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Nr. 5 mc^^mm^^c^m^mig^ Unsere Heimat s^c^^^^^^^c^^^^ Seite 201

zumal Steinau damals nur ca. 1450 Einwohner.

Eine gewaltige Arbeit während der Durchmarsch- und Einquartierungszeit haben die beiden obersten städtischen Beamten, der Bürgermeister Kköber und vor allem der Stadtrentmeister Pauli, geleistet. Sie hatten die Quartiere zu verteilen, die Quartierzettel zu schreiben, Auskünfte zu geben und dergl. m., und waren vom 21. Oktober bis 23. Dezember, wie ausdrücklich bemerkt wird, bei Tag und bei Nacht auf dem Rathause tätig. Sie bekamen für ihre Be­mühungen 192 fT. Aber der Stadtrentmeister Pauli hat gar häufig Ausgaben für Wein und andere Sachen aus seiner Tasche bezahlen müssen. Als Dol­metscher diente ihnen im Verkehr mit den französi­schen Soldaten der Bürger Joh. Heinrich Eberhard, der der französischen Sprache mächtig war. Er er­hielt für seine der Stadt an 49 Tagen geleisteten wertvollen Dienste 49 fl. Außerdem waren bei dem Einquartierungsgeschäft noch als Hülfskräfte der Wachtmeister Dillenburger, der Amtsdiener Möller und der Auspfänder Iohs. Knobeloch tätig. Ihnen wurden zusammen 92 fl. vergütet.

Es ist selbstverständliche, daß es die namentlich mit der Verteilung und Regelung der Einquartierung und der Brot- und Fouragelieferungen betrauten Beamten nicht allen Bürgern recht machen konnten und für ihre Mühen auch noch Undank und Be­drohungen in Kauf nehmen mußten. So richtete einmal Rentmeister Pauli folgende Beschwerde an das Amt: „Es ist heute schon zum 3ten mal, daß aus der Tür der Krone ausgeschrien wird, daß alle die­jenigen, welche auf dem Rathause säßen und die Sachen regulierten, Schelme und Spitzbuben seien. Zweimal haben wir solches bei Ew. Hochwohlgeboren angezeigt und um gefällige Hülfe gebeten, und wir sind aud)i überzeugt, daß dem Kronenwirt solches verwiesen worden; allein, es ist demohngeachtet durch seine Frau wieder geschehen. Wir werden Hierdurch so verdächtigt, daß ein jeder Bürger an unserer Rechtschaffenheit zweifelt, und daß wir zuletzt wagen müssen, aus dem Rathaus verjagt oder geschlagen zu werden. Unseren ersten Vorgesetzten in dieser Stadt, Ew. Hochwohlgeboren den Herrn Amtmann, wollen wir demnach untertänigst bitten, uns diesfalls entweder Satisfaction hochgefälligst zukommen oder aber zu Einquartierungen andere aus dem Stadt­rate hochgeneigtest bestellen zu lassen. Gerne tun wir unsere Obliegenheiten, soviel in unseren Kräften stehet, rechtschaffen und treu; Tag und Nacht machen wir sich solches sauer und mühsam, um nur als tüch­tige dazu bestellte Männer zu bestehen. Jede Stunde sind wir bereit, unsere Quartierliste zur Einsicht Ew. pp. vorzulegen. Haben wir denn gefehlt, so müssen wir sich der verdienten Strafe gefallen lassen; aber von einem Bürger so schändliche, schimpfliche Reden ohne Ursache anzunehmen, nimmt uns Herz und Mut hinweg. Ew. pp. wollen daher so geneigt sein und uns desfalls beistehen, um uns die nötige Hoch- gefällige Satisfaction zukommen zu lassen. Es ist uns wohlbekannt, daß Ew. pp. jedem rechtschaffenen Untertan Gerechtigkeit widerfahren lassen, und eben deswegen hoffen wir auch!, daß uns in dieser übelen Lage beigestanden wird."

Aber auch sonst scheint die Bevölkerung vielfach unzufrieden gewesen zu sein. Ein Hauptgrund wird wohl in den hohen Preisen des Getreides, der

Lebens- und Futtermittel, der Getränke, der Schuhe u. a. m. gesucht werden müssen. Es kostete z. B. da­mals 1 Maß Korn 2 fl. 24 Krz., 1 Laib Brot 12 Krz., 1 Pfd. Butter 24 Krz., 1 Schoppen Rüböl 24 Krz., 1 Pfd. Wurst 16 Krz., 1 Brötchen (Wecke) 1 Krz., 1 Pfd. Limburger Käse 24 Krz., 1 Maß Branntwein 1 fl. 4 Krz., 1 Maß, Apfelwein 12 Krz., 1 Maß Bier 6 Krz., 1 Schock Stroh 10 fl., 1 Paar Schuhe 2 fl. Wenn man bedenkt, daß der Wert des Geldes damals etwa 2—3 mal so groß war als heute, so müssen die Preise gewiß recht hoch genannt werden, sie überstiegen bei manchen Sachen die heu­tigen bei weitem.

Um deshalb eine Ausbeutung der Bevölkerung zu verhüten, setzte der Amtmann Eerlach am 15. Nov. Normalpreise fest. Die betreffende Verfügung, die in Steinau durch! die Schelle bekannt gemacht wurde, lautete folgendermaßen: „Es wird hierdurch öffent­lich bekannt gemacht, daß die in Schlüchtern getrof­fene Verordnung und Tara auch vor die hiesigen Wirte, Metzger und Bäcker, als daß 1 Maß Bier 5 Krz., 1 Maß Nordhäuser Branntwein 16 Batzen, und 1 Maß geringerer 48 Krz.; sodann 1 Pfd. gutes Rindfleisch 11 Krz., 1 Pfd. gutes Kuhfleisch 9 Krz., 1 Pfd. gutes Schweinefleisch 12 Krz., 1 Pfd. gutes Hammelfleisch 8 Krz., 1 Pfd. gutes Schaffleisch 6 Krz., 1 Pfd. gute Wurst 15 Krz.; ferner 5 Lot Milchwecke 1 Krz., 6 Lot Wasserwerke 1 Krz., und 1 Pfd. gutes Brot 2 Krz. 2 P- gelten soll. Wer dagegen handelt, soll mit schwerer und nadj Befinden Leibesstrafe belegt werden, wonach sich jeder zu achten unb vor Strafe zu hüten hat."

Trotzdem wird an gar manche Tür im Laufe des Winters die Not geklopft und so manches Auge am Jahresschlüsse bekümmert in die Zukunft ge- schaut haben; denn die Kriegslasten lagen schwer auf dem Lande, und noch, war es nicht abzusehen, wie der große Eroberer Napoleon dessen Schicksal endgültig gestalten würde. —

Jn treuer Pflichterfüllung fielen ferner für« das Vaterland:

aus M a r j o ß :

3. Lehrer Karl Braun, Kriegsfreiwilliger, Regt. 224/11., 19. 2. 15., im 25. Lebensjahre.

aus Breunings:

1. Konrad Löffert, 88./3., Landwehrmann, durch Flieger­bombe verletzt, am 10. Febr. 1910 in der Kirche zu Cernai; gestorben. An demselben Tage wurde sein Bruder Iohs. Löffert, 174. Inf.-Regt., in Polen schwer verwundet.

2. Johannes Löffert, Garde-Füsilier, Lehr-Inf.-Regt. 11. Komp., geb. 7. März 1894, gefallen am 10. April 1915 in den Karpathen.

aus R o m s t h a l:

1. u. 2. Die beiden Brüder Joseph und Alois B o e s. Ersterer am 9. Fedruar bei Slaskor (Galizien) und Alois am 5. März bei einem Sturmangriff in den Wäldern von Stolnyki (Polen). Alois B. war Unter­offizier und mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.

aus Schlüchtern:

16. Schulamtsbewerber Georg Schäfer, geb. am 11. Febr. 1895, gefallen am 28. März 1915 bei Rosankawierzna (Karpathen). S./223. Sein Bruder Ernst fiel bei Bertrix.

17. Wilhelm Diehl, geb. am 16. April 1896 zu Wies­baden, als Kriegsfreiwilliger seit Mitte August im Heere. Er kam um 26. Okt. nach dem Westen und am 28.