Seite 198 ^^^^^^^^^^>^Q2 Unsere Heimat ^^c^i^i^i^c^s^^^ Nr. 5
Sohn in Urlaub kommt, um Abschied zu nehmen. Und wenn man's recht betrachtet, ist's doch meist auch ein rechter, ehrlicher Soldatentod, weil sein Leben weiter nichts gewesen ist als erst ein tapferes Vorstürmen und Kämpfen, dann ein langes, mürbemachendes Stilleliegen und Geduldigwerden und zuletzt nur noch ein müdes Wünschen nach dem Ende, nach dem Frieden, nach der Heimkehr. Mit solchen Gefühlen sind wir im Frühjahr, das den alten Ruf hat, daß es nicht nur neues Leben weckt, sondern
auch, Alten und Leidenden Scheiden und Erlösung bringt, hinter manchem Sarge gegangen und haben uns da allerhand Gedanken machen können über das Massensterben draußen und das Abschiednehmen des Einzelnen daheim. Und auch! hier gehts wirklich nicht ohne Schmerz und Trauer ab, es wäre denn, daß der Fortgegangene rein gar nichts Gutes zurückgelassen hätte. Und das ist Gott sei Dank ein sehr seltener Fall.
F. Walther.
«Ws» 7m Staub.
Das Vaterland läßt blasen, Es ruft den letzten Sohn.
Ade, du grüner Rasen, Nun muß auch ich davon.
_ Und als ich stieg zu Pserde, Sah ich hinab ins Tal. Da siel mein Lieb zur Erde In unfaßbarer Qual.
Laßt hoch die Fahnen fliegen! Nimmt sie der Feind zum Raub, Dann will ich todwund liegen, Wie du, mein Lieb, im Staub. Carl Friedrich Wiegand.
Ich schreite durch die Wiesen, Gefaßt auf Stich und Hieb. Die blanken Hörner bliesen: „Ade, mein blondes Lieb !“
Der Petroleumwagen ist da! (Winter 1^1415.) Nach Phot. von Zinnall.
Kriegslasten und Kriegsleiden der Stadt Steinau. Bilder aus der Napoleonischen Zeit (17^2-1 $15).
Von Rektor G. Maldfeld.
(Schluß.)
Mühsam und lästig waren bie Kriegsfuhren besonders für die Bauern der von Steinau entfernt gelegenen Ortschaften. Am 24. November z. B. mußten Joh. Möller vom Raith, Heinrich Creß von Reinhards, Buchhold und Koch von Marjoß, Schultheiß Creß von Wallroth und Adam Nau von Ahlersbach mit Pferden; Kistner von Marjoß mit 6 Kühen; Nikolaus Stall und Adam Lins von ebenda mit je 4 Ochsen und Kaspar Börner von Seidenroth mit 6 Kühen von Steinau aus nach Gelnhausen fuhren. Gewöhnlich spannten die Bauern zusammen, um den an sie erhobenen Anforderungen genügen zu können. So hatte z. B. an demselben 24.
November die Gemeinde Hintersteinau 6 bespannte Wagen nach Steinau zu liefern. Es stellten Georg Berthold I. und Nikolaus Berthold den ersten; Heinrich Stall und Nikolaus Iahn den zweiten; Nikolaus Berthold jun., Georg Berthold II., Georg Frischkorn und Adam Stock den dritten; Johannes Leipold, Andreas Köhler, Georg Berthold III. und Georg Rosenberger den vierten; Johannes Resch, Melchior Creß, Melchior Rüfer und! Albert Lotz den fünften, und Heinrich Berthold, Melchior Köhler unb Heinrich Stall den sechsten Wagen.
Es ist nicht zu verwundern, daß die Leute nur ungern und widerwillig solche Kriegsfuhren leiste-