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Nr. 1/2 ^^^^^^t^^^ß^ß^ß^ Unsere Heimat ß^ß^ß^ß^ß^ß^ß^ß^ß^ß^ßiiß? Seite 141

Zu 9. Der vorhin erwähnte Georg Ludwig, mit dem Beinamen „der Lange", war Oberst, Hoch­gräflich Hanauischer Rat und Kommandant der Festung Hanau. Sein Sohn Georg Friedrich stand ebenfalls in Diensten des Grafen von Hanau als gräflich-hanauischer Oberjägermeister. Im Jahre 1691 in Ungarn gestorben, hinterließ Georg Fried­rich eine Tochter, die sich 1707 mit Friedrich Ludwig von Buseck gent. Münch zu Winroth verehelichte.

Zu 10. Ein anderer Sohn Georg Ludwigs, namens Johann Philipp, war Fuldischer Amt­mann von Urteil und Geheimrat des Fürstabts. Er starb in Soden und wurde am 14. März 1738 in der ehemaligen Kapelle daselbst beigesetzt. Mit dem Ableben von Johann Philipps Enkel Karl Philipp, Rittmeister und K. K. österreichischer Kammerherr, gestorben am 2. Februar 1814 zu Steinheim, fiel Schloß Soden nebst Gütern an oie Romsthal-Steinbacher Linie. Ersteres, ist nach mehr­fachem Besitzwechsel Eigentum des Geh. Kommerzien- rats Krafft-Offenbach geworden, das Schloß zu Romsthal aber mit ausgedehntem Feld- und Wald­besitz verkauften die Steinbacher im Jahre 1904 an den Kgl. Preußischen Schloßhauptmann Grafen von Hutten-Czapski, der übrigens zu den Hütten zum Stolzenberg nicht in verwandtschaftlicher Beziehung steht.

Zu 11. Philipp Ehrenreich, den Johannes Lutz in seiner Hauschronik als Junker Leps erwähnt, war katholisch geworden und mit Maria Ernestine von Fechenbach vermählt. Sie wohnten im zweiten Huttenhof zu Salmünster. Ihr einziger Sohn Jo­hann Philipp, geb. 1. November 1660, fiel 1687 als Deutschordensritter bei Neuhäusel in Un­garn. Eine Tochter Katharine Juliane Eleonore, geb. 11. Dez. 1662, verehelichte sich mit Johann Georg von Nassau; eine andere Sibylle Chris­tine 3) mit Georg Adolsvon Roden hausen. Letztere wohnten bei ihrer Mutter, die mit dem Tode Philipp Ehrenreichs am 26. April 1665 Witwe geworden, in den Jahren 1697—1705, wo ihnen drei Kinder geboren wurden. Nach dem Tode der 92jährigen Matrone am 17. Okt. 1723 erbten oie von Nassau Schloß und Hof. Philipp Gerhard von Nassau, vermutlich ein Sohn Johann Georgs, hei­ratete Marie Christine Franziska geborene von Hausen. Diese wohnte als Witwe in Salmünster (1731, 1744) oder in Wetzlar (1738). Im Jahre 1744 stiftete sie der Franziskanerkirche eine prächtige Ampel mit dem Nassau-Hausen'schen Wappen und ihrem Namen. Der Nassauische Hof ging 1748 durch Kauf an die Herrschaft Fulda über und erhielt in der Folge, weil der suldische Amtmann und Stadt­schultheiß Wohnung und Amtszimmer darin hatte, bis zum heutigen Tage den Namen Amtshof.

Zu 12. Johann Heinrich, der wie auch seine Nachfolger den Huttenhof bewohnte, wurde am 10. April 1668, nachmittags 7 Uhr, mit Albertine von Hartleben in Salmünster getraut. Aus der Ehe gingen 3 Söhne und 2 Töchter hervor, deren Namen mit den Namen ihrer Paten und Ehrenpaten sich im

s) Diese steht nicht im Salmünsterer Taufbuch einge­tragen, wohl aber eine andere Tochter: Anna Maria, An- tonia, geb. 23. Novbr. 1664. Landau führt in der Stammtafel als dritte Tochter an: Maria Christine verh. m. Philipp von Hausen. Es liegt aber wohl eine Verwech­selung vor mit der obigen Maria Christin« von Hausen verh. mit Philipp v. Nassau.

