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der Eoebel im Viehhofe, der Pächter Amend auf dem Hundsrück, der Pächter Müller auf dem Tal- Hofe und die Witwe Hufnagel im Ochsen schon um 5 (Uhr morgens in Schlüchtern mit je einem mit
2 Pferden bespannten Wagen zu erscheinen. Die Bürger Nikolaus Hoch, Christoph Romeiser, Georg Zahn und Urban Creß sollten je 1 Wagen und 1 Zugochsen dorthin schicken. Am 1. November forderte das Amt die Bereitstellung von 6 Reitpferden mit Sätteln und 2 Wagen, jeder mit 2 Pferden
bespannt. Am 2. November muhten 10 Wagen über Breitenbach« nach Wallroth geschickt werden. So ging es Tag für Tag. Gewöhnlich fuhren die Wagen talabwärts bis nach Gelnhausen, talauf bis nach Fulda. Sie hatten das Gepäck der marschierenden Truppen oder Proviant oder Verwundete zu befördern. Die Offiziere benutzten die vorhandenen Kutschen und liehen sich damit weiterfahren, oder die zu stellenden, gesattelten Reitpferde.
(Schluß folgt.)
Eine Geheimschrift
die noch dazu von der strengen englischen Zensur durchgelassen wurde, hat Generalsuperintcndent Prälat P. angewendet, als er ansang September seine in England besindliche Tochter über den wirklichen Sachverhalt aufklärte, während bekanntlich die in England befindlichen Deutschen durch die falschen Nachrichten von Niederlagen, Hungersnot, Aufruhr innerhalb Deutschlands gepeinigt wurden. Ich schrieb — so teilt Prälat P. mit — in dem der Zensur unterworfenen Briefe etwa folgendes:
Ueber den Krieg und unsere Lage werde ich dir nicht viel schreiben dürfen. Am besten ists, du hälft dich an dein Gesangbuch und deine Bibel und beherzigst insbesondere die Lieder Nr. 28 (das ist: Womit soll ich dich wohl loben?) namentlich den 4. Vers (Ach ja wenn ich überlege); auch Nr. 19 (Lobe den Herren, den mächtigen König), besonders Vers 2 und 4. Von Bibelstellen halte ich besonders an Psalm 118,15; Psalm 84,8; ferner Psalm 65,10—14 und Psalm 133, auch Psalm 100 ist recht ein Psalm für unsere Zeit. Aus alle dem wirst du ersehen können, wie es um uns steht und woran wir uns halten
Dein treuer Vater H. P."
Jn treuer Pflichterfüllung fielen ferner für das Vaterland:
aus Schlüchtern:
14. Der Kappenmacher u. Hospitalwärter Heinr. Weigel, geboren am 6. August 1875, Landsturmmann des Darmstädter Bataillons, der erst am 11. Februar ausgerückt war, am 3. März 1915 bei Mirzewo (Rußland).
15. Heinrich Möller, Füsilier im 4. Gardereg. z. Fuß, 10. Kompagnie, am 3. März 1915 bei dem Sturmangriff in der Nähe von Perthes, 23 Jahre alt.
aus Wallroth:
6. Musketier Johannes Herche, 3./81., wurde am 12. September verwundet, geriet in franz. Gefangenschaft und ist an demselben Tage in Viliersen-Lieu seinen Wunden erlegen.
7. Wilhelm Druschel, Musketier im Res.-Inf.-Rgt. 223, wurde am 17. Febr. in den Karpathen verwundet und starb am 18. Februar 1915.
aus Oberzell:
5. Musketier Wilhelm Kühlthau, 2./223, fiel am 2. März 1915 in den Karpathen.
aus M a r.j 0 ß :
2. Schulamtsbewerber Heinrich Heinbuch, geb. am 25. Januar 1893, Sohn des Gast- und Landwirts H., Präparand 1907/11, Seminarist 1911/14. Gefallen bei Rosankawcrzna (Karpathen). Inf.-Reg. Nr. 223.
