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in Kriegsgefangenschaft begeben hatte, und die Der kecke Husarenleutnant Helwig auf dem Wege nach Eisenach mit nur 50 seiner Leute wieder befreite, sich weigerte, die Waffen auszunehmen. Ihren Grimm ließen die Gefangenen denn auch in ausgedehnter Weise an den Gerätschaften der beiden Steinauer Kirchen aus. Nach ihrer Abführung waren diese furchtbar verwüstet. Der Schmiedemeister Heinrich Knobloch z. B. mußte für 24 fl. 29 Albus 4 Psg. Nägel, Kloben und Bankeisen in die lutherische Kirche und der Schmiedemeister Valentin Eer- lach für 24 fl. 25 Albus desgleichen in die reformierte Kirche nur zur Befestigung der Kirchenstühle liefern, die die Preußen zerbrochen hatten. Weiter erhielten die Schreinermeister Ulrich und Jakobi 91 fl. 20 Albus für die Ausbesserung und Neuherrichtung der
am 2. November 1806 angeordnet hatte, daß der Bürgermeister 6 Froner für die Reinigung der Kirchen gu stellen habe, die Säuberung durch bezahlte Tagelöhner, da er auch der Meinung wäre, eine solche Arbeit könne man als Frone den Bürgern nicht zumuten. Die Reinigung wurde nunmehr den beiden Glöcknern Gelhaar (lutherische Kirche) und Breiden- stein (reformierte Kirche) übertragen, die sie von bezahlten Arbeitskräften ausführen ließen. Es wurden dafür 18 fl. 15 Albus vergütet. Das Wegschaffen des Strohes kostete für sich noch 4 fl.
Besonders arg muß die lutherische (Reinhards-) Kirche und deren Kirchhof sowie der sich daran anschließende Pfarrgarten mit „Unrat" beschmutzt gewesen sein. Zum Ausräuchern der Kirchen verbrauchte man 2 Schiebkarren voll Wacholdersträu-
Ph. & W. Freund.
ßanösturmmache am Schlüchterner Tunnel.
Bänke und Stühle in der lutherischen Kirche und Der Schreinermeister Ludwig Jakobi 88 fl. 58 Krz. für Reparaturen und Neuarbeiten in der reformierten Kirche. Der Glaser Wilhelm Klöber bekam 22 fl. 15 Krz. für zwei neue Fenster und für Reparaturen an den alten Fenstern in der reformierten Kirche und 4 fl. 48 Krz. für Ausbesserungsarbeiten an den Fenstern in der lutherischen Kirche. Selbst die Schlösser und Türbänder waren abgerissen und zerbrochen worden, so daß 47 fl. 10 Krz. an den Schlossermeister Dietrich Amendt für deren Herrichtung gezahlt werden mußten.
Ueberhaupt müssen die Kirchen nach dem Abmärsche der Gefangenen jedesmal mehr Schweine- stäUen als Aufenthaltsräumen für Menschen geglichen haben,' denn die aufgebotenen Froner, die die Reinigung ausführen sollten, weigerten sich, „stinkende Kirchen" 'gu säubern und gingen fort. Daraufhin verfügte der Amtmann Eerlach, obwohl er bereits
cher, 5 Maß Weinessig, 1 Eescheid Wacholderbeeren und 2 Pfd. Harz. -
Die ersten Verwundeten langten am 30. November in Steinau an. Es waren 164 Mann Franzosen und Preußen. Sie wurden bis zum 8. November von dem Amtschirurgus Dr. Wilh. Gottschalk und dem Stadtchirurgus Dr. Wagner behandelt und mit Medikamenten versehen, wofür beide Aerzte 53 fl. 36 Krz. erhielten. Außerdem behandelte Dr. Wagner vom 30. Oktober bis 10. November allein noch andere französische und preußische Verwundete - ihre Zahl ist nicht angegeben - und berechnete dafür 24 fl. 46 Krz. Ebenso verband er am 16. November bis 7. Dezember 47 Mann Franzosen und Preußen. Für Behandlung und Medikamente stellte er 15 fl. 20 Krz. in Rechnung.
Weiter wurden am 1. November an verwundete und kranke französische und preußische Soldaten in Steinau und Ahl von der Wagnerschen Apotheke für