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Nr. 7 c^c^ßsc^c^c^ßsc^ß^c^ßsßs Unsere ticimat ^c^^^^s^^^^ß^e^c^ Seite 219

den um Adresse sohne Vermittlung) sub. II. A. 598 in dieAllgemeine Zeitung" gebeten."

Mit Recht schreibt dieWelt am Montag", die jene Anzeige unter der UeberschriftSie wittern Morgenluft" wiedergibt, dazu:Line der übel­sten Begleiterscheinungen jedes siegreichen Kriegs ist dieGründerei", die sich namentlich durch wüste Grundstücks-Spekulation zu betätigen pflegt. Dir Jahre nach 1871 haben in der Beziehung Tolles zutage gefördert. Es ist bezeichnend für die Moral gewisser Kreise, daß schon jetzt, während wir uns noch im schwersten Kampf befinden, dirNeue Gründerzeit" eingeleitet werden soll. Zu den wich­tigsten Aufgaben unmittelbar nach Schluß des Krie- ges gehört eineBodenreform-Gesetzgebung, die der geplanten Grundstücks-Spekulation einen Riegel vorschiebt."

Mit Verachtung schauen wir schon jetzt auf die herab, die die Notlage unseres Volkes benutzen, um ein möglichst gutes Geschäft zu machen, dir Lebensmittelwucher und Aehnliches treiben. Sind nicht ebenso oder noch mehr zu verachten, die - sie haben in dieser großen Zeit gewiß keine Hand ge­rührt zur Hilfe und Linderung der Kriegsnot nur darauf lauern, daß der Friede kommt und damit der Erfolg ihrer Landspekulation? Sie lassen die anderen draußen für sich arbeiten und ihr Leben in die Schanze schlagen und sie s e l b st sitzen behag­lich daheim und streichen den Gewinn der Arbeit und Opfer anderer ein. Aber das ist nicht das Schlimmste. Schlimmer noch ist es, daß diese Men­schen durch ihreArbeit" den anderen Luft und Licht raube n, das Land ihrer Heimat, die Grund­lage alles gesunden und tätigen Lebens. Wichtiger als alle Wohltätigkeitsbestrebungen zur Linderung von Not und Elend des Kriegs ist es, daß man Recht schaffe, Gerechtigkeit für alle, zumal für die, die fürs Vaterland kämpften. Dieses Recht und diese Gerechtigkeit bedeuten aber das Anrecht jedes arbeitsamen Deutschen, zumal des deutschen Kriegers, auf ein Stückchen vom Vater­land, von der Heimat, damit er einen Halt habe, eine Grundlage, von der aus er seine Tätigkeit ent­falten kann. Daß diese Arbeit die wichtigste und notwendigste ist, weil die Voraussetzung aller an­deren Arbeit zur Erhaltung von Einigkeit, Selbst­verleugnung und Vaterlandsliebe, mit dieser Er­kenntnis müssen wir uns tief durchdringen, für diese Erkenntnis müssen wir tätig eintreten.

Es ist doch rührend und erschütternd zugleich, es erlebt zu haben, mit welcher Einmütigkeit alle Deut­schen hinauszogen in den Kampf, um ihre Heimat, ihr Vaterland zu schützen. Auch die vielen Tausen­den waren dabei, die eigentlich keine Heimat, kein Vaterland haben. Oder ist eine Ein- oder Zwei­zimmerwohnung im 5. Stock eines zweiten Hinter­hauses einer großstädtischen Mietskaserne eine Hei­mat, ein Vaterland? Und doch haben diese ebenso treu und tapfer ihr Blut fürs Vaterland ver­gossen, wie die anderen, und tun's noch. Sollen sie, die die Heimat, das Vaterland schützten gäbe es das sonst überhaupt noch? - , sollen sie nun wieder keine Heimat finden, sollen sie, die's gerade am ersten verdienten, keinen Teil haben am Vater­land? Wir k ö n n e n ' s, wir können's nicht wol­len. Das wäre eine Undankbarkeit, die für uns alle, für unser ganzes Volk zum Fluch würde. Es ist

