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on hat als die Honnetmoarkschein en der Hand. Ich gläb, sie hat dreißig Moark für'sch Pond gawe!" — „Joa, doaö seinse, bu'S Geld verdiene! Die Städter on die Beamte mit de hoche Gehälter! Die konne'ö gemach!" — Off änmoal fuhr mesch durch die Gedanke; boas ich vonr Säuje ze wenk soll krieg, doas well mein Schnürje on ihre Säu mehn erausfütter on de Speck gut verkaff. Bann ich dreißig Pond ze wenk krieg, Speck und Flääsch enanner gerechent, es Pond nur zu 20 Moark, doas gitt sechshormet Moark. On doas soll on meim Debedatssäuje erauSgeschonne wer! Himmel Gewitter!" — On ich kriegt e Wut üwer doas höngericht Schinnoast on üwer mein Jong, daß e sein Voadder on sei gut aal Mödderje ver- löäßt; on bie ich häm kom, loag mei Durt em Bett on schreit so hämelicht für lauter Brast — doa honn ich mir ’r geschreit bie e klän Kend — niet öm die boar Pond Flääsch, na, daß der Drach onS Kend von ons roabwennig gemoacht hoat! — Ich honn em äwer om annen Murje doch noch emoal es Maul gegönnt. „HanneS", säär ich, „doas gittö niet, doas mit dem Berjelje; ich verlang mein honnetonfufzig Pond Schloachtgewicht. Boas mehn is, bezoahl ich der!" Äwer hean woar schon ganz verstockt on secgt: „Voattcr, Ihr braucht niet gleich so en Zürn ze krieje. Ich well niest Unrechtes von Euch; bie's geschriewe is, so kriggt 'r, boas Euch gehüet. E Sau von honnetonfufzig Pond, doas is c lawendigeö." On doa droahl e sich eröm on gong in die Scheuer on ließ mich steh. —
, So ebbes muß mer on seim Kend erleb! Etz well ich emoal de Affegoat frääg, bie doas mit dem Ver- troag sein Gelenk hoat. Ich honn joa noch e Äckerje für mich behalle; bann ich verlirn, moags draufgeh! Äwer etz well ich mei Recht, moags kost, boas well! Honn ich niet Rächt?"
Weste se, Herr Lähre, boas ich 'm gesäät hon? „Jakob", sär ich, „Du bist en Ues! Hoast de dann
noch goar niet dron gedoacht, daß Du on Dein Durt niet mehn weit vom Groab steht? Reiß Dich niet on du (tue), bie bann niest gewest wöar. Du aaler Kerle mußt doch mehn Verstand hoa bie der Läusjong; es Reumennje kömmt ömmer; löäßt Dus niet zu Deiner Dür enei, süchts sein Gelegehät bei Denn Jong, velleicht sogar beim Schnürje. Du mußt bedenk: Der Deiwel föärt alleweil oachtspännig on hoat all sein Stalling vohl stenn: Hannelsleut on Bauer, Vür- nehme on Gerenge, Mannsleut on Weibsleut, Aale on Jonge, Christe on Jüre. Die Mensche sein all bie behext vom Lombegeld on verlirn ihr Gewesse on ihren Herrgott. On es sieht aus, bie bannst niet annescht könnte. DoaS is aach e Kranket, äwer e schlimmer bie die Cholera. On jerer behaupt aach noch, hean wöär ein Recht on hält sich üwer anner Leut aus. — Jakob üwerleg desch noch emol on verkloag Dein Jong niet; es Unglück wärd nur noch größer!" No, boas määne se? Hean guckt mich ganz öärgerlich on on tronk sein Kennje aus on gong fuet — groad zum Affegoat! So ’n Deckkoop! —
In Bewera mußte mer ons trenn. Äwer die Geschichte ließ mer kän Ruh. Für e boar Doag hare mer Besuch von ’r Krankeschwester aus dem betreffende Durs. Ich sroagt se gleich noach dem aale Jakob on bie die Sache auSgefalle wär. Sie wur ganz traurig on säät: Es woan schon zween Dermine. Der Amtsrichter on alle Leut roare zum Vergleich. Es ganz Durf schämt sich. Die aal Fraa flennt Doag on Noacht. Der Aal setzt ein Wirtshaus, säuft on schimpt über sein Jong on sein Schwiegerdochter. Die Lies speutzt, bann se on ihrem Schwiegervvatter verbeigeht. Sünst verkafft se Drääk. Die Enkelerje strecke ihrem Ällevpatter on ihrer Aller die Zonge raus. Öm e boar Pond Flääsch!
On der Deiwel guckt durch'? Urhäuwelsloch eraus on lacht!
Walther.
«T»
flltes vom GerichtHerolz und seinen drei Dörfern frerol^, Sannerz und Weiperz.
Von Med.-Rat Dr.
Die Kirche in Herold und noch einiges von seinem Gericht.
je Dörfer Herolz, Sannerz und Weiperz gehörten in der frühsten Zeit kirchlich zur Parochie Ram-
Holz, die im Jahre 1039 durch Abt Richard von Fulda dem Kloster Schlüchtern zugeteilt wurde. Noch bis ins 18. Jahrhundert hinein sind die Beiträge, die Herolz und Sannerz zur baulichen Unterhaltung der Kirche in Ramholz zu leisten hatten, Zeugen dieses einstigen Zuge- hörigkeits-VerhältnisseS gewesen. Wann Herolz zu seinem eignen Gotteshaus gekommen ist, läßt sich heute nicht mehr bestimmt sagen. Man wird aber wohl annehmen dürfen, daß fein erstes Kirchlein nicht allzulange nach dem Jahre 1039, in dem das Kloster Neuenberg in seiner Gemarkung festen Fuß faßte, von den Benediktinern dieses Klosters aufgerichtet sein wird, wenn auch die ersten urkundlichen Nachrichten, die auf das Bestehen einer Kirche in Herolz hindeuten, erst aus dem Ende des 14. Jahrhunderts stammen.
Zum ersten mal im Jahre 1387 findet sich ein Herol- zer Pfarrer urkundlich erwähnt. 9. Apel von Zell,
Cauer, Schlüchtern.
Pfarrer zu Herolz, bekennt in diesem Jahre in einer Urkunde, zusammen mit dem Schlüchterner Schultheißen Heinrich von Kinsheim einer Amtshandlung des Abts Wilhelm von Schlüchtern beigewohnt zu haben. ■ Noch einmal wird ein Pfarrer von Herolz kurz vor dem Ausgang desselben Jahrhunderts in einigen Urkunden genannt. Er hieß Konrad Prüscher 2) und war, bevor ihm Ende des Jahres 1399 das Pfarramt in Herolz übertragen wurde, längere Zeit Kaplan an der St. Katharinenkapelle im Kloster gewesen. Hieraus wird man schließen dürfen, daß im letzten Viertel des 14. Jahrhunderts zum mindesten gewisse Beziehungen zwischen dem Pfarramt in Herolz und dem Kloster Schlüchtern bestanden haben, wenn man nicht ohne weiteres annehmen will, daß die in den Urkunden genannten Herolzer Pfarrer Konventualen des Klosters Schlüchtern gewesen seien, und daß das Pfarramt in Herolz damals von solchen versehen worden sei. Ob und wie lange diese Beziehungen der Herolzer Kirche
*) Reimer IV 445.
-) Reimer IV 824, 827, 828 und 832.