Namen Roß erhielt. Der Nachfolger Amand von Busecks, Fürstbischof Adalbert II. von Waldendorf konnte sich um daö Bad nicht küm^ mern. Infolge des siebenjährigen Krieges mußte er auf seine Besitzung Johannesberg im Rheingau flüchten, wo er auch starb. Umso größere Fürsorge ließ dessen Nachfolger Heinrich VIII. von Bibra (1759—1788) dem Bade angedeihen. Zunächst ließ er einen Konver- sationssaal errichten und die Mineralquellen von Hof­apotheker Lieblein in Fulda chemisch untersuchen. Das Wirtshaus Roß wurde zum „Fürstenbau" umgebaut, in welchem von Bibra seine Wohnung nahm. Eben­so ist das heute noch stehende Jnspektionshaus unter seiner Regierung entstanden. Auch für die Unterhaltung sorgte er, indem er östlich von dem terrassenartig an­gelegten Garten das Komödienhaus errichten ließ, in welchem Theaterstücke und Operetten im Geschmacke der damaligen Zeit zur Aufführung gelangten. (Gehört jetzt zu „Hotel Füglein".) Eine eigentliche Badeanstalt war seither noch nicht vorhanden, die Bäder wurden in den Wohnzimmern zubereitet. Im Jahre 1779 ließ der Fürst dem Jnspektionshaus gegenüber ein BadehauS errichten. Der Besuch nahm immer mehr zu. —

Zu dieser erhöhten Frequenz trug, wie der Verfasser der Festschrift zur hundertjährigen Jubiläumsfeier sagt, außer der Heilkraft der Mineralquellen, der Menschen­freundlichkeit des Fürsten, der Anmut der Gegend und dem billigen Preise sowohl der Lebenömittel als der Getränke, auch besonders der Johannesberger aus dem Rheingau — der köstlichste aller Rheinweine war da­mals Eigentum der Fuldaer Fürstbischöfe — sehr viel bei. Heinrich VIII. von Bibra hat sich also um das Bad große Verdienste erworben. Heute hängt sein Bild im Vorraum des KursaaleS.

Die Regierungözeit seines Nachfolgers Adalbert III. von Harstall fiel in eine politisch sehr bewegte Zeit. (Französische Revolution). Trotzdem blieb das Bad auf der Höhe und erreichte im Jahre 1792 den Be­such von 402 Kurgästen. Hierzu hat wohl auch ein Ereignis beigetragen, das unter den obwaltenden Zu­ständen kaum begreiflich erscheint. Es fand nämlich auf Veranlassung des Badearztes Hofrat Dr. Zwierlein in Brückenau eine „Deutsche Nationalversammlung von Gräfinnen und anderen Damen vom ersten Rang" statt. Diese „Nationalversammlung" sollte über eine passende Badekleidung beraten, welche grundlegend für die ZukunftSmode sein sollte. In seinem Aufruf stellt der Badearzt folgende Forderungen an die Bekleidung: 1. Die Kleidung muß leicht und bequem zu tragen sein, um ohne alle Mühe darin spazieren gehen, tanzen, fahren und reiten zu können; 2. darf sie nicht viel Zeit zum Anziehen erfordern; 3. muß sie den Körper zieren, allgemein gut kleiden und dessen Reize erhöhen. Es soll dann auch wirklich eine „Badeuniform" er­funden worden sein.

Daß das Bad weiterhin emporblühte mag wohl auch dem Umstand zuzuschreiben sein, daß in der Zeit von 1792—1796 zahlreiche hochgestellte, auch fürst­liche Personen sich längere Zeit dort aufhielten. Die Kurlisten dieser Jahre führen den König Friedrich Wilhelm II. und den Kronprinzen Friedrich Wilhelm von Preußen, den Landgrafen von Hessen-Vothenburg, den Fürsten von Reuß, den Erbprinzen von Hohenlohe-

ksSimat ß2ß3ß5ß5ß2ß2ßi>ߣßs2ßi>ß5ßi> Seite 31

Jngelfingen und andere Fürsten, Prinzen und Prin- . zessinnen auf.

Sehr zu leiden hatte das Bad im Herbste des Jahres 1796, als die von dem Erzherzog Karl von Oesterreich bei Würzburg geschlagene französische Armee unter Jourdan auf der Straße über Brückenau und Fulda den Rückzug antrat. Die Finanzen des Fuldaer 5 Landes wurden durch die Requisitionen vollständig zerrüttet. Der Fürst war deshalb auch nicht mehr in der Lage, finanzielle Aufwendungen für das Bad zu machen und verpachtete es an einen französischen Emigranten (Herrn von Robertson, Kaution 11 000 Gulden, Pacht­schilling 2000 Gulden).

Im Jahre 1802 erfolgte die Säkularisation des Fürstentums Fulda, und der Prinz Wilhelm von Oranien-Naffau, der es in Besitz nahm, hegte die schönsten Pläne zu dem weiteren Ausbau des Bades. Weil er aber mit den Preußen gegen die Franzosen kämpfte, wurde nach der Schlacht bei Jena das Fürsten­tum Fulda 4 Jahre lang unter französische Herrschaft gestellt. Der seitherige Pächter wurde nach zwei Jahren von dem Freiherrn von Berlepsch auf Seebach abgelöst, welcher 900 Gulden Jahrespachtsumme zu zahlen hatte. Die napoleonischen Kriege wirkten auch in den folgenden Jahren ungünstig auf die Entwick­lung des Bades. Eine Besserung trat auch nicht ein, als im Jahre 1810 das Fürstentum Fulda ein Be- ' standteil des Großherzogtums Frankfurt unter der Regierung des Fürstprimas Karl von Dalberg wurde. Der Pächter des Bades gab sich auch nicht große Mühe, sodaß schließlich die Frequenz auf eine kleine Anzahl Kurgäste herabsank. Eine Pachtsumme konnte deshalb gar nicht mehr verlangt werden. Diese Ver­hältnisse bestanden auch weiter, als nach der Völker­schlacht bei Leipzig der Rheinbund und mit ihm das Großherzogtum Frankfurt aufgelöst wurde und das Fuldaer Gebiet unter österreichische Verwaltung kam.

Eine neue Blütenperiode beginnt erst wieder als im Jahre 1816 durch den Wiener Kongreß der Bezirk Brückenau zum Königreich Bayern kam. Die bayerische Regierung übernahm zunächst selbst die Verwaltung des Bades und richtete eine „Badinspektion" ein. Eine von einem Würzburger Professor vorgenommene Untersuchung der Quellen hatte ein günstiges Resultat.

Ganz besonders günstig gestalteten sich die Verhält­nisse als der bayerische Kronprinz, der nachmalige König Ludwig I., mit seiner Familie jährlich mehrere Monate das Bad besuchte. Der Fürst, welcher einen außerordentlichen Sinn für Kunst- und Naturschönheit besaß, verschönerte und erweiterte die Kuranlagen, Wald­wege, Ruheplätze und Aussichtspunkte, welche heute noch nach ihm und seiner Familie benannt werden. (Ludwigs-, Theresien-, Maximilians-, Otto-, Luitpolds- . und Adalbertplatz). Von den baulichen Veränderungen, die König Ludwig I. vornahm, ist besonders bemerkens­wert der Umbau des Fürstenbaues zur Residenz und der Bau des großen Kursaales. In ersterem wurde ein geheimes Regierungskabinet eingerichtet und der Stallbau zu Wohnungen umgeändert. (Das heutige Schloßhotel.) Am 25. August 1827 legte der König in Anwesenheit des Hofes den Grundstein zu dem Kursaalbau. Dieser im Stile der edelsten italienischen Renaissance aufs geschmackvollste ausgeftattete Monu­mentalbau ist in seinen edlen harmonischen Verhältnissen einer der schönsten Kursäle der Welt.

Brückenau wurde immer mehr der Treffpunkt führen­der Persönlichkeiten, vor allem auch der Mitglieder