Taufbuch des katholischen Pfarramts eingetragen fin­den. Es war schon damals bei den Adeligen Sitte, außer dem eigentlichen Taufpaten noch eine Anzahl Ehrenpaten einzuladen; so z. B. bei Johann Hein­richs Erstgeborenem Joachim Friedrich Alexander als ersten Ehrenpaten Joachim von Gravenegg, Fürst­abt von Fulda, ferner den Grafen von Hanau, den Großvater und Großonkel Johann Friedrich und Georg Ludwig von Hütten und außerdem die Rats­herrn von Salmünster und Soden.

Hans Heinrich scheint von heftiger Gemütsart ge­wesen zu sein, indem er im Dezember 1668 den Orts­pfarrer P. Christoph Kontra gefangen nehmen ließ und „gegen ihn mit Schlagen- und Hauen exzedierte, wodurch er ipso facto der Exkommunikation ver­fiel." Das Schlagen bestritt er zwar, aber zu oem Gefangennehmen habe er ein Recht als Obrigkeit; gegen die Kirchenstrafe protestierte er. Ein anderes Mal, im Jahre 1696, versperrte er in der Bitt- woche und vor Fronleichnam der Prozession gegen alles Herkommen den Damenweg, der von der hutti- schen Mühle (Rückmühle) zwischen den Weihern zur Stadt führte (B).

Zu 13. Anton Wilhelm ließ 1701 feine Ehe mit Charlotte von Tolne, lutherischen Bekenntnisses, gegen den Willen der Eltern in Gelnhausen ein­segnen. Seine Kinder, 6 Söhne und 4 Töchter, wur­den jedoch nach katholischem Ritus getauft. Eine von hen Töchtern, Ernestine Sofie, verehelichte sich am 14. Mai 1751 mit dem hessischen Obersten Friedrich August von Köller, deren Enkel Ludwig Karl Ernst von Köller, Kgl. Preußischer Hauptmann a. D. und Ritter des Eisernen Kreuzes, gest. 24. Juli 1841, auf dem Salmünsterer Fried­hof links am Eingang ruht. Anton Wilhelm von Hütten aber war im Jahre 1747 gestorben und wurde in der neuen, jetzigen Pfarr- und Klosterkirche vor dem Franziskusaltar begraben.

Zu 14. Maximilian, der älteste Sohn Anton Wilhelms, folgte nach zwei Jahren seinem Vater im Tode, erst 46 Jahre alt, und hinterließ aus seiner Ehe mit Magdalene Elisabeth von Heddersdorf 2 Söhne und 2 Töchter. Er ruht auf der Evangelien­seite vor der Kommunionbank.

Sein Bruder F r i e d r i ch A u g u st, Fuldischer Ge­heimrat, starb am 26. August 1799 ebenfalls in Sal­münster. Er war ledigen Standes, Senior der Fa­milie und 77 Jahre weniger 2 Tage alt geworden. Im Totenbuch wird ihm der Ehrentitel beigelegt: „Verus pater pauperum ein wahrer Vater der Armen".

Zu 15. Friedrich Christian Georg, der zweite Sohn Maximilians, geb. den 27. Okt. 1736, blieb unverheiratet und starb am 29. Juli 1800. Er war der letzte männliche Hütten zu Salmünster. Mit besonderer Erlaubnis der Fuldaer Regierung wurde er in der Kirche neben seinem Vater bestattet und zwar, weil die Leiche stark in Verwesung über­gegangen war („ob nimium corporis foetorem", Totenbuch) des Nachts um 10 Uhr am 31. Juli. Die Steinplatte seines Grabes trug die einfache In­schrift: S. D. L. B. F. C. G. de Hütten (Grab des Freiherrn Friedrich Christian Georg von Hütten). Auch die jüngste Tochter Maximilians, verwitwete Reichsfreiin Frau Geheimrat Oberstleutnant K a r o - line von Buseck, beschloß ihr Leben im Hutten­hof den 21. März 1808 und ward folgenden Tages