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Nr. 6 ^c^c^c^c^c^c^c^c^t^i^ßs Unsere Heimat wwwwajwww Seite 213

den roten Sparren im goldenen Felde und der Jahreszahl 1732 versehen. (Figur 5).

Die dritte, nach Osten gerichtete Seite des am Gerlingsberg stehenden Hauptgrenzsteins enthält als Hoheitszeichen der Grafen von Degenfeld-Schomburg nicht ihr volles Wappen, wie es über dem herrschaft­lichen Stande in der Kirche zu Ramholz zu erblicken ist, sondern nur den Mittelschild dieses Wappens, den sie als Freiherrn und vor der im Jahre 1717 erfolgten Verheiratung des im Jahre 1716 zum Reichsgrafen erhobenen Christoph Martin von Degenfeld mit der Erbtochter des Herzogs Meinhard von Schomburg und Leinster, als alleiniges Wap­pen geführt hatten. (Figur 3).

Sein Schild ist quadriert (geviert) und mit einem Herzschild belegt, der in blau einen silbernen Adler enthält. (Das Wappen der Freiherrn von Teger- felden).

Feld I und IV des Haupischilds zeigen das Stammwappen der von Degenfeld, Schild von Rot und Silber quadriert, mit blauem Schildesfuß, der hier irrtümlicher Weise vom Bildhauer fortgelassen worden ist).

Feld II und III enthalten das Wappen derer von Stammheim. (Schild von Rot und Silber schräg links geteilt und darin ein silbern gekrönter, natür­licher (grüner) Sittich (Papagei) mit silbernem Hals­band und erhobenem rechten Fuße).

Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme, von denen der rechte als Helmzier zwei Büffelhörner trägt, deren rechtes von Rot, Silber und Blau, deren linkes von Silber, Rot und Blau geteilt ist und zwischen denen der silberne Adler des Herz- schilds erscheint, während der linke zum Stamm- heimschen Schild gehörende Helm, als Helmzier den von Rot und Weiß schräg links geteilten Rumpf eines Schwans besitzt.

Die Helmdecken sind beiderseits rot-silbern. Unter diesem Wappen findet sich die Inschrift: Philipp, August, Friedrich v. Degenfeld. 1732.

Von den gewöhnlichen Wflppensteinen tragen einzelne den Schild des von Degenfeldschen Stamm- wappens, doch ist auch bei diesen Wappen irrtüm­licher Weise nur die Quadrierung des Schildes, unter Fottlaffung des Schildfußes, wieder gegeben. (Figur 7).

Ein älterer Grenzstein des Jahres 1615 zeigt noch den von Huttenfchsn Schild: In Rot zwei goldene Schrägrechtsbalken.

Endlich weist der am Wege von Ramholz nach ^terbfritz stehende zweite HaupIwappennein außer dem schon beschriebenen Wappen des Fürstabis Adolph von Fulda noch das große Wappen des Landgrafen Karl von Hessen auf, dem das hier an die Herrschaft Degenfeld anstoßende Gericht Schwar- zenfels zustand. (Figur 4).

Der Landgräflich Hessische Schild ist von einem Fürstenhut gekrönt. Er ist einmal gespalten und zwei­mal geteilt und mit dem Wappen der Landgraf- schaft Hessen (einem golden gekrönten und bewehrten, von Silber und Rot neunmal geteilten Löwen in Blau) als Herzschild belegt.

Feld I ides Hauptschildes enthält das Wappen des Fürstentums Hersfeld. (In Silber ein rotes Patri­archenkreuz).

Feld II das der ehemaligen Grafschaft Ziegenhain

(Schild von Schwarz und Gold geteilt, darin oben ein sechsstrahliger silberner Stern).

Feld III das der ehemaligen Grafschaft Katzen- elnbogen (In Gold einen steigenden roten Leopar­den mit blauer Zunge, Krone und Klauen).

Feld IV das der ehemaligen Grafschaft Diez (In Rot zwei schreitende goldene Löwen).

Feld V das der ehemaligen Grafschaft Nidda. (Schild von Schwarz und Gold geteilt, darin oben zwei achtstrahlige silberne Sterne).

Feld VI das der ehemaligen Grafschaft Schaum­burg. (In Rot ein sog. silbernes Nesselblatt mit von Silber und Rot geteiltem Herzschildchen).

Unterhalb des Schildes findet sich ein Band mit der Aufschrift Carl, Landgraf zu Hessen und der Jahreszahl 1729.

Die im Laufe des Erenzzugs stehenden gewöhn­lichen Wappensteine tragen nach dem ehemaligen, im 18. Jahrhundert schon zu Hessen gehörenden Ge­richt Schwarzenfels das Stammwappen der Land­grafen von Hessen, den blauen Schild mit dem von Weiß und Rot neumal geteilten, golden gekrön­ten und bewehrten Löwen. (Figur 8).

Anmerkung: Für die in heraldischen Dingen weniger erfahrenen Leser sei hier mitgeteilt, daß in der Heraldik (Wappenkunde) die Bezeichnung „Rechts" oder „Links" nicht vom Beschauer, sondern von dem zu beschreibenden Wappen aus verstanden wird, sowie daß ein von oben nach unten geteilter Schild „gespalten", ein quergeteilter Schild lediglich als „geteilt" bezeichnet wird.

An die Stelle der sog. Metalle „Gold" und „Silber" können auch die Farben „Gelb" und „Weiß" treten.

Zu dem Degenfeldischen Wappen ist zu bemerken, daß der Schild der von Tegerfelden, einer schweize­rischen freiherrlichen Familie, lediglich wegen des Gleichgangs des Namens seinerzeit in das v. Degen­feldische Wappen ausgenommen worden ist, während die Vermehrung des v. Degenfeldischen Wappens durch das von Stammheimsche Wappen durch die Verheiratung des württembergischen Landhofmeisters Christoph von Degenfeld mit Barbara von Stamm- Heim bedingt gewesen ist.

Dr. Lauer.

Jn treuer Pflichterfüllung fielen ferner für das Vaterland:

aus Herolz:

5. Joseph Nöll, Zweitältester Lohn des Bürgermeisters Roll, 6. Garde-Grenadier-Aug.-Reg.. geb. am 10. Juli 1894, gefallen am 2. Mai 1915 bei Ciezkowiece in Gali- zien. (C. liegt zwischen Tarnow und Gorlice, wo der erste Durchbruch der russischen Linien erkämpft wurde.) aus Altengronau:

4. Musketier Iohs. Werkmeister, 1. Leibkompagnie des Res.-Inf.-Reg. 168, wurde am 15. Dez. bei Lodz durch ein Schrapnell verwundet und starb am 1. April 1915 im Lazarett zu Lübeck.

aus H e u b a ch:

4. Reservist Johannes Jäger, Wagner, Landw.-Ers.° Inf.-Reg. 5, geb. 15. Januar 1887.

aus Uttrichshausen:

1. Wilhelm Dorn, Regt. 81, dann Res.-Inf.-Regt. 253, geb. am 30. Januar 1891. Er starb am 15. März 1915 in Hamburg infolge Erkrankung auf dem Kampfgebiet, aus W a l l r o t h :

8. Georg Kaufmann, Inf.-Reg. 88/8., zuletzt Res.-Inf.-