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Nr. 11 ß^ßsß^ß^ß^ß^ß^ßitß^ß^ß^ß^ Unsere Heimat ß^ß^ßsßi'ß^ß^ß^ß^ß^ß^ß^ßs Seite 267

Eisen der Grab kreuze zerfressen. Steine sind dauer­hafter, aber auch nicht unvergänglich. Einen solchen zeigt heute eines unserer Bilder von daheim. Er steht gleich rechts am Eingang zum Kirchhof hinter dem Gebüsche kostete seinerzeit sicher ein Kapital und trägt folgende Inschrift:

„O wunderbare Treu

Es decket dieser Stein

Zwei Herzen die im Todt

Und Leben Eines seyn

"17'29/1730.

Allhier ruhet in Gott der Weiland und wohledle

Mein Leser

Bewundere die Eintracht dieses Paares und gönne ihrer Asche eine

feelige Ruhe".

Es wäre bedauerlich, wenn dieser älteste Grabstein auf dem alten Kirchhof nicht erhalten bliebe. Nur wenige Familien pflegen noch Gräber auf dem alten Friedhofe,- die Todfeinde aller Grabpflege, die Hühner der Nachbarschaft, erschweren das ja dort auch sehr und von jeher. Und doch sollten wir dem Verfall und dem wilden Wachsen der Büsche auch auf

Grabstein des Stadtkapitains Hafner.

Phot. v. Ph. & W. Freund.

und mannveste Herr Konrad Bernhard Hafner gewesener Stadt und Ausschutz Capitain und Han­delsmann wie auch> dessen allezeit wertgeschätzte Ehe­gattin Anna Maria, geborene Schmittin, welche in ihrer 36jährigen Ehe 13 Kinder, nemlich 4 Söhne und 9 Töchter geboren und daneben 33 Enkel er­lebet, auch mit ihrem Eheherrn in aller Lieb, Treu und Einigkeit gelebet. Daher auch! als sie den 12. Dez. 1729 in dem 57. Jahr ihres Alters gestorben, er in einer Jahresfrist nemlich den 21. X br 1730 in dem 61. Jahr seiner Wallfahrt in das ewige ihr gefolget.

anderen nach Kräften wehren. Hat die Gemeinde kein Interesse an der Stätte, wo z. B. der alte, heute noch vielgenannte Cantor Zinkhan sein Ruheplätz­chen gefunden? Oder Metropolitan Baist, dicht neben der Kirchpforte? Auch ist noch mancher Ge­denkstein dort, der, wenn er auch keinen Kunstwert besitzt, bod} ein ehrwürdiger Zeuge der Vergangen­heit ist, des Schlächtern, das vor uns war, und von dem, die nach! uns kommen, recht viel erfahren sollen.

W

Du deutsche frau

Es wird ein Schwert durch deine Seele bringen, — Du deutsche Frau, nun gilt das Wort auch dir! Dein Herz muß unermess'ne Opfer bringen, Gefordert von der Feinde wilde Gier.

Doch wenn da draußen in der Schlachten Gluten Die Besten deines Volks dahingerafft, Dein Herz, du deutsche Frau, darf nicht verbluten,

Das Vaterland braucht deine volle Kraft!

Es wird ein Schwert durch deine Seele dringen! — So dulde still, — Schmerz ist des Weibes Los!

Doch laß nicht fesseln deiner Seele Schwingen, Du deutsche Frau, sei auch im Leide groß!

(Deutsche Romanztg.)

Helene Brehm.