aus Nicderzell:
2. Reinhard L 0 tz, Gefr. im 2. Garde-Inf.-Rgt., 9. Komp. 22 Jahre alt, bei Perthes (Frankreich) am 5. 3. 1915.
3. Johannes Fifchlein, Lehrer in Allendorf bei Ziegen- hain, Reservegefreiter im Inf.-Reg. 167, 2. Komp., 24 Jahre alt. Er fiel durch eine feindliche Kugel beim Rückweg aus dem Schützengraben und ruht in einem Garten zu Rawa (Russ.-Polen).
aus S ch w a r z e u f e l s :
1. Wilhelm Dorn, in den erbitterten Kämpfen bei Rosan- kawierzna (Galizien) im Alter von 21 Jahren, Musketier im Inf.-Reg. 223.
aus H e u b a ch:
2. Bauer Iohs. Müller, 31. Jahre alt, Landw.-Inf.- Reg. 5., wurde am 5. März 1915 verwundet (Bauchschuß) und starb am 8. März im Feldlazarett zu Spala. Hinterläßt Witwe und 2 Kinder.
aus Steinau:
7. Maurer Philipp Fink, Unteroffizier im 1. Garde-Res.- Reg., am 22. Februar 1915 bei Modokowa (Russ.-Polen) beim Schützengrabenwechseln.
8. Maurer Peter Frischk 0 rn, vom 88. Res.-Reg. am 21. März auf einem Patrouillengang in den Argonnen. aus V 0 l l m e r z:
1. Wilhelm Schwarz, 22. Jahre alt, am 23. März 1915, Grenadier im Kaiser Franz Iosef-Reg. Nr. 2.
aus Breitenbach:
1. Georg Kaufmann, Ersatz-Res. im Inf. Reg. 87. Er fiel am 15. März 1915, 30 Jahre alt.
Das Eiserne Kreu^ erwarben ferner.
aus Marjoß: 1. Kl. der Oberförster Richter, 2. Kl. der Unteroffizier Heinrich Iahn.
aus S t e i n a u: Iohs. Beck, Leonhard Fechter, Johannes Geschwinder (schwer verwundet in Trier).
yinf unsere herzliche Sitte
um Mittel für Drucklegung und Versendung von „Unsere Heimat" an unsere Heimatfernen Kämpfer haben uns ferner zugesandt: ,
Herr E. Rosener 3 M., Herr Lehrer Edeling für die Ortsgruppe Neuengronau 6.50 M., Fräulein Hufnagel 6 M., Herr Lehrer Schreiber in Ahlersbach 5 M., Ungenannt (zweite Gabe) 20 M., Frau Elife Lübbert in Honnef 5 M., Fräulein Justine Batst in Hanau 5 M., Herr Lehrer Eichenberg in Hanau 2 M., Frau Lehrer Eucker in Frankfurt a. M. 3 M., Herr Steuersekretär Rosenberger in Gelnhausen 5 M., Frau Luise Lier in Frankfurt a. M. 100 M., Herr F. Fenner 3 M., Herr Wilhelm Anacker in Wiesbaden 3 M., Herr Arnold Nußbaum in Vollmerz 3 M., Herr Dr. E. Schäfer 2 M., Herr Lehrer Traulsen in Altengronau 6 M., Frau K. R. 2 M., Frau Iustizrat Henrichs 10 M., Herr Oberlehrer König in Homburg v. d. H. 3 M. Ueberweisung von der Weitzelffchen Stiftung 4.40 M. Herr Schulrat Lotz-Dillenburg 3 M., Herr Pfr. Meyenschein (Ueberweisung) 2 M., Ungenannt 2 M., Ungenannt 10 M., Herr Ingenieur Unger-Breslau 2 M.
Allen Gebern herzlichsten Dank!
Der Vorstand des Vseimatbundes -
Medizinalrat Dr. C a u e r.
Die verehrlichen Mitglieder des Heimatbundes werden gebeten, ihre Jahresbeiträge ^bis zum 15. Mai jedes Jahres an Herrn E. Weiche! in Schlüchtern einsenden zu wollen oder zu gestatten, daß dieselben nach diesem Termin durch Nachnahme erhoben werden.
Als Manuskript gedruckt: H. Steinfeld Söhne, Schlüchtern. Schriftleitung: Lehrer Flemmig in Schlüchtern. Verlag des Heimatbundes in Schlüchtern.