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Heimat Nr. 1/2
erbaut 1). Dietrich starb 1561, Ludwig 1571, beide ohne männliche Nachkommen.
Zu 4. * Johann zu Soden hat 1586 an oen Erzherzog Maximilian, Administratoren des Stifts Fuld geschrieben, daß er das Haus Stolzenberg allein, Soden und Salmünster mit Mainz (gemeinschaftlich) vom Stift zu Pfand habe; ist blödes Gesichts gewesen; auch die Briefe der Alten, so sich seithero funden, nicht gehabt, meldet gleichwohl darbet, daß von solcher Pfandschaft er soviel nicht habe, daß er das Haus Stolzenberg bauen und darin erhalten könne. — Aus dieser Bemerkung geht hervor, bet ja damals das akte Stammschloß am Zerhacken und einer Erneuerung bedürftig war. Er selbst bewohnte das neue Schloß am Fuße des Stolzenbergs, das gemäß einer Notiz aus dem Jahre 1597 „noch zu Menschen Gedenken erbaut worden", was durch die Jahreszahl 1536 über dem Eingang bestätigt wird I. Durch Ankauf von Aeckern und Wiesen war er darauf bedacht, sein Sodener Burggut zu vergrößern. Am 4. Juli 1571 ließ er sich von seinen Untertanen oen Huloigungseid schwören (A).
Zu Mainz in der Religion seiner Mutter erzogen, hatte Johann von Hütten im Jahre' 1577 mit Anna von Cronberg, einer Nichte des Erzbischofs Daniel Brendel von Homburg, nach katholischem Ritus trauen lassen. Auch wurden seine Söhne vom katholischen Pfarrer zu Salmünster getauft. Nichtsdestoweniger war er seiner eigenen Erklärung gemäß „wie sein Vater Valentin und seine verstorbenen Vetter der augspurgischen Confession zugetan". Als er nun Pfingsten und Trinitatis 1597 in der Schloßkapelle aus dem Stolzenberg lutherische Predigt und Nachtmahl halten und außer seinen Dienstboten auch einige Auswärtige teilnehmen ließ, betrachtete oer Ortspfarrer Gobelius dieses als öffentliche Religions- Übung und führte bei der Mainzer und Fuldaer Obrigkeit darüber Beschwerde (B).
Johann von Hütten starb im Juni 1617 und wurde wie seine Vorfahren in der Stiftskirche zu Salmünster bestattet. Der Pfarrer Konrad Renner hielt zwar die „Leichpredigt", nahm jedoch bei dem Begräbnisse keine kirchlichen Zeremonien vor (C).
Zu 5. JohannHartmuth oder Hartmann war Kurf.-Mainzischer Rat und Vizedom in Aschaffenburg. Er hatte seine Wohnung in Salmünster und wird als Gründer der S almü n st er er Linie bezeichnet. Zweimal verehelicht, hatte er viele Kinder, von denen aber nur drei Söhne für die Geschlechtsfolge hier in Betracht kommen. Ein vierter Sohn war noch Wilhelm Ernst zu Salmünster, der mit Anna, Katharina, Magdalena von West- phalen vermählt, aber keine Nachkommen hatte; letztere segnete am 25. Januar 1694 zu Soden das
*) Weiteres über das 2. Huttenschloß in Salmünster s. „Unsere Heimat" 1918, S. 92 und 1913, S. 126.
°g Der jetzige Schloßbesitzer Herr Geh. Kommerzienrat Krasst-Offenbach errichtete an der Ostseite einen Vorbau mit neuem Schloßportal. Es wurde in die Außenwand eine aufgefundene 2,10 m X 0,82 m große Steinplatte eingemauert, die in 3 Felder geteilt ist. Das 1. und 3. Feld zeigt das Huttensche und kronbergische Wappen, das mittlere die Jahreszahl 1536 und darunter renoo. 1902. Da es ohne Zweifel das Ehewappen Johannes v. H. und der Anna von Cronberg ist, so könnte man veranlaßt werden, diese für die Erbauer des Schlosses zu halten. Man hat jedoch erst bei der Renovierung des Schlosses die beiden Zahlen 1536 und 1902 eingemeisselt.
