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Aehnliche Sorgen bestehen für die werktätige Bevölkerung unseres östlichen Kreiöteiles durch das Eingehen der Elmer, der Sannerzer und der S t e r b f r i tz c r industriellen Werke, die vielen Arbeitern unserer Heimat lohnenden Verdienst und festen Sitz auf der Heimatscholle gesichert hatten. Die Bemühungen, auch hier Ersatz durch Inbetriebsetzung neuer Industrien zu schaffen, haben für Sterbfritz bereits Erfolge gebracht und werden hoffentlich auch noch für Am, Hütten und Sannerz eine befriedigende Lösung finden.
In den Zeitungsberichten über die zunehmende Zahl der Verbrechen gegen Eigentum und Leben hat leider auch unsere Heimat ihren Anteil. Besonders ist der Herr der abgelegenen Gehöfte auf Selbstverteidigung an-
terial sein für den Unterricht in Geschichte des deutschen Volkes. Das religiöse und sittliche Leben unserer Altvordern wie des gegenwärtigen Geschlechts wird den Blick unseren Knaben und Mädchen öffnen zur Kenntnis und Unterscheidung von Recht und Unrecht, von Häßlichem und Schönem. Betätigung jeder Art u n - s e r e r werktätigen und geistig arbeitenden Heimat- genossen wird sie emführen in die großen Werkstätten und in den Handel des ganzen Volkes, wie in die für sie in Betracht kommenden geistigen Güter der großen Gemeinschaft. Dieses „Heimatbuch" soll ebenso auch seinen Platz finden im Hause, soll gelesen werden von den Alten. Und es soll dies der Gewinn sein: Aus dem Verständnis der engen Heimat zum Erkennen des hohen Wer -
Vauernhos in Rnmhol^ Phot. von Buß.
gewiesen. Unsere Landleute sind häufig noch viel zu vertrauensselig gegenüber landfremdem Volk, das bettelnd oder hamsternd günstige Gelegenheit zum Einbruch auskundschaftet. Wie kommt es, daß Einbrechern oft sehr hohe Summen von Papiergeld in die Hände fallen? Ist nicht die Schadenfreude Unbeteiligter am Gelingen des Verbrechens zu verstehen? —
Umsomehr ist es an der Zeit, in erhöhtem Maße an der sittlichen und religiösen Bildung unseren Jugend zu arbeiten. Kleinarbeit im kleinen Kreise, in der engen Heimat ist vor allem nötig. Unsere Schuljugend soll ein „He imatbuch " erhalten. Dieses wird den gesamten Unterricht und die Erziehung auf die Grundlage der Heimat stellen. Das Leben in Garten, Feld und Wald, wie es sich in unserem Hausgarten, auf unseren Aeckern, unseren Wie sen, in u n s e r e m Walde, im Verkehr unserer Menschen mit unseren Gesteinen, Pflanzen und Tieren abspielt, wird in Erdkunde und Naturkunde in Vordergründe stehen. Begebenheiten aus der Geschichte auf dem Boden unserer Heimat werden das Bauma-
tcs des großen Vaterlandes! Von der Liebe zur H e i m a t s ch 0 l l e zur Liebe und Opferfreudigkeit zum ganzen deut- s ch c n Volke !
Zu dieser Arbeit für unsere Jugend soll und wird treten ein neues Arbeiten zur Ertüchtigung unserer schulentlassenen Jugend, der Jugendpflege, das auf neue Grundlagen gestellt werden muß, nachdem alle bisherigen Bemühungen fast gar keine oder nur Scheinerfolge gebracht haben. Der Aufruf an das freiwillige, selbsttätige Jungvolk, den Leitern und Helfern auf ganzem Wege entgegenzukom- men, hat bereits freudigen Widerhall gefunden. Vortrupps stehen in Scharen bereit, Helferdienste zu leisten. Trotz aller Klagen über die „Verdorbenheit" und „Entartung" unserer Jugend wäre es töricht und ein Unrecht, an der Hoffnung zu ihrer Gewinnung zu verzweifeln. Wer die Jugend hat, hat die Zukunft! Wer die Jugend emporfü hrt, hilft an der Rettung von Volk und Vaterland! Walther.