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Nr. 3 k^k^^c^c^k^c^mc^^^ Unsere Heimat g^^c^c^mi^^g^g^g^g^ Seite 171

kamen 1 Oberst mit 2 Bedienten und 3 Pferden, 1 Major mit zwei Bedienten und 2 Pferden, 1 Adjutant mit 2 Bedienten und 2 Pferden, 1 Vatail- tonsarzt mit 1 Bedienten, 1 Unterarzt, 3 Fouriere, 1 Bataillons-Tambour, 21 „Bandisten" (Militär­musiker), 1 Profos mit seinem Jungen, 2 Schreiber, 4 Fuhrknechte mit 9 Pferden und 3 Kompagnien, bestehend aus 13 Offizieren und 445 Unteroffizieren und Gemeine, nach Steinau ins Quartier. Am 30. November betrug die Einquartierung 5 Offiziere und 190 Mann Unteroffiziere uno Gemeine nebst 2 Pferden.

Am 1. Dezember waren 2 Offiziere, 90 Unter­offiziere und Gemeine und 92 Pferde; am 2. De­zember 15 Offiziere und 560 Unteroffiziere und Gemeine; am 3. Dezember 4 Kompagnien vom 27. Linien-Jnfanterie-Regiment, bestehend aus 12 Offi­zieren und 480 Unteroffizieren und Gemeinen; am 4. Dezember 500 Mann von der Polnischen Legion (200 Mann kamen nach Bellings und 300 nach Hohenzril); am 5. Dezember 6 Offiziere und 417 Gemeine; am 6. Dezember 3 Kompagnien, bestehend aus 3 Offizieren und 400 Mann; am 7. Dezember 1 Major, 1 Adjutant, 2 Kapitains, 6 Leutnants, 230 Unteroffiziere und Gemeine, 12 Pferde und 4 Wageninechle; am y. Dezember 1 Major, 7 Offi­ziere, 226 Husaren mit 55 Pferden, 6 Fuhrknechte mit 12 Pferden; am 10. Dezember 2 Offiziere und 250 Mann vom 32. Jnfanterie-Regimente; am 12. Dezember 1 Offizier, 48 Unteroffiziere und Gemeine; am 13. Dezember 9 Offiziere, 202 Soldaten und 20 Pferde; am 15. Dezember 1 Offizier und 3 Sol­daten aufzunehmen.

Die vorstehenden Angaben sind datierten Quar­tierzetteln entnommen. Außer solchen sind aber noch viele nicht datierte Zettel vorhanden, die von starker Belegung der Stadt reden. So lautet z. B. ein Anschreiben, das der Sekretär des Kommandan­ten zu Schlüchkern an den Amtmann Gerlach richtet: „Herr Commandant allda ersucht Euer Hochwohl- geboren, die französische Colonne von verschiedenen Regimentern, so der kaiser. Garde, die aus 430 Mann besteht und wofür bereits schon die Quartiers allhier in Bereitschaft stehn, nachfolgt, in Steinau anzuhalten und die Quartiers vor selbe zu bereiten. Nebst der Garde-Mannschaft sind noch die Prison- niers, dann Escort-Mannschaft allhier, die heute Rasttag haben. Die Colonne, so in Steinau bleibt, ist nur 332 Mann, mithin um 100 Mann geringer als die Dragoner de la Garde Jmperial, die hier her komtnen." Nach einem anderen Zettel waren einmal einzuquartieren 15 Musiker, 2 Husaren, 2 Wagenknechte mit 4 Pferden, 5 Chirurgen, 5 Fou- riers und 525 Infanteristen. Ein anderer enthält die Verteilung von 9 Offizieren und 244 Gemeinen auf die einzelnen Quartierwirte. Auch aus den Rech­nungen der Gastwirte ist ersichtlich, daß noch an manchem anderen Tage französische Truppen in Steinau gelegen haben. Doch scheint Mitte Dezem­ber der Durchmarsch beendet gewesen zu sein.

Nur selten wird der Truppenteil benannt, dem die einquartierten oder durchmarschierenden Soldaten angehörten. Doch enthalten die Fouragelisten manchmal darauf bezügliche Bemerkungen. So waren z. B. vom 18. bis 23. November französische Dra­goner, am 22. November Soldaten des 39. In­

fanterie-Regiments, am 24. November das 27., 59. und 69. Infanterie-Regiment, am 25. und 30. No­vember wieder französische Dragoner, am 1. Dezem­ber Chasseurs vom 11. und 16. Regiment sowie französische Chevaulegers, am 9. Dezember fran­zösische Husaren, am 13. Dezember französische Ar­tilleristen u. a. m. einquartiert.

Anscheinend befanden sich viele Rheinbundtruppen bei der durchmarschierenden Armee. So sind z. B. am 12. November Soldaten des Fürstprimas, am 21. November badische Jäger und Hessen-Darm- städter und am 7. Dezember badische Truppen in Steinau. Weiter lassen Namen vieler Offiziere auf deutschen Ursprung schließen. Es wird z. B. u. a. ein General Klärcke, ein Kapitän Brucker, ein Kapi­tän Cornelius, ein Kapitän Meister, ein Haupt - mann von Ochsenstein, ein Leutnant Heinrich, ein Leutnant Kullmann, ein Leutnant Baunach, ein Leutnant Walz erwähnt. Auch der in Hessen wohl­bekannte Oberstleutnant von Lingg von den badischen Jägern lag am 21. November in Steinau im Quar­tier, 4) und zwar im Gasthaus zur Krone. Er stellte dem Schmiedemeister Heinrich Knobloch fol­genden Gutschein (Bon) aus: „Daß Heinrich Knob­loch für das Großherzogl. Badische Jäger-Bataill. zwei neue Eisen abgeliefert und mehrere Hufeisen nagelfest gemacht habe, wird demselben andurch attestiert und der löbl. Gemeinde zur Zahlung emp­fohlen. Steinau den 21ten Nov. 1806. Lingg, Oberstlieut. Command."

Auffallend ist die geringe Stärke der französischen Kompagnien. Von den am 2. Dezember in Steinau einquartierten Truppen zählte jede der vier Kom­pagnien des 76. Infanterie-Regiments nur 112 Mann, die 1. Kompagnie des 69. Regiments nur 102 Mann; von den am 3. Dezember einquartierten Kompagnien die 1. - 110, die 2. - 110, die 3. - 108 und die 4. - 117 Mann. Ja einmal lagen zwei Kompagnien in Steinau (der Tag ist nicht ver­merkt), von denen die eine nur 94 und die andere 95 Mann stark war.

Die gemeinen Soldaten wurden bei den Bürgern, die Offiziere aber in den Gasthäusern oder bei den besser gestellten Leuten und den Beamten einquar­tiert. So erhielten z. V. von der Einquartierung am 2. Dezember der Kronenwirt Baist 2 Kapitäne, der Pfarrer Schlemmer.1 Kapitän, Herr Eberhard 1 Kapitän, Herr Gäbet im Viehhof 1 Kapitän, Herr Creß 1 Offizier, Frau Hufnagel im Ochsen 2 Offi­ziere, der Roßwirt 1 Offizier, Herr Karl Grauel 1 Offizier, Herr Philipp Müller 2 Offiziere, Herr Doktor Wagner 1 Offizier, Herr Kirchenverwalter Denhard 1 Offizier, Herr Präzeptor Zinkhan 10ffiz;

4) Ioh. Baptist Lingg, geb. im Dezember 1765 zu Meers­burg am Bodensee, gestorben am 21. Januar 1842 zu Mann­heim, nahm 1780 Militärdienste und wurde 1803 Major. Nach dem Reichs-Deputations-Hauptschlusi trat er in das badische Heer ein und wurde 1806 Oberstleutnant, 1807 Oberst, 1810 Generalmajor und Chef seines Iagerbataillons 1813 erhielt er mit der Ernennung zum Generalleutnant den erbe­tenen Abschied. Er machte zwar die Napoleonischen Feldzüge mit, bewahrte sich aber durchweg seine deutsche Gesinnung. Die Stadt Hersfeld rettete er bekanntlich vor schwerer Plünderung, deshalb wurde er am 1. November 1827 unter Beifügung des Namens „von Linggenfeld" von Kurfürst Wilhelm II. in den erblichen Adelsstand erhoben. Am 8. November 1896 wurde ihm in Hersfeld ein Standbild errich­tet.