Zeitliche. — Johann Har-muth folgte am 2. Mai 1652 seiner ersten Eatt.n Anna Dorochea von Eem- mingen im Tode, die bereits im Jahre 1628 gestorben und in der Simultankirche zu Aufenau bestattet worden war, während er am 9. Mai in der Stiftskirche zu Salmünster beigesetzt wurde. Der Verstorbene war den Franziskanern, denen der Fürstabt Joachim von Gravenegg im Jahre 1650 die Pfarr- seelsorge übertragen hatte, sehr gewogen und hatte ihnen 100 Gulden vermacht. Ein Franziskaner, P. Petrus Feiten hielt auch die Leichenrede, wozu ihm Hartmuths ältester Sohn, Johann Friedrich, die Personalien zugestellt hatte. Die zweite Gemahlin aber, eine geborene von Rüdigheim, schenkte der Kirche „in Ansehung derer von der Plünderung (im dreißigjährigen Kriege) ausgestandenen Almut" ein feines Taufzeug aus rotem Doppeltaffet mit Seidenspitzen (B u. C).
Zu 6. Daniel von Hütten, geboren 1581, Kur- mainzischer Kanzler, besaß außer dem Schloß in Goten noch ein solches in Uttrichshausen. Er wird der Gründer der Sodener Linie genannt, die jedoch bereits 1643 mit dem Tode seines unverheirateten Sohnes Johann Friedrich wieder erlosch. Darnach ging das Schloß Soden nebst den Gütern auf Friedrichs Vetter, Georg Ludwig, und dessen Nachkommen aus der Salmünsterer Linie über. Vom alten Stammschloß Stolzenberg geschieht keine Erwähnung mehr; es wird zerfallen sein.
Zu 7. Der K. Kaiserliche Oberst Friedrich, dritter Sohn von Johann von Hütten und Anna von Cronberg, ist der Begründer jener von Hutten- Stolzenberger Linie — Romstha l-S teinbacher Linie genannt P, die noch besteht und aus welcher Freiherr Karl Friedrich abstammt, geboren am 2. Oktober 1869 und wohnhaft auf Schloß Stein- bach bei Lohr. Nachkommen Friedrichs bekleideten hohe Aemter im einstigen Fürstentum Franken. So wurde Christof Franz am 2. Oktober 1724 Fürstbischof von Würzburg (er legte den bekannten Huttenschen Garten daselbst an) starb aber bereits nach fünf Jahren. Sein Grab befindet sich im Würzburger Dom, wo man auch das Epitaphium eines Moritz von Hütten sieht, gewesener Propst von Würzburg und Bischof von Eichstädt, ein Sohn Bernards aus der fränkischen Linie, gestorben 1522. Der gleichnamige Neffe von Christof Franz war Bischof von Speier und 1761 Kardinal mit der Residenz in Bruchsal.
Zu 8. Johann Friedrich, Oberstleutnant zu Hanau, hatte in seinen jungen Jahren Reisen ourch Norddeutschland nach den Niederlanden und Frankreich gemacht, wobei ihn der wackere Johannes Lutz aus Salmünster begleitete. Nachher heiratete er Lu- kretia von Sande und wohnte im Huttenhof, an dessen Toreingang man noch beider Wappen mit den Buchstaben I. Fr. v. H. und L. v. S. 1657 sieht. Als er im Jahre 1658 in seiner Burg und sein Bruder Georg Ludwig im Schloß zu Soden Gottesdienst halten liehen und auch Fremden Zutritt gestatteten, erinnerte der Fuldaer Fürstabt sie an das Verbot des Westfälischen Friedens. Johann Friedrich starb am 22. Januar 1673 zu Hanau, neun Tage später seine Gemahlin. Sie wurden in der Valentinuskapelle der alten Stifts- und Pfarrkirche zu Salmünster bestattet (B u. C).