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Seite 152 ß^£^^£s^ß^ßs^£S^£^^O^£^s^£S^£ Unsere Heimat ^^^c^^^^^^^^>^ Nr. 2

Gruß und Handschlag Zuvor allen feldgrauen, die das Statt aus der Heimat lesen !

chrieb da kürzlich einer von Euren Mitstreitern an der Pser, daß er schon eine Drossel habe singen hören. Trotz des Schlachtendonners! Woran mag er beim Gesang des Vögleins gedacht haben? Ein anderer, sein Kamerad aus der Nach­barschaft, hat ein Heideblümlein aus dem Sand in Rußland nach Hause geschickt mit der Bitte, es ihm aufzuheben, bis er heimkomme. Nach einer schrecklich durchlebten Nacht hat er es am taufrischen Morgen gepflückt, und es hat ihn getröstet und an die Heimat erinnert.

Und wenn dieses Blatt in Eure Hände kommt, flugs sind Eure Gedanken heimwärts gekehrt, und wenn einer Luch fragen wollte: Wo wollt Ihr hin? „Nach Hause!" würde sicherlich Eure Antwort lauten. Aber der Weg dahin führt über einen hohen Berg; da weilt der Friede. Und der Berg muß erstiegen sein. Aber wie es in der Heimat gegen­wärtig sein mag, - das möchtet Ihr wissen, und davon soll das Blatt Euch Kunde tun.

Nun, es ist doch noch Winter geworden, und die Kinder bahnen Mit ihren Schlitten neue Wege, und die Jugendwehr hat kostenlos Munition, um feindliche Stellungen zu bombardieren. — Mit dem Gesang der Vögel ist es noch nichts. — In der Natur hat es sich geändert, aber Gott sei ge­dankt, hat sich in der Herzensstellung zu Euch in der Heimat nichts geändert. Die Liebe und Treue ist noch dieselbe wie im Anfang und ist nur noch inniger und fester geworden. Die Kinder und Jung­frauen rühren von neuem die Hände, um warme Sachen gegen den Winter zu stricken, und die Alten denken an die verschneiten Wege in Rußland und in den Vogesen und an Ihre Söhne in unwirtlicher Gegend fern der Heimat. Aber man merkt es ihnen an: Je größer die Strapazen, je tiefer der Schnee, um so mehr wächst ihre Zuversicht zu den sparta­nischen Tugenden des deutschen Heeres, unter dessen Fahnen sie auch einst gedient haben, und zu dem Lenker der Schlachten, der den Ueberwindern die Krone verheißt.

So wandern die Gedanken hin und her, aber der schönste Trost bleibt es, daß es im Feld und in der Heimat so steht, wie im 2. Buch der Könige Kap. 10 V. 15 erzählt ist. Ein israelitischer König begegnet einem edlen Mann aus dem Volk und möchte dessen Gesinnung kennen lernen. Er fragt ihn: Ist dein Herz richtig, wie mein Herz mit deinen Herzen? Der treue Mann antwortet ein­fach : Ja! Da sprach der König bewegt: So gieb mir Deine Hand! Und gemeinsam zogen sie ihre Straßen.

Ich meine, das wäre uns andere! Meinst du, meint ihr

wichtiger als alles es noch ebenso treu Steinau

und ehrlich wie im Anfang? Ist dein Herz noch richtig? Und da war es eine große Freude, an Kaiser Geburtstag es zu erleben, wie alles Volk darauf durch die persönliche Beteiligung mit einem einfachen Ja antwortete. Unser Kaiser meint es mit dem Erbe seiner Väter ehrlich und wir es mit ihm. Aber zwischen uns und Euch verhält es sich ebenso: Ist Euer Herz noch richtig, wie unser Herz mit dem Euren? Und Ihr fragt dagegen, ob unser Herz noch richtig sei, wie Euer Herz mit den unsern?

Ich habe einen Nachbarn, der war anno 1870 dabei. Sein Gegenüber schrieb ihm aus dem Feld, daß er kommen möchte, denn er kenne doch die alten Wege noch von 1870 her. Er kann aber nicht, denn er liegt zu Bett; aber die eine Nacht ist er bei den Soldaten in Rußland, die andere Nacht in den Schützengräben in Frankreich, und wacht mit oen Soldaten, denn er kann wenig schlafen. Sein Herz ist richtig.

Oder ich gehe in die Vereine und sehe alle