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Seite 230 r^^^^^^^^^t^ß^^ Unsere Heimat r^c^ß^^ß^ß^r^ß^ß^^c^c^ Nr. 8

haben für die Braven, die fürs Vaterland tompfen, bluten und leiden müssen. Andererseits dürfte es auch den Bewohnern der außerhalb des Verkehrs liegenden Ortschaften, die von dem, was vorgeht, nichts weiter sehen, als daß von Zeit zu Zeit ein zur Bahnwache marschierender Landstürmer oder ein Beurlaubter die Straße zieht, eine recht zeitge­mäße Abwechselung in ihrem immer noch eintönigen Leben bieten, wenn ein größererTruppenkörper" einrückt. Es zeigt sich dann, daß die dem deutschen Volke innewohnende Gastlichkeit selbst durch den Aushungerungskrieg unserer Gegner noch nicht hat erstickt werden können. Auch in uns Hinterwäldlern ist die Verehrung und Liebe für unsere braven Feld­grauen so stark, daß wir für sie immer noch etwas übrig" haben.

Schwester Anna Auffarth brächte daher einen, wenn auch nicht ganz neuen, so doch guten Gedanken in Fluß, als sie ihren Erholungs-Urlaub benutzend die Pflegebefohlenen des Krankenhauses Schlüch- tern in ihr gastliches Haus nach Weichersbach ein- lud. Auf 7 Wagen kamen auf diese Einladung hin am Sonntag, den 25. Juli unter dem Zulauf der Dorfbewohner, insbesondere der Schuljugend, etwa 30 Krieger mit 5 Schwestern hier an. Im Hause Auffarth mit Kaffee und Kuchen bewirtet und herz­lich willkommen geheißen, kamen die Gäste bald in fröhliche Stimmung, die sich in munterer Unter­haltung und frohem Gesang unserer schönen Vater­

lands- und Volkslieder - im Wechsel mit Klavier- vorträgen des Herrn Köster Luft machte. Die Befürchtung, daß durch den Krieg unsere jungen Leute verrohen könnten, wurde durch das ungezwun­gene und bodf so taktvolle Benehmen unserer lieben Gäste geradezu ad absurdum geführt. Daran änderte sich auch dann nichts, als ein Faß Rupbodener" zur Neige ging. Ein Gang durchs Dorf wurde etwas gewaltsam durch Jupiter pluvius ab­gekürzt, der überhaupt für derartige Veranstaltun­gen noch wenig Verständnis zu haben scheint. Im gastlichen Hause, wo inzwischen die Tische zum Abendessen gedeckt waren, hatte man sich bald wie­der versammelt. Die Stimmung war jetzt schein­bar - etwas gedrückt. Die Gesänge verstummten. Herr Küster hatte seinen Platz am Klavier nicht wieder eingenommen. Das Geklapper der Messer und Gabeln ließ indessen vermuten, daß es da zu einem kleinen Bajonett-Gefecht gekommen und saß der Stimmungs-Wechsel nicht sehr ernst zu nehmen sei. Und richtig! - Die Fröhlichkeit kam schon wieder. Auch der Himmel fing an, sich auszuklären.

Nur zu rasch waren die schönen Stunden ver­flogen. Die vorgerückte Zeit und die besorgte Ober­schwester mahnten zum Aufbruch. Die Wagen fuhren vor. Mit freundlichem Dank fuhren unsere lieben Gäste ab, wie wir hoffen, mit gutem Anden­ken an Weichersbach, für das der Tag einEreig­nis" war. Klauer.

<§ Zeddelfe für onns Leut' daus.

Dismo aus de Kremergasse.

Die Dreschmaschine brommt onn päuft, Von murjens früh bis owends läuft Durchs Rederwerk der Wäß onns Kurn, Heut' dresche Hadermanns, mir murn; Die Oennergasfe leit voll Stroh, Trotz allem Brast guckt mancher froh, Weil's englisch' Pleenche wur' ze Wasser, E recht lang Noase kricht de Hasser, De Allmei', weil de ahl deutsch Acker Sich Müh gegah hott broav onn wacker. Bei de Maschine steht Herr Knaus Onn baßt, bie em beföhle, auf. Es würd verzächent onn gewoge, Boas jeder Bauer hoat gezoge, Dann geht de Dotter Stoat niet fehl Onn jedes kricht sei Kriegsbrotdähl: So wur' im Krieg en Wäg entdeckt, Bu jedem helft und känner schreckt. Dehämm steht alles wonnerschö Im Doal onn aach off alle Höh', Der Rege is beizeit gefalle, Ohne das; se Verbandsfest Halle. Onn Aebbel gitt's, ihr Leut' onn Kenn!

Die Oebsier laffe ömm die Brenn, Sie sacke Sonndich murgens ei: DeEddy" muß woahrscheint's eben Der Ruß kricht weider düchdig Bömb', Mecht henuerschich sich off die Strömp Onnwalzt" sei ääge Lahnd stoatt onses,

Sie konnte Ruh' gehall nu' honn se's. Baun e gescheit'r, seegte ball: Es scheckt, nu' Ruh' off jeden Fall, Aemol dem Grei; gefolgt, nie wieder, Etz heiert auff, roppt dem,s Gefieder!" Doch sein mer, Kenner, freut euch bloß, De Judas aus de Freundschaft los! Strich drönn! Bleit önner deutsche Büche, Ihr hott bei dene nix ze süche! Doch als Idalje ohgefange, Määnt mancher, etz däht's äwer lange Mit Feinde. Ronnd römm aufgestellt Hott sich ömm Deutschland e gaanz Welt Voll Hennerlist onn Goarschtigkeit Ze streite fürGerechtigkeit".

Für dreißig Ioahr seegt onns Herr Schlegel: Acht gege drei? Pfui, ihr acht Flegel!" Heute mache dos, onn zwoar ganz ohne Bedenke oachtKuldurnazjone." Gewählt für Ohftaand! is niet schlecht Englisch häßt's, glääw ich, Völkerrecht. Banns so brennt, gitt,s verdammt vill Raach, Drefft äwer mo en Hieb ins Aag, Banns Kleeblatt düchdig ömm sich schlug, Kreischt England noach em Rege lbuch; Kain, bär sich erinner' kann, Woar gege Grey en Edelmann.

Onn nu: Hadjeh! Genunk für heut. Behüt' Euch Gott, Ihr liewe Leut'!

Gelobte oder verlobte Tage im Kreise Schlächtern,

Von G. Flemmig.

^^^enn ein Fremder am 3. Freitag im Novem- ber nach Bellings kommt, wird er erstaunt sein, Sonntagsstille und Leute im Festtags­gewand zu finden. Weder im Dorf noch auf der

Feldflur sieht er jemand bei der Arbeit. Schon die Hausehrn sehen aus, als hätten sie gestern die Be­kanntschaft mit der Wurzelbürste erneuert, und die Dorfstraßen, als seien Reisigbesen darüber hinweg-