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Nr. 10 ß^ß^ß^ß^ß^ß^ß^ß^ß^ß^ß^ß^ Unsere Heimat ß2ß2ß2£^ß2ß2ß2ß^ß2ß2ß2ß2 Seite 257

ich versichern, sein gastfreies Haus hat vielen Gästen, und nicht zuletzt den Seinen aus zwei Menschen­altern, viel Liebes und Gutes erwiesen.

Im Mai 1822 machte mein Vater mit seiner Mutter und dem Großvater, dem Marburger Pro­fessor Marem, - die beiden jüngeren Geschwister waren in Völkershausen eine Reise den Rhein hinunter nach Cöln und Duisburg zu den Marem- schen Verwandten. Auf dem Rückweg nach Cöln fanden sie dort die wie ein Blitzschlag wirkende traurige Nachricht, daß der Vater in Steinau am

„Sie glauben, lieber Bruder, es würde für mich besser sein, wenn ich Steinau nicht wieder­gesehen hätte. Mir wars auf der Reise auch so, aber hier an Wilhelms Grab wurde es mir wie­der viel leichter. Ihm ist wohl. Den Tod hat er nicht geschmeckt. Erhält mir Gott nur die wohl­tätige Ueberzeugung, daß der gute Mann jetzt zu­frieden und froh ist, so soll mirs nicht schwer werden zu leiden. Wilhelms Tod überzeugt mich, daß wir durch den Tod nicht getrennt werden. Es ist mir, als ob er tröstend mich umschwebte,

Zweig von einem ^pselbaum im Rriegsjahr 1%|5. Nach Phot. von C. Zinnall.

29. Mai an einem Herzschlag gestorben sei. Er wäre am 1. September erst 41 Jahre alt geworden.

Vermögen hinterließ er nicht, und seine Hinter­bliebenen waren auf eine Witwenpension von monatlich 5 Thaler und die Renten aus zwei Wit- wenkassen angewiesen. Was mag die arme Groß­mutter gelitten haben! Die Heimreise von Cöln nach Steinau, die in drückender Sonnenhitze unter­nommen werden mußte, dauerte fünf Tage.

Ihr erster Brief dat. Steinau den 15. Juni war an den treuen Schwager in Völkershausen gerichtet. Es heißt darin:

und ich fühle mit ihm, wie glücklich er ist."

Dann folgen Pläne für ihre und der Kinder Zu­kunft; es soll aber nichts ohne den Völkershäuser Onkel unternommen werden. Ihr Kölner Bruder, Obermedizinalrat, stellt Geldmittel zur Verfügung und will den Louis auf das dortige Gymnasium nehmen. Die Mutterliebe aber löst in der betrüb­ten Witwe die folgenden weiteren Worte aus:

„Ich bin ängstlich. Das Behelfen bei der Mutter schadet den Kindern nicht, und aus Liebe zu mir werden sie fleißiger sein und wenigstens moralisch besser bleiben. Vertrauen auf Gott