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Nr. 4 ^^/^s^^^^^^o^Qiw Unsere Heimat ^^^^s^^m^^^m^ Seite 177

Empor die Herzen!

Hoffnung in den schwersten Stunden Mußt du dir im Leben wahren, dann wird Leiden überwunden In den Schmerz- und Todesjahren.

Sieh, die Welt ist voller Jammer, Voll von Wunden, Blut uud Sterben Geh aus deiner dunklen Kammer, Um des Frühlings Trost zu erben.

Blüten sprossen, Blüten prangen Ach, zum Welken auserkoren; Sind die Blätter auch vergangen, Bleibt die Frucht doch unverloren.

Liegen auch noch grau die Weiten, Goldne Sonnenstrahlen sagen: Hinter Not und Tod und Scheiden

Wird ein heller Frühling tagen.

Knospen dort an an jungen Zweigen; Knospen, die einst lFrüchte werden, Wollen als ein Gleichnis zeigen Alles Leben dir auf Erden.

Schlüchtern.

Hinter Warten liegt Erfüllen

Drum laß Hoffnung dich durchdringen;

Leben brieht aus Erdenhüllen, Und der Geist wird Gräber zwingen.

W. Präsent

Um Schafsteg sVuchwafferft Nach Phot. von Zinnall.

flus Feldpostbriefen unserer Vseimntfernen,

Von einem jungen Schlüchterner Kanonier im Westen.

Bei dem Stellungskrieg, wie wir ihn jetzt hier führen, darf man nicht mehr an Schlachten und Schlachtfelder denken, wie wir sie in früheren Kriegen und auch bei Beginn dieses Feldzugs erlebten. Wir führen einen Belagerungskrieg im wahrsten Sinne des Wortes. Unser Landwehrbataillon liegt seit etwa 3 Monaten in derselben Stellung. Daher brauchen wir uns nicht allzusehr zu überanstrengen, und es kommen ganze Wochen vor, in denen unsere Batterie keinen Schutz abgibt. Besonders bei Regen und unsichtigem Wetter lassen wir den Krieg meist ausfallen. Da es die Franzosen ähnlich machen und

uns mit ihren Fortgeschützen nicht erwischen, haben wir unter feindlichem Feuer auch nicht allzuviel zu leiden. Vor allen Dingen ermöglichen uns unsere wirklich gut ausgebauten Stellungen ein ganz ge­mütliches Leben. In den 3 Monaten ihres Hier­seins hatten die Landwehrleute nicht gefaulenzt, und wir jungen Ersatzmannschaften waren gerade mit Geschick in dem Augenblick gekommen, in dem die Hauptarbeiten ziemlich zum Abschlutz gebracht worden waren. Unsere Unterstände sind beinahe üppig ein­gerichtet. Das etwa li/2 Mtr. starke Dach ist oben mit einer starken Eisenbetondecke versehen, die erstens zum Schutz gegen Granaten und zweitens gegen Regen von grotzem Vorteil ist. Die Wände sind auch