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Nr. 12 i^^^i^^^i^^r^m^w Unsere Heimat c^^^^^c^^rsc^k^k^c^ Seite 295

Uton Gott Kater und holten ein Mikroskop. Sie mußten sich vorsehen, nicht erwischt zu werden, denn was wollten solch kleine Engelchen mit einem Mikros­kop? Sie verstehen wenig davon und können so etwas leicht zUschanden machen. Aber die Engelchen entwischten mit ihrem Mikroskop ungesehen zu oem Sandhausen. „Ein Körnchen legen wir unter den Spiegel, nicht mehr", sagte das eine. „Das wollen wir", sagte bas andere. Und sie nahmen ein Körn- kein aus 'bem silbernen Becher, legten es unter oen Spiegel und beobachteten es. „Welch ein Spaß!" rief das erste, „sieh, wie es wimmelt!" „O", rief das zweite, „wie viel krabbelt da herum!" „Was alles in so einem Körnchen steckt", sagte das erste anerkennend: „Sieh mal, die einen gehen auf die anderen los, eine Reihe flieht, die andere macht sich hinterher - drollig!" „Drollig", sagte auch! das zweite. „Jetzt sind ganze Reihen nicht mehr zu sehen. Sie liegen auf dem Rücken. Die anderen rennen! und recken die Arme oder Fühler; was das sein mag?" Ja, was nur das sein mag", sagte das erste. Just kam Gott Vater daher. Er lächelte milde, aber ernst, und sagte zu den Engelchen: „Gebt mal das Mikroskop her; was versteht ihr junges Volk von der Völkerschlacht bei Leipzig!"

r. Der wetten Lserr.

„In dem Augenblick, da du dieses liesest, sieht er dir ins Herz hinein und erkennt alle deine Ee-

danken, aber ebenso die aller deiner Mitmenschen und alles Träumen der Millionen, die jetzt im Erd­schatten im Schlafe liegen. In diesem Augenblick sieht er auf der Erde alle Kranken und Elenden, die Bettler in ihrer Not und die Könige in ihrer Pracht, die Tausende, die sich im Kampf erwürgen, die Schiffer, die mit dem Sturm kämpfen, die Ber- bredjier, die in der Nacht lauern, die Gefangenen und Wahnsinnigen, die mit Schweiß und Todes- rcidfeln Scheidenden, die neugeborenen Kindlein, da­zu alle Tiere in der Wüste, alle Raben in den Lüf­ten, jedes Vöglein im Nest. Kein Käferlein im Gras, bessert Weg ihm verborgen, kein Fischlein im tiefsten Meer, dessen Tun ihm unbekannt, kein Blatt an einem Baume auf der ganzen Erde, dessen Form und Größe er nicht wüßte, das ohne sein Wissen welk herabfiele. Und ebenso hört er alles, was auf dieser Erde klingt und schallt und tönt, die Meereswogen und den Sturm, den Wind und die Quelle, Löwengebrüll und Nachtigallengesang, alles Schreien, Rufen, Klagen, Jauchzen aller Kreaturen, allen Schall und Klang und Laut, womit sie ihr Lieben und Hassen, ihre Angst und Not, ihr Sehnen und Flehen aussprechen, alles Lachen und Weinen, Beten und Fluchen von allen Menschen". So stammelt ein Vetter von unsrem Gott. Und zu d e m Gott dürfen wir „Vater!" sagen. Ja, mehr noch: „Vater, vergib uns unsre Schuld!"

Jn treuer Pflichterfüllung fielen ferner für das Vaterland -

aus Schlüchtern:

23. Bürgermeister Otto Albrecht, geboren am 31. Mai 1872 auf Rittergut Hambach bei Walburg, war nach Absol- vierung der Kriegsschule als Fähnrich in Mainz und Leutnant in Worms. 1900 wurde er Bürgermeister in Trendelburg, 1901 in woben a. W., 1906 trat er sein Amt hier an. Seine letzte Ruhestätte fand er am 29. November 1915 in Breuna bei Vollunarsen, wo seine betagte Mutter im Pfarrhause ihren Lebensabend ver­bringt. Ein Granatschuß verwundete ihn an beiden Beinen schwer. Er hinterläßt Witwe und zwei schul­pflichtige Töchter.

