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ist das Ueberschwemmungsgebiet. Da haben Die Lumpen die Schleichen aufgezogen. Sie haben sich aber dadurch mehr Schaden zugefügt als uns. Lieber Sohn, Roulers liegt ungefähr eine Stunde hinter der Schlachtfront. Da hören wir den Geschützdonner und dazwischen die Musik der Gewehre und Maschinengewehre. Es ist ein ewiger Schützengrabenkrieg. Die Feinde haben sich staffelweise hintereinander eingegraben, wir natürlich auch, zuerst Die Infanterie, dahinter die Artillerie. Die Geschütze schießen über die Jnfanteriegräben hinweg. Wenn die Franzosen aus einem Graben vertrieben sino, springen sie zurück in einen anderen.
Sei hübsch brav und Deiner Mutter folgsam und hilf ihr bei der Arbeit. Vergiß aber auch nicht Deine Pflicht gegen Lehrer und Schule, es ist Dein späterer Vorteil. Sei vielmals gegrüßt von Deinem Vater.
Franzosen schössen aber immer weiter, so daß unser Essen nicht herbeigebracht werden konnte. Gegen Morgen um 3 Uhr nahmen die Stromer dann unsere Schützengräben in Feuer, und wie! Sechs Batterien geben Salven und Schnellfeuer auf uns, daß wir die Stellung fast nicht mehr halten konnten. Immer noch schwieg unsere Artillerie. Da ging auch noch die französische Infanterie zum Sturm vor. Die wollten nämlich wieder einen Ausfall versuchen. Wir nahmen sie aber nicht sehr höflich in Empfang und brachten sie bald zum Kehrtmachen. Jetzt erwachte auch unsere Artillerie. Lieber Bruder, da hättest Du mal etwas hören können. Unsere Feldartillerie war in Stellung gegangen, direkt hinter uns, und die schweren Belagerungsgeschütze standen weiter zurück im Wald. Ich dachte, die Erde würde zerreißen, als die alle in Tätigkeit traten. Die Feld- artillerie gab Salven ab, was nur aus dem Rohr
vor dem Rathaue in Schlächtern nach dem Eintreffen des Siegs in Masuren.
Zinnall'
Von einem Weichersbacher Wehrmann. Frankreich, den 21. 10. 14.
Lieber Bruder!
Deinen Brief habe ich erhalten, will Dir auch schnell ein paar Zeilen schreiben. Wir sind jetzt hier vor der Festung T., 22 Tage liegen wir schon hier in den Schützengräben. Denke Dir dieses Leben! Aber Du kannst Dir davon kein Bild machen. Essen bekommen wir nur abends um 8 und morgens um 4 Kaffee. Das wird über eine Stunde weit hergefahren und ist jedesmal kalt. Vielmal fällt es aber auch ganz aus, denn wir haben viele Gefechte mit den Rothosen, die manchmal die ganze Nacht durch andauern. Dies war der Fall gestern erst wieder. Gestern morgen um 10 Uhr begann das Artilleriefeuer auf unserer Seite, kurz darauf antworteten die Franzosen und so hielt das Feuer an bis in Die dunkle Nacht. Dann schwieg unsere Artillerie, Die
konnte und die schwere Artillerie brummte ihren Baß dazwischen. Der Luftdruck unserer Feldartillerie nahm uns fast die Helme mit fort. Jetzt lenkte die feindliche Artillerie ihr Feuer wieder auf unsere Artillerie, und es entspann sich ein fürchterlicher Artilleriekampf, der andauerte bis heute morgen um 9 Uhr. Da war die feindliche Artillerie ziemlich zum Schweigen gebracht. Unsere feuerte noch fest bis Mittag. Jetzt 3 Uhr wechseln noch einzelne Schüsse. Weiter rechts, bei einem anderen Bataillon hält auch das Gewehrfeuer noch an. So hat uns diese Bande auch wieder um unseren Morgenkaffee gebracht; denn am Tag darf niemand das Gelände betreten und niemand den Kopf aus dem Schützengraben heben, denn die französische Artillerie schießt auf jeden einzelnen Mann. Und fast täglich haben wir Verluste. Vorige Woche lagen wir 3 Tage und 3 Nächte ununterbrochen im Feuer. Dann kamen wir 1 Tag in Reserve. Da war hinter