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Seite 264 c^k^^c^i^c^i^^c^c^k^rs Unsere

Heimat ^^^^^^^s^^c^r^^ Nr. 11

des Weltgeschehens, vom Herrn des Himmels uüd der Erde". Wenn kein Spatz vom Dach fällt ohne Seinen Willen, dann ist ihm auch! dieses furchtbaren Ringens Ende nicht gleichgültig. Still sich fügen in Seinen Willen ist das Sonderrecht derer, die Ihm vertrauen. Ach, wie muß fid} manche Seele heute mühen, bis sie sich! still lehnt an die Brust dessen, der sie gab. Und wie froh kann der Mensch sein, findet er Ruhe dort, wo sie das Kind immer findet: an der Hand des Vaters. Seid ihr besser gebor­gen, ihr großen, klugen Sucher da und dort im Land? Und wenn tausend selbstherrliche menschliche Geistesgrößen tausend andere Vorbilder malen,

denen man den Pfad nach einem erdachten Ziele nachklettert, Jesus nennt: Das Kind. Warum? Wells glauben und vertrauen kann. Freilich, ganz leicht ist's nicht, dahin durchzudringen. Drum wollen wir das ganze bißchen eigene Wollen zusam­menraffen, das uns Leben und Zeit noch nicht zer­brochen, und an uns reißen das, was andern ge= schenkt wird: Das unbeirrte Vertrauen zum Vater. Wir wollen glauben. Und wir dürfen und können glauben and} angesichts der vielen, vielen Gräber, auch am Rande unserer Gräber: an ein ewiges Leben. Weil Gottes Gnade waltet über oem Gras". FIg.

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was gibt# Neues daheim?

ie Grüße, welche die Feldgrauen aus dem Feindesland in die Heimat senden, bestehen nicht immer in Worten; es können auch Bilder sein.

In diesen Tagen kam eine Feldpostkarte mit der Bleistiftzeichnung eines jungen deutschen Soldaten vom Sereth aus Ostgalizien in unsere Heimat. Die Karte stellte eine Landschaft dar, auf welcher ein deutscher Wachtposten, von Bergen umgeben, nach einer Schar über ihn hinwegziehender Zugvögel blickt. An der Form der Flugkolonne dieser Vögel konnte man dieselben als Kraniche erkennen. Die Kraniche, in unserer Heimat Schneegänse genanüt, bilden bei ihren Wanderflügen stets die Form einer arabischen Eins. An der Spitze fliegt der erfahrenste Vogel als Führer voran, die anderen folgen ihm, aber doch so, daß sie ihre Reihen überschauen kön­nen und daß einer den anderen möglichst wenig be­hindert. Der Kranich! ist das Sinnbild der Klugheit und Wachsamkeit. 'Erzählt doch der Volksmund, oaß der Führer der Kraniche, die beim Ruhen auf einem Bein zu stehen pflegen, einen Stein in den einen emporgehobenen Fuß nehme, um sofort durch! das Fallen des Steines zu erwachen, wenn er etwa in­folge von Müdigkeit in Gefahr schwebe einzuschlafen. Ihr, die Ihr im Osten und Westen auf der Wacht steht, um uns in der Heimat zu schützen, leidet gewiß manchmal infolge anstrengender Märsche unter über­wältigender Müdigkeit, aber Ihr müßt stets aus der Wacht sein, um auch gegen nächtliche Ueberfälle und Ueberrumpelungsversuche des Feindes gerüstet dazu- stehen. Wir lesen jetzt in der Zeitung, die ersten Schneegänse seien auf ihrem Zuge in der Richtung von Nordwesten nach! Südosten beobachtet und man habe ihr Rufen trotz der Höhe ihres Fluges deutlich! gehört. Deutschland richtet seinen Kurs nach Süd- osten. Sollten die Kraniche auch von Euch beobachtet werden, so betrachtet ihr Rufen als einen freund- lichen Gruß aus der Heimat, zu welcher Euch das Herz hinzieht wie den Vogel der Zug seines Herzens in die Ferne treibt. Herbstgedanken sind es, die unser Gemüt beim Anblick der leichtbeschwingten Scharen beschleichen. Wir erinnern uns der Kürze des Lebens, der Vergänglichkeit alles Irdischen, der Notwendig­keit des Scheidens von dem, was uns das Liebste ist.War es nicht gestern, daß ich im Moos duf­tende Veilchen gepflückt? War es nicht gestern, daß mich! der Sang nistender Vögel entzückt? Und schon heute blühn Astern hier, öffnend den leuchtenden Stern. Und aus der klaren, herbstlichen Lust hör'

ich den Kranich von fern." Wie schon doch und wie

tröstlich, daß sich mit solchen wehmütigen Herbstze- danken vom Scheiden und Meiden, von welchem unsre deutschen Volkslieder so reich erklingen, unwill­kürlich! und unausrottbar die Hoffnung aus Wieder­sehen in der Menschenbrust verbindet. Ueber das, was der festeste Grund unsrer Lebenshoffnung ist, sollen andre Betrachtungen in dieser Spätherbst- nummer unsres Schlüchterner Heimatbundblattes reden. Hier, sei nur nochmals bestätigt, daß man tatsächlich den Ruf des wandernden Kranichs ver­nommen und daß kurz darauf nach Ende Oktober der Winter feine Visitenkarte in Form von verfrüh­ten Schneeflocken abgegeben hat. Nichtsdestoweniger haben wir schönes Herbstwetter erleben dürfen. Es blieb schön trocken und gab auch sonnige Tage genug, um nicht nur die wichtige Knollenfrucht, sondern auch die letzten Kohl und Weißerüben in gutem Zu­stand nach Hause bringen zu können. Wenn in der letzten Nummer unsres Blattes über die Güte und Fülle des diesjährigen Obstsegens in unsrer Heimat auch schon viel Schönes und Wahres in Wort und Bild gesagt worden ist, so darf nicht unerwähnt bleiben, daß der Schlüchterner Obstbauverein unter der Leitung des Herrn Seminarlehrers Walther am 24. Oktober in einer wohlgelungenen Obst- und Früchteausstellung allen Obstfreunden ein entzücken­des und belehrendes Bild bot. In der Seminar­turnhalle waren lange Tafeln mit einer reichen Fülle von Schaufrüchten, besonders Aepfeln und Birnen, geschmackvoll ausgestattet. Auch die verschiedensten Arten von Eingemachtem, zu deutsch Konserven, fehlten nicht. Wer die wichtigsten Obstsorten unsrer Heimat kennen lernen wollte, fand hier ein förm­liches Studienfeld zur Bereicherung seiner Kenntnisse. Den verdienstvollsten Züchtern würben entsprechende Preise zuerkannt. Ein beträchtlicher Teil der Früchte wurde dann den im Schlüchterner Lazarett liegenden verwundeten Kriegern überwiesen. Einen erfreulichen Beweis von Gebefreudigkeit lieferten auch viele Landgemeinden unsres Kreises, indem dieselben ganze Wagenladungen von Obst und Fruchtkonserven in das Kreishaus lieferten, um den Verwundeten ihre Dankbarkeit zu beweisen. Es herrscht doch auf dem Lande mehr Opferwilligkeit als man in manchen Kreisen der Großstadt anzunehmen scheint. Dagegen sollte die Landbevölkerung ihrerseits anerkennen, daß die Großstadt durch Einrichtung von Lazarettzügen zum Beispiel und Liebesgaben mancherlei Art mittel­bar sehr viel für Bauernjungen tut. Von einer Fett-