24. Isaak Rothschild (Vaterhaus: Die „Schenke" inSchlüch- tern) folgte seinem Bruder am 21. November in den Tod. aus Sannerz:

1. Dragoner Nik. Hartmann am 24. August 1914 durch Kopfschuß bei Stramont in Belgien.

2. Musketier Joseph Müller, I. R. 7.'81., schwer ver­wundet durch Kopfschuß am 4. Dez. 1914 bei Markow- Ka, starb am 28. Dez. 1914 im Feldlazarett zu Lask. Er fand sein Grab im Garten des Landratsamtes daselbst.

3. Ersatzreservist Karl Albinger, I. R. 2..88. am 22. 6. 1915 bei Schloß Hollebeecke (Belgien) infolge eines Rük- Kenschusses. Er ruht auf dem Friedhof zu Kortevilde, Grab Nr. 236.

4. Ersatzreservist Adolf Fuchs, Laudw. Inf. Regt. 3./116., bei Servon in Frankreich durch Granatsplitter beim Reinigen seiner Kleider.

5. Landsturmmann Wilhelm Müller am 21. 8. 1915 durch Kopsschuß im Gefecht bei Lawrycowize (Galizien). Er ruht neben der Kirche daselbst mit mehreren Kameraden in gemeinsamem Grabe.

6. Richard Heil, aus Sannerz gebürtig.

aus Sterbfritz:

11. Johannes Hohmann, Res.-Inf.-Reg. 222, 5. Komp. 27. Aug. bei Zlota-Lipa, hatte Mutter zu ernähren.

12. Adam Müller, Res.-Inf.-Reg. 222, hinterläßt Frau und 5 Kinder.

13. Johannes Schreiber, Res.-Inf -Reg. 222, 9. Komp., am 29. Aug. 1915 verwundet, gestorben im Lazarett am 25.

Sept. 1915, Knieschuß, hinterläßt Witwe und 1 Kind. 14. Adam Hohmann (ehem. Kutscher von Dr. Hebel.)

In Gefangenschaft:

Wehrmann Tölken und Landsturmmann I. Kraus aus Sterbfritz, Res.-Inf.-Reg. 224, 9. Komp. Beide von dem­selben Tage an anfangs vermißt, haben dann aus russischer Gefangenschaft geschrieben. Von letzterem ging Karte mit Vermerk „vermißt" zurück und traf auf den Tag nach einem Jahre im Elternhause ein, an dem erstmalig an den ältesten Sohn Adam gerichtete Karte mit demselben Vermerk zurückgekommen war. Nie haben die Eltern wieder etwas von ihm gehört, und alle Bemühungen des Roten Kreuzes in Genf haben keinen Erfolg gehabt. Nach Aussagen eines Kompagnie-Kameraden feien ihm Anfangs Sept. 1914 in einem Gefecht 3 Finger der rechten Hand weggeschossen morden. Ein Teil der Verwundeten sei vom Auto zurück- geschafft worden, und als diese zurückgekehrt seien, um die anderen zu holen, seien diese bereits den Franzosen in die Hände gefallen gewesen. Anfangs hieß es nach den Mit­teilungen aus Genf, Kraus fei im Konzentrationslager zu Bar le Dux gewesen, dann in Neuen, dann in einem Lager in den Pyrenäen, von dort sei er nach Casablanca überführt worden. Schließlich hieß es, er sei in keinem von den ge­nannten Lagern gewesen. Genf hat, was anerkannt werden muß, sich die größte Mühe gegeben, Licht in das Dunkel zu bringen, aber es ist ihm nicht gelungen.

Von Sannerzern sind am 30. Mai 1915 Johannes Schreiber (Gerstenmühle) und Richard Fuchs in russ. Ge­fangenschaft geraten. Sie befinden sich z. Zt. in Sarausk, Gouv. Pensa.

Vermißt wird aus Sterbfritz: Dragoner Adam Krack

Das Eiserne Kreu^

erhielten aus Vollmerz: Kriegsfreiwilliger Vizewachtmeister Dr. Euler; aus Sterbfritz: Konrad Roll.

Zum Leutnant befördert wurde Herr Dr. Euler aus Vollmerz.