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Seite 4 ^^-^^^<7^-^^-^^^-^ Unsere Heimat <^c^<^c^c^c^&<^ra<^^c?sj Nr. 1/2

fassung und reiches Wissen zur Hilfe. Gab er doch all denen, die es wollten, ehrlichen, guten und brauch­baren Rat und, wenn es nicht anders möglich war, half er auch durch die Tat. Geringen Leuten ein Trost, Hilfesuchenden eine Stütze, überall hilfreich und gut. Seiner Vaterstadt ein schwerer Verlust,

seinen Bekannten und Freunden unersetzbar. Er ist nicht mehr unter uns, der gute Mensch, aber sein Wirken mag bei allen vorbildlich weiter leben, sein Leben Nachahmung finden, dann werden wir un­serem lieben Karl Zehner das geben, was wir ihm schuldig sind. Nur so können wir ihm danken.

Heimatchromk.

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Gin Gespräch. *)

Der Mann: Es ist sehr aufmerksam von Dir, Oelsardinen auf den Frühstückstisch zu stellen, aber ich muß es tadeln. Wir haben keinen Anspruch auf Oelsardinen.

Die Frau: Das kann ich nicht einsehu. Alle Welt ißt Oelsardinen. In allen Läden liegen die Dosen zu Bergen gestapelt. Du hast Deine Teuer­ungszulage bekommen, und ich will Dich satt machen. Warum soll ich! das wertlose Papier festhalten und! Dich knapp halten?

Der Mann: Ich wiederhole: Wir haben keinen Anspruch auf Oelsardinen. Das Papier wird immer wertloser, je mehr Oelsardinen gekauft werden. Wenn Du das doch endlich einsehen wolltest! Die Sardinen kommen aus dem Ausland. Die Mark ist 5 Pfennige wert. Wir bezahlen die Sardinen also 15 bis Mfach! Die Sardinen und den ausländischen Kognak, den ausländischen Speck und die ausländische Seide, Pasteten und Spiken, Zigaretten und Li- queure, Herrenstoffe und Hüte, Teppiche und Rasier­klingen, Seifen und Butter. Du wirst doch hoffent­lich aus meiner Teuerungszulage nicht auch einen Anspruch auf französische Parfümerien ableiten wollen?

Die Frau: Das ist doch etwas anderes. Fran­zösische Parfümerien sind keine Lebensnotwendigkeit. Aber Oelsardinen essen wir doch. Ich weist wohl, daß wir vergeuden, indem wir sie bezahlen und die Valuta mit jeder Dose, die wir kaufen, weiter her­unterdrücken, aber wir wollen bodj satt werden, und unsere Lebensmittelkarte macht uns das unmöglich. Ich kaufe die Oelsardinen sozusagen im Schleich- handel. Ich müßte weit herumlaufen, wenn wir uns mit Lebensmitteln ernähren wollten, die im Inland erzeugt werden, und es wäre noch die Frage, ob ich sie überhaupt bekomme.

Der Mann: Stimmt. Leider. Jeder lebt über seine Karte, jeder muß es tun. Die Not treibt uns auf verbotene Wege. Gelten aber muß: Oelsardinen sind entbehrlich! Wenn Deutschland sich nicht selbst ernähren kann, so ist es gezwungen, sich aus dem Ausland zu ergänzen. Also kaufe meinetwegen Reis und Bohnen und Erbsen, aber weder Garb inen noch Cognak noch Orangen. Ich sah Apfelsinen in den Schaufenstern zu 1.80 Mk. pro Stück. Bedenke: Wer eine ißt, schädigt mit diesem flüchtigen Genuß, nebenbei gesagt einem nährstofslosen Genuß, sein Va­terland um 1.80! Denn die Apfelsinen sind doch dem Ausland bezahlt, bezahlt mit dem Vielfachen

*) Zu Nutz und Frommen der Heimat aus der ,,Frankrf. Ztg." übernommen.

ihres Wertes. Nicht anders ist es mit der Schokolade. Viele Zentner dieser süßen Tafeln werden täglich vernascht - hinterlassen sie denn bei keiner Käu­ferin einen bitteren Nachgeschmack? Macht sich keine klar, daß sie ihr und unser Geld verschwendet, unser Land zum Ruin treibt? Wird man endlich einsehen, daß wir nur unsere Bedürfnisse aus dem Aus­land stillen dürfen?

Die Frau: Du hast recht. Aber ich meine, eine unschuldige Büchse Oelsardinen...

Der Mann: Es gibt keine unschuldigen Büchsen Oelsardinen! Jeder Käufer begeht Landesverrat! Das dürftest Du denn nun doch aus den beschwören­den und sachlichen Auseinandersetzungen, die letzter Tage in der Zeitung standen, wissen, wie nah wir vor dem Zusammenbruch stehen und daß uns die nächste Stunde bankrott machen kann.

Die Frau: Man merkt nur nichts davon. In den Geschäften herrscht ein Andrang wie nie. Jeder kauft, was er nötig hat oder auch nicht nötig hat, denn alle haben Geld!

Der Mann: Die Wahrheit ist: Alle haben kein Geld. Alle haben Papierzettel. Du hast von der Markflucht gelesen. Torschlußpanik! Kopflosig­keit! Es wäre zum Lachen, wenn es nicht zum Heu- len wäre! Kurzsichtigkeit bis zur Blindheit! Wird der Stand der Mark etwa gebessert, wenn ich jetzt für eine verrückt hohe Summe einen Anzug, ein Kleid, Wäsche, Bücher, Möbel kaufe, um dinglichen Besitz zu haben, weil die Mark eines Tages aufge­hört haben wird, zu existieren? Müßten wir Deutsche nicht doch wieder anfangen, uns herauszuhelfen? Wahrhaftig, wir gleichen dem Manne, der bei einer Feuersbrunst das Porzellan statt der Betten zum Fenster herauswarf. Wir retten das Ueberflüssige.

Die Frau: Aber der erhöhte Umsatz steigert doch die Verdienstmöglichkeit, die Steuerkraft. Wenn alle Geschäfte gut gehen, kommen doch alle hoch und wir können Schulden bezahlen.

Der Mann: Blanker Unsinn, meine Liebe! Schulden an das Ausland können wir nur bezahlen, wenn wir ihm Waren liefern, die es von uns nötig hat: Medikamente, Farbstoffe, Maschinen, optische Apparate, chirurgische Instrumente, später auch Le­derwaren, Grammophone, Tapeten, Porzellan unb tausend andere Dinge mehr. Wir können unsere Schulden nicht mit Papier, wir

können sie nur mit unserer Hände Arbeit bezahlen. Voraussetzung dafür ist, daß uns das Ausland au­ßer notwendigen, dreimal notwendigen Lebens­mitteln, Rohstoffe liefert, die wir in Dinge umsetzen