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Heimat c^<^^<^<^m^<^<^m^<?ci Seite 7

brot, eine Fleischbrühe, ein warmes Zimmer als Glück anzusehen. Der Versailler Friede wirb' uns zwingen, das auch fernerhin zu tun. Darüber hin­aus muß es unsere Pflicht sein, Einschränkungen in allem, was nicht sein muß, zum obersten Gesetz zu machen. Blickstellung auf unseres Reiches Schulden! Keine Ausgabe, die mit unseren Schulden in Zu­sammenhang zu bringen ist! Selbstverständlich keine französischen Parfümerien, aber auch keine deutschen (wir wollen sie dem Ausland verkaufen), selbstver­ständlich weniger Zigaretten, schon damit sie ein sel­tener Genuß und nicht ein täglich im Lande Mil­lionen fressendes Bedürfnis bleibe, selbstverständlich Schonung jedes Bleistifts, Bescheidenheit in der Wahl des Briefpapiers (für das Inland sollte ein Format, eine Qualität genügen), selbstverständlich auch Vermeidung nicht notwendiger Trambahn­fahrten. Die Trambahn gebraucht Kohlen, Kohlen aber verlangt das Ausland. Du siehst: Der Deutsche muß in tausend Dingen neu denken lernen und es wäre sehr gescheit, wenn der Kultusminister das den Kindern schon in der Schule beibringen ließe. Mö­gen die Reichgewordenen vergeuden wir müssen eine Auszeichnung und unsere Würde darin suchen, eine Kaste der gebildeten Sparer und wahren Va­terlandsfreunde heranzubilden. Freunde des Vater­landes. Hüter unserer besten Traditionen aber auch in einem anderen Sinne! Im rein geistigen, im wahrhaft kulturellen. Ich sehe da keineswegs trübe in die Zukunft. Von den Männern, die sich in Hoch- schulkursen und anderen Volksbildungsbestrebungen umtun, hören wir, mit welcher Begier sich die Ar­beiter um Wissen und Erkenntnis bemühen. Es müßte nicht mit rechten Dingen zugehen, wenn aus diesen Kreisen unserem Bunde der vom Reichtum Unab­hängigen nicht ein Stamm Heranwüchse, der mit uns geht. Mit ihnen zusammen und sie sind uns schon näher, als die heute mit abgestempelter Bildung Markierten glauben mit ihnen zusammen können wir ein neues Bürgertum bilden.

Die Frau: Wird nicht Gegensätzliches, Feind­seliges bleiben? Keine Gewalt der Gründe besiegt den Groll des Handarbeiters gegen den Kopfarbeiter!

Der Mann: Ich glaube das nicht. Schon be­rühren wir uns mit ihnen, durchdringen sie, und sie uns. Die Einsicht vom Gemeinsamkeitsinteresse wächst täglich. Was sollte uns in unserer Republik auch trennen? Der Arbeiter weiß schon, daß er ohne den deutschen Gelehrten, Ingenieur, Erfinder, Unter- nehmungsleiter nicht existieren kann, und wir spüren

täglich aufs empfindlichste, daß uns der Kohlenberg- arbeiter, der Eisenbahner, der Elektrizitätshelfer, der Bauer, matt setzen kann. Noch einige Erfahrungen und dann weiß es jeder im Lande und richter sich danach. Die Einsichtigen im anderen Lager wer­den sich unserer vereinfachten Lebensführung an- schließen und unserer inneren hoffentlich auch.

Die Frau: Vergiß nicht, daß Zucht gezogen sein will. Ueber Nacht erzwingst Du sie nicht.

Der Mann: Weiß ich, weiß ich. Aber: Gute Beispiele veredeln die Sitten, locken zur Nachahm­ung. Zunächst haben wir ja selbst wieder zu lernen: Die Freude am tiefen Buch, die Abkehr vomBe­trieb", vom äußeren Schein, die vornehme Gesellig­keit bei einer Tasse Tee, das um Erkenntnisse rin­gende Gespräch oder die Plauderei mit guten Freun­den, die Unterhaltung, die, wie man am Rhein sagt, unter der Lampe" kommt, den genußvollen Spa- tziergang in die Nähe, anstelle des üblichen Aus­flugs an den Rhein oder in die Bergstraße, den Be­such unserer jammervoll verödeten Museen, die Freude, am verregneten Sonntagnachmittag sich mit einem Klassiker zu beglücken. Mit alledem kommen wir fchon eine Strecke! Mögen die Sieger uns aus­quetschen und verachten, wenn wir uns nur selbst Haltung geben und uns achten können.

DieFrau: Ich sehe schon Deinen idealen Sonn­tagsausflug: Nach dem alten Bilde aus unserer Eroßeltern Zeit, wo an den Gartenwirtschaften ein Plakat hing:Hier können Familien Kaffee kochen".

Der Mann: Warum nicht? Nur mit dem Un­terschied,' daß wir den Kaffee in Thermos-Flaschen mitbringen. Ich bin einverstanden. Warum sollte das lächerlich sein? Weil es biedermeierisch ist? Laßt uns Biedermeier sein, freilich im entwickelteren Sinn: Einstweilen Eingezäunte, doch mit dem Blick auf die Welt.

D ie Frau: Also doch Optimist!

Der Mann: Ja ich bin es! Ein Volk wie das deutsche hat noch nicht ausgespielt. In zehn Jahren nein früher, wirst Du es einsehen. Freilich: Die Liga der gebildeten Sparer gebrauchen wir, um die Versklavung zu überwinden und um innerlich freier zu sein als Völker, die es im Aeußeren besser haben. Wer gründet diesen unentbehrlichsten aller Vereine? Wann vertritt ihn in jeder Stadt ein Ausschuß?

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Einst und Je^t!

ar häufig hört man das Lob der guten alten Zeit singen, und besonders sind es die Haus­frauen, die bei der jetzigen teuren Lebensweise mit stiller Wehmut an jene Zeiten zurückdenken, wo ihre Ahnmütter das Pfund Rindfleisch für 3 Pfennige erstanden, wodas ganze Mandel Eyer 10 bis 12 Pfennige kostete". In Chroniken und alten Büchern finden wir tatsächlich die erstaunlichsten Auf­zeichnungen.

So ordnete Karl der Große im Jahre 794 an, daß 24 Pfund Weizenbrot, 30 Pfund Roggenbrot

oder 40 Pfund Eerftenbrot 37 Pfennig kosten sollten.

Im 16. Jahrhundert, zur Zeit Kaiser Maximi­lians II. anno 1570 waren die Speisen vonrechts- und reichswegen geregelt". Zweierlei Fleisch, Suppe, Gemüse, Käs und Obst und eine Gattung Wein kostete 12 Kreuzer.

Drei Fleischspeisen, gebraten und gesotten, Suppe, Kapaun, Gemüse, Käs und Obst und zweierlei Wein 16 Kreuzer. Fastenspeisen kosteten 16 und 161/2 Kreuzer, nämlich: Dreierlei Fisch, Hechte, Karpfen und andere gebackene und gebratene Fische, zweierlei