Seite 274 ^^c^c^c^c^^c^c^^^s^s Unsere Heimat ^^£^^^^^r^^£^ß^Qi> Nr. 12
Kriegsmeihnad]!,
Kriegsweihnacht! O du zwiespältig Wort: du bist wie Meersturm und Friedens-Port, wie Schlachtendonner und Glockenklang, wie Reitertosen und Kindergesang; doch das erste Derbrauft, das zweite besteht, weil der Odem der Ewigkeit aus ihm weht; das ist unsrer Seele seligstes Wissen! — Ob wir gleich Kämpfen und bluten müssen, und schreitet durch Deutschland das dunkle Weh, Weihnacht, wir feiern dich tiefer denn je! Wir wurden ein Brüder- und Schwesternland, und Liebe steht da, wo Selbstsucht staub. Unsere Seelen sind weihnachtlich offen, und alle lieben und glauben und hoffen! Drum strahle mit deiner seligsten Macht, du deutsche, heilige Weihenacht! Dem einsamsten, müdesten Herzen zünden wir an die goldenen Kerzen. Unsre Liebe wandert nach Ost und West,
zu schenken ein Stücklein Weihnachtsfest; sie wandert über das weite Meer und bringt das seligste Wunder her. Und die Lieben schmücken im Feindesland ihr Lichterbäumchen mit zärtlicher Hand; kann's nicht einem Herzen bereitet sein, trägt es inwendigen Weihnachtsschein und träumt im nachtversunkenen Raum seinen heimlichen, Hellen Lichtertraum. Ist wo eines deutsches Helden Grab, die Sterne strahlen die Weihnacht herab, und liegt wo einer in Weh und Wunden, die Weihnacht schenkt ihm leuchtende Stunden. So feiern wir dich, du strahlendes Fest, mit deutscher Seele, die vom Licht nicht läßt; der Völker Weihnachtsvolk sollen wir werden, die starken Schirmer des: „Friede auf Erden!,, — O strahle mit deiner seligsten Macht!
Segne uns, heilige Weihenacht! R. Braun.