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Seite 168 c^c^^i^^^c^>c^c^)c^>i^)i^> Unsere Heimat ^^^s^^^r^^^r^r^^ Nr. 3

einem Berg ein Unterstand gebaut, wo die feind­lichen Geschosse nicht einschlagen konnten. Dort ruh­ten wir uns 1 Tag aus. Aber die Franzosen hatten diese Deckung auch schon ausgemacht. Ungefähr 200 Meter hinter der Deckung lag ein Eichenstamm. Dort wollte ich Dir einen Brief schreiben. Ich war gerade hingegangen, Hatte mich noch nicht gesetzt, da schlug auch schon vielleicht 20 Meter von mir ein Artillerie-Geschoß ein, daß die Erde haushoch spritzte und der Luftdruck mich fast zusammenschlug. Da machte ich mich in die Deckung zurück und gab das Briefschreiben auf. Heute liege ich nun hier im Schützengraben und schreibe Dir schnell diese Zeilen. Das Artilleriefeuer wird auch wieder heftiger. Wer weiß, wie es diese Nacht wieder wird. Vor uns liegen noch die toten Franzosen und Verwundeten von letzter Nacht. Wir halten hier auch die Fran­zosen eingeschlossen, wenn wir weiter vorgehen, kommen wir in das Feuer der Festungsgeschütze. Hier, wo wir liegen, hatten wir einen schweren Kampf, bis wir die Franzosen in den Festungs- bereich zurückdrängten. Wir holten hier 39 fran­zösische Maschinengewehre von den Bäumen. Solche

Kniffe sind nämlich die Spezialität der Franzosen. In der Schlacht bei Liedersingen hatten die Lumpen ein Maschinengewehr oben in den Kirchturm geschafft und brachten uns dadurch große Verluste bei, weil wir es nicht gleich bemerkten. Als wir es bemerkten, wurde unsere Artillerie benachrichtigt. Die schickte schnell eine Granate hin, daß der ganze Kirchturm zusammenfiel. Und noch mehr so ähnliche Dinge habe ich erlebt. Eben haben wir einen feindlichen Flieger heruntergeschossen. Wenn ich wieder nach Hause komme, kann ich Dir besser erzählen als schreiben. Das Geschützfeuer donnert wieder so, daß die Erde zittert. Ich will jetzt schließen, denn es fängt an, Nacht zu werden. Hoffentlich bekommen wir heute abend etwas zu essen, wenn uns die Rot­hosen nicht wieder stören. Vielleicht bekomme ich heute abend auch das Paketchen. Wir haben gestern abend keine Post bekommen wegen des Gefechts. Die Mutter soll mir jede Woche ein Paketchen schicken. Schreibe mir bald wieder! Auch die Mutter soll mir schreiben. Ich habe nicht immer Zeit.

Fritz.

Heimat.

Ich hab dich immerdar geliebt, So lang ich denken kann, Als Knabe schon mit heißem Herz, Und dann erst recht als Mann.

Ich hab mir manches Glück erdacht

In eitler Träumerei, Und immer, immer wärest du, Mein Heimatland, dabei.

Ich sang dein Lied in Freud und Leid,

Halt weil ichs singen mußt, Doch daß ich so, ich so dich lieb, Das hab ich nicht gewußt.

Da sprang aus einer bangen Nacht

Ein blutger Tag heraus, Da heulten Wölfe ohne Zahl Um unser stilles Haus.

Da lohten Fackeln hungrig auf, Da drohten Mord und Brand, Da gellt der Kriegsruf: „Mann, steh auf! Der Feind ist in dein Land!

Die Flinten aller Starken find Auf unser Haus gerietst', Sie wollen uns mit Weib und Kind Auslöschen wie ein Licht!"

Uud vor mir stieg der Heimat Pracht

Mit Berg und Flusseslauf, Dazu das Tal im Ernteschmuck Aus Morgennebeln auf.

Das Feldstück, wo lieb Vater mein Einst hinterm Pfluge ging, Der alte Apfelbaum, der schon Voll goldner Früchte hing.

Das Haus, darin mein Mütterlein Mich beten einst gelehrt, Darin mein zllchtges treues Weib Mir Kinder hat beschert.

So stand ich und ich sah vor mir In einem Augenblick —

Herr Gott im Himmel, schütz es du! — Der Heimat volles Glück.

Ich hab sie immerdar geliebt, Weil ich sie lieben mußt. Doch daß ich so, ich so sie lieb’, Das hab ich nicht gewußt.

August Lämmle.

was gibt# Neues daheim!

er März ist eingerückt. Seine Quartiermacher waren mehrere sonnige, warme Februartage, die frohe Nachrichten von Siegen über die „Dampfwalze" brachten. Gestern und vorgestern klangen die Glocken von allen Türmen, und es gab ein eiliges Laufen zum Rathaus, wo die Sieges­depeschen verlesen wurden. So groß aber auch jedes­mal die Freude ist es ist doch diesmal kein Sieges­jubel wie er 70 und 71 sich Luft machte. Die Hurras kommen gar nicht, oder man merkt ihnen

den gedämpften Klang an, und zu einem all­gemeinen, jubelnden vaterländischen Volksgesang reicht's erst recht nicht. Dazu ist uns jetzt noch nicht die Brust frei und weit genug. Es ist ja fast keiner da, der nicht an einen lieben Feldgrauen draußen denkt und an all das Schwere, das noch von unseren Kämpfern draußen und vor uns liegt. Unser alter Schlüchterner Witzbold Hildebrand aus der Krämer­gasse (bas „Philippche") sagte gestern: „Was nötzt das all? Die Russe - ich well emol vergleich