Seite 262 ß^/^ß^ß^/^t^ß^ß^^ß^e^c^ Unsere Heimat ß^ß^ß^ß^ß^ß^ß^ß^ß^ß^ß^ß^ Nr. 11
Zeichnung v. W. Praesent.
Erscheinung.
Verlassen, mit tödlicher Wunde Liegt einer am Waldesrand Und harrt seiner letzten Stunde, Das Haupt zur Heimat gewandt.
„Nicht sterb' ich auf deutscher Erde, O Mutter, dir ist es hart!
Mit viel Kameraden werde In Feindesland ich verscharrt.
Doch muß ich allein hier verderben, Mein Deutschland, dein Stern strahlt hell! Für dich will ich bluten und sterben. Komm, Tod, und mache es schnell!"
Da wird von unirdischem Glänze Der nächtige Wald so licht, Es strahlt unterm Dornenkranze
Des Heilands Duldergesicht.
Der einst am Kreuze gelitten, Er naht dem Sterbenden sacht: „Auch du hast, wie ich, gestritten, Dich selbst zum Opfer gebracht.
Auch du bist treu gewesen, Getreu bis zum schmerzreichen Tod. Du wirst zum Leben genesen Auf deines Schöpfers Gebot!"
Der Todwunde öffnet die Lider, Trinkt himmlische Tröstung ein, Reckt lächelnd die jungen Glieder Und stirbt, doch nicht stirbt er allein.
Helene Brehm.