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Seite 200 i^r^ß^o^ß^ß^ß^ß^ß^ßi^ß^ Unsere Heimat ß^ß^ß^ß^ß^ß^ß^r^wß^ß^ß^1 Nr. 5

Für ihre Pferde erhielten sie die nötige Fourage aus dem Amtsmagazin geliefert. Tagegelber und Verpflegung gemährte ihnen die Stadt. So wurden ihnen am 6. November 48, am 30. November 72 und am 14. Dezember 42 fl. ausbezahlt. Sie waren im Gasthause zum Weißen Rotz einquartiert und verzehrten hier vom 29. Oktober bis 14. Dezember 98 fl. 46 Krz., lebten also nicht schlecht. Mittags und abends tranken sie regelmäßig ihren Schoppen Wein.

Der Gendarm Hamon wurde nach einigen Wochen wieder abberufen, scheint aber besonders beliebt ge­wesen zu sein. Die Stadtbehörde verehrte ihm des­halb ein Ge'chenl, bestehend aus Tuch zu Hosen. Dieses lieferten die beiden Juden Seligmann Joseph und Jakob Jsaac zu Schlüchtern für 24 fl. 15 Al- bus. Der Schneider Lhickofsky fertigte die Kleidungs­stücke an und erhielt dafür 4 fl. 16 Albus. Die Sache kam aber zu Ohren des Gendarmerie- Kommandeurs Neuville zu Schlüchtern, und dieser richtete an den Bürgermeister folgendes Schreiben: „Ich habe mich gewundert, mein Herr, baß Sie dem Eensdarmes Hamon Tuch zugebilligt haben, oen ich in Ihre Stadt gelegt habe. Hat er Ihnen denn mehr Dienste als der andere geleistet? Ich bin weit entfernt, Ihnen (!) zwingen zu wollen, gegen die anderen ein Gleiches zu tun; allein, ich sage Ihnen, baß, wenn Ihre Höflichkeit für diese nicht das Näm­liche tun will wie für den andern, ich mich genötigt sehe, ihn sogleich zurück zu ziehen, und zwar den­jenigen, welcher gegenwärtig bei Ihnen ist. Denn feine Kameraden müssen jetzt seinen Dienst versehen. Ich habe die Ehre, Ihnen (! ) mit Achtung zu grüßen". (Name, Ort und Datum fehlen.)

Herauf erwiderte im Namen der Stadtbehörde der Stadtrentmeister Pauli das Nachstehende: „An Befehlshaber der Gendarmerie auf der Kaiserlichen Post. Der Gensdarme Hr. Hamon sowohl als der jetzt noch, hier liegende Hr. Jacquot haben uns bis­her sehr treue und gute Dienste geleistet. Keiner von beiden hat von uns etwas Unbilliges verlangt. Hr. Hamon aber hat uns einige Mal geklagt, baß, er seinen Mantelsack mit seinen Kleidungsstücken ver­loren habe, und baß es ihm an Hosen fehle. Aus Höflichkeit gegen denselben wurde von der Munici­palität einstimmig beschlossen, baß, ihm aus der Bürgerschaft blaues Tuch zu Hosen gegeben werden sollte, und dieses ist auch. in einer ganz guten Meinung geschehen. Hr. Jacquot hat nichts als das ihm ordnungsmäßig Versprochene erhalten. Sehr leid tut es uns daher, baß Hr. Jacquot oder wir hierdurch Verdrießlichkeiten erwarten sollen, denn wenn wir ohne die Hülfe eines oder einiger Hr. Gensdarmen fein sollen, so sitzen wir mit der Bürger- schuft ganz verlassen, und deswegen wollen wir Ew. Hochwöhlgeboren ganz gehorsamst bitten: uns des- falls nicht darüber anzüsehen und uns den Hrn. Jacquot zur Hülfe hier zu lassen. Wollen Gwi pp. uns einmal mit Ihrer angenehmen Gegenwart da- hier beehren, so werden wir uns sehr freuen und das weitere mündlich mit Ihnen zu sprechen die Ehre haben. Mit vorzüglichster Hochachtung verharren Ew. Hochwohlgeboren pp. Stein au, b. 11. Nov. 1806".

Wie die Sache weiter verlaufen ist, geht aus den Akten nicht hervor. Doch vermute ich, baß die 72 fl., die die Gendarmen am 30. November erhalten haben

sollen, dem Kommandanten als Beruhigungsmittel und Schweigegeld gegeben würben, denn die Quit­tung stammt von der Hand Neuville's und trägt auch seinen Namen.

Auch an den Platzkommandanten Herbage und seinen Sekretär Goerner waren Tagegelder zu zah­len. Jener erhielt am 9. November 75 fl. 18 Aldus und dieser 27 fl. und am 12. November nochmals 21 fl. Am 22. November mußten wieder gezahlt werden an Herbage 99 fl., an Goerner 28 fl. Als der Amtmann Gerlach am 15. Dezember nicht gleich in der Lage war, die Herren zu befriedigen, geriet der Platzkommandant dermaßen in Zorn, daß er oen Amtmann auf Schritt und Tritt verfolgte und be­drohte. Dieser konnte si chschließlich nicht mehr in den Hauptstraßen Schlüchterns sehen lassen, sondern mußte seinen Weg durchs Kloster und durch Seiten- gäßchen nehmen. Ein Steinauer Bürger namens Dietrich Clonze, ein zugezogener Holländer, streckte damals dem Amtmann Gerlach 30 Karolinen (a 11 fl.) = 330 fl. vor, und davon erhielt Herbage seine Tagegelder mit 134 fl. 12 Albus, der Sekretär Goerner die feinen mit 44 fl.

Besondere Kosten verursachten ferner die Ver­waltung der Magazine und die darin nötigen Ar­beiten. Die ißerwattung lag in den Händen von Ratsherren und angesehenen Bürgern. Im Brot­magazine brachten vom 23. Oktober bis 6. Dez. zu der Ratsverwandte Wagner 30, der Ratsver - wandte Erauel 28, der Gerichtsschöffe Berendt 38 und der Bürger Christoph Romeiser 32 Tage. Sie erhielten für ihre Bemühungen zusammen 102hz fl. Im Fouragemagazin waren tätig gewesen die Rats­herren Loeser und Dräut und die Bürger Ereß und Fink. Sie besamen dafür 24 fl. Die Arbeiter im Hafermagazin beanspruchten 98 fl. 30 Krz. und die im Heumagazin 135 fl. Außerdem war den Arbei­tern und Fronern beim Heubinden im Heumagazine für 9 fl. 36 Krz. Branntwein und Brot verabreicht worden. Der Fuhrwerkskommissar Draudt bekam für seine Bemühungen 15 fl.

Für die durchmarschierenden Truppen hatten wei­ter die Schmiedemeister Valentin Gerlach, Heinrich Knobeloch und Kaspar Knobeloch für 36 fl. 42 Krz. Schmiedearbeiten, der Kaspar Knobeloch für 6 fl. 50 Krz. Wagnerarbeiten und der Sattler Draudt für 8 fl. 8 Krz. Sattlerarbeiten geliefert.

Für Oel zur Beleuchtung der Wachen und der Kirchen, während Gefangene darin lagen, waren 31 fl. 58 Krz. draufgegangen. Aufs Rathaus lieferte vom 24. Oktober bis 20. Dezember Joh. Kaspar Leipold 70V2 Pfd. Lichte im Betrage von 33 fl. 4 Krz. An Schreibmaterialien waren für 18 fl. 3 Krz. verbraucht worden.

Selbst zu den Kosten für die Entfestigung Hanaus und die Niederlegung der dortigen Wälle, die von den Franzosen vorgenommen wurde, mußte die Stadt beitragen und für 41 fl. 25 Aldus Schubkarren und Pickel nach Hanau senden.

Die gesamten Barauslagen stellten sich für die Stadt auf 2767 fl. 7 Krz., für das Amt auf 1348 fl. 24 Albus 6 O/. Berücksichtigt man, daß die ge­samte Einnahme der Stadtkasse im Jahre 1806 nach Abzug der Rückstände und eines erborgten Kapitals nur 3285 fl. 18 Albus betrug, so müssen die Kriegs­kosten als außerordentlich hoch angesehen werden,