wahr, was einer gesagt hat:Solche Erfahrungen (wie nach dem Krieg 1870/71) darf ein Volk nur e i n m a I machen." Unser Volk, wir alle stehen an einer Schicksalswende: jetzt gilt's, jetzt wird sich unsere Zukunft entscheiden: Ob wir in die Höhe stei­gen und dem Ziel na^en, das Gott uns Deutschen gesteckt hat, oder ob wir in die Niederungen steigen, aus denen es keinen Aufstieg mehr gibt. Zu dem Siege über unsere äußeren Feinde muß der innere Sieg über die soziale Selbstsucht treten, sonst helfen uns alle glänzenden Waffentaten und äußeren Erfolge nichts. Nur ein gesundes Volk hat eine Zukunft; und gesund bleibt nur das Volk, das in enger Berührung ist mit dem Lande seiner Heimat. Hören wir den Ruf Gottes in der Schick­salsstunde unseres Volkes, sind wir auf dem Posten, bereit, die nötige Arbeit in Angriff zu nehmen, oder wird der Ruf ungestört verhallen? Denken wir daran, daß in diesem letzten Fall unsere Kinder und Kindeskinder uns fluchen werden, weil wir in entscheidender Stunde klein und nachlässig waren!

Deshalb ist es Pflicht eines jeden ernsten Menschen, mitzuhelfen, daß Recht werde in unserem Vaterlande, daß das ursprüngliche, heilige Recht wieder Geltung gewinne.Die Erde ist das Land Gottes" und dadurch der Volks- gemeinschaft, nicht des einzelnen. Deshalb ist es Pflicht, dafür einzutreten, daß ein Anfang mit diesem Recht gemacht werde bei unseren Brüdern, ohne deren Tatkraft und Schutz wir heute keine Hei­mat, kein Vaterland mehr hätten. So heißt dieser Anfang: K r i e g er - H e i m st ätt en - R echt. Das Gesetz darüber müßte nach dem Vorschlag einsichtiger Vaterlandsfreunde folgende Grundlage haben:

1. Anspruch jedes Kriegers auf Hergabe billi- g e n Bodens, bei dessen Preis nicht der Markt­wert, sondern allein die Rücksicht auf den g c - sicherten Bestand der Heimstätten ausschlag­gebend ist.

2. Uebernahme des Grundstückes ohne Kapital- anzahlung gegen eine mäßige, unkündbare Rente, die nicht erhöht werden darf, solange der Kriegsteilnehmer lebt oder sich nicht der Heimstätte entäußert.

3. Bereitstellung von Baudarlehen gegen mäßige Zins- und Tilgungssätze, wobei nur für gärtnerische oder landwirtschaftliche Betriebe die berufliche Eignung und angemessenes Betriebskapital vorauszusetzen sind. Diese Til- gungsdarlehen dürfen die volle Höhe der Bau­kosten erreichen, damit auch Unbemittelten die Errichtung eines Eigenheims ermöglicht wird.

Das ist und muß werden unser nächstes inneres Kriegsziel, dafür wir unsere ganze Kraft einsetzen: Dieses Krieger-Heimstätten-Recht, das dann mit der Zeit erweitert werden muß zu einem allge­meinen deutschen H e i m st ä t t e n - R e ch t. Hier liegt eine brennende Frage und dringende Aufgabe der nächsten Zukunft für jeden Vaterlandsfreund. Werden sich Hände finden, die mit diesem Neubau unseres deutschen Hauses auf fester, gesicherter Grundlage den Anfang machen?

Ich schließe mit einer Bitte: Wir wollen alle diese Frage: Und nachher? nie mehr aus unserem Nachdenken verschwinden lassen und dazu mithel- f e n, daß sie nicht die furchtbare Antwort finde: