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Nr. 9/10 ^^^^<^c^^^c^ Unsere

Heimat ^S^^<^^^^^(^^^7-^ Seite 211

gehörte und daraus sich ergab: den Wiesen, Wei­den, Gesträuchen, bebauten und unbebauten Feloern, Rechten, Fronden, hohen und niederen, und anderen erworbenen und nicht erworbenen Schätzen 8).

In einem Gültregister des Klosters Schlüchtern vom Jahre 1356 wird uns auch ein Gut mit Namen genannt: dasSchentelboltz gut" 9). Es hatte an das Kloster jährlich 9 Schillinge Heller zu entrichten. Außerdem bezog das Kloster von der Sasser Mühle 8 Schillinge Heller und von einem Lehnsgute 2 Tur- nosse und 4 Malter Korn und 3 Malter Hafer.

1368 wird zum erstenmale auch die Herrschaft zu Hanau als Besitzerin zu Sassen erwähnt. Am 13. Februar verkauft nämlich der Ritter Kunkel von Büdingen sein hananisches Lehen, * das Gut zu oen Sassen, an den Steinauer Bürger Contze Herthine, verspricht aber Lehnsmann Ulrichs von Hanau blei­ben und das Gut binnen 6 Jahren zurückkaufen zu wollen 10).

Nach Ablauf dieser Frist scheint dieser Rückkauf wirklich stattgefunden zu haben; denn am 31. Ok­tober 1374 verkaufte Konrad von Büdingen oas- selbe Gut an den Steinauer Amtmann Lotze (Lud­wig) von Hütten, und dieser erhält es auch als hanauisches Mannlehen u).

Nach dem Tode Ludwigs von Hütten jedoch ver­kauft Henkel von Büdingen dasselbe Gut wieder an Cunczen Herthin, burger zu Steyna", für 140 Gul­denguter Franckfurter werunge" und verspricht am 7. Februar 1378, auch weiterhin Mann der Herr­sch!«^: zu Hanau bleiben zu wollen. Ferner räumt er dieser das Recht des Wiederverkaufs für die näch­sten sechs Jahre ein 12).

1384 belehnte Abt Wilhelm von Schlüchtern Henne von Hoelin mit der Vogtei über die Kloster- güter zu Sassen 13).

1388 tauscht dieser Henne Hoelin von dem Kloster ein Gut zu Sassen gegen ein solches zu Herolz 14). ~ 1390, am 17. Januar, bezeugt Abt Wilhelm von Schlüchtern, daß Henne Hoelin im Jahre 1384 vom Klosterdie vogtige der gute czu den Säßen" er­halten habe 15).

1391 bezog das Kloster Schlüchtern noch dieselben Einkünfte und Gefälle aus Sassen wie im Jahre 1356 16).

1397, am 30. Mai, belehnt Ulrich von Hanau Hans Küchenmeister mit 3 Güterngelegin zum Säs- sen... vor der stat Steyna" 1T).

1413 übergibt Abt Dietrich von Schlüchtern dem Konvente seines Klostersum der Nahrung und des Gottesdienstes willen seinen Anteil an den Hof zu den Sassen" 18).

1419 kaufte Reinhard II. von Hanau vom Kloster Schlüchtern dessen Hof zu Sassen für 160 Gold- gulden 19).

8) Ebenda, II, 721.

9) Ebenda, III, 203.

Reimer, III, 563. Zusatz.

") Ebenda, III, 681.

12) Ebenda, IV, 91.

I3) Ebenda, IV, 366.

Ebenda, IV, 470.

15) Ebenda, IV, 512.

Ebenda, IV, 585.

") Ebenda, IV, 745.

18) Rullmann,Beiträge zur älteren Geschichte des Klosters Schlüchtern", Zeitschrift pp., N. F., Bd. III (1871), S. 308.

19) Rullmann,Weitere Beiträge zur urkundlichen Ge­

schichte des Klosters Schlüchtern", Zeitschrift pp., N. F.,

1437 weisen die Gebrüder von Hütten das Kloster Schlüchtern in einige Rechte und Gefälle ein, die sie an dem Güte in den Sassen bei Steinau" inne- gehabt haben 30).

1444 verpfändete Loren; von Hütten auf Steckel- berg einenhoif zum sachsen" an das Kloster Schlüch­tern für 250 Goldgulden 21).

1483 kaufte Philipp der Jüngere von Hanau Den von Huttenschen Hof zu Sassen für 340 Gulden 22). 1521 erkaufte Graf Philipp II. von Hanau die Eckersbergischen Güter und Gefälle daselbst 23).

1540 belehnte der Abt Peter Lotichius den Rit­ter Veiten Hoelin mit der Fischerei zu Sassen, oie von der Steinauer Brücke der Kinzig aufwärts bis zur Mündung des Ahlersbaches bei Niederzell reichte 24), und 1545 mit derVogtei auf sechs güttern zum Sassen gelegen" 25).

Die hanauischen Güter zu Sassen befanden sich damals in den Händen der Herren von Eberstein. 1657 gelangte Hanau mit dem Kloster Schlüchtern auch in den Besitz von dessen Gütern zu Sassen 26).

Im 17. Jahrhundert waren die Herren von Hüt­ten zu Eronau Inhaber derselben 27).

Wann der Ort wüst geworden ist, wissen wir nicht, wahrscheinlich aber geschah dies nicht im 30jährigen Kriege, denn schon 1587 wird er unter den hanaui­schen Orten nicht mehr erwähnt 28) und nach oem Kriege verteilte die Herrschaft zu Hanau ihre Be­sitzungen zu Sassen an Steinauer Bürger, in deren Händen sie bis heute geblieben sind.

8. Kienrod am Schwadelsberge.

Es lag im oberen Ulmbachtale, nördlich von dem ForstorteBirklos" und links von dem alten Wege nach Ulmbach, der über den Hundsrücker Berg führt.

Noch heute trägt der fiskalische Walddistrikt 69 diesen Namen. Auch heißen die Parzellen 4 und 5 der Gemarkungskarte HAm Kienrod" und die Par­zellen 814Im Kienrod". Gegenüber, nach Süo- westen zu, steigt derSchwadelsberg" auf. Daher wird der Ort urkundlich auchKienrod am Schwa­delsberge" genannt.

Früher hieß erKinderode", d. h. Rodung eines Mannes namens Chindo. Chindo ist Kurzform zu Chindolf. Zum erstenmal wird Kienrod urkundlich! am 4. August 1357 erwähnt, an welchem Tage Ulrich von Hanau dem Edelknechte Johann von Tafta zwei Drittel des dortigen Zehnten zu Mannlehen gibt. Diese Urkunde hat folgenden Wortlaut 29):Wir Ulrich Herre zu Hanauw bekennen offenliche mit disem brife und thun kunt allen luden, dy in sehen oder hören lefen, daz wir den zehinden zu Kinderode dye zwey teil unserm liben getruen Johanse von Tastawe edelknechte und sinen erben, fönen und doch- tern, geliehen han und lyhen mit dysem bryfe, von uns und unsern erben zu rechtem mannlehin

Bd. VI, Heft 3, S. 277. Schlereth, a. a. O., S. 319/320, läßt es 1417 geschehen.

m) Rullmann,Beiträge zur älteren Geschichte pp.," Zeit­schrift pp., N. F., Bd. III (1871), S. 314.

21) Rullmann,Weitere Beiträge pp, S. 283.

22) Schlereth, a. a. O., S. 323.

'st Ebenda, S. 325.

24) Rullmann,Geschichte des Klosters Schlüchtern. Zweiter Teil," S. 207.

25) Ebenda, S. 220.

2S) Schlereth, a. a. O., S. 332.

2) Landau,Ritterburgen", III, S. 336.

28) Zimmermann, a. a. O., S. 554.

29) Reimer, III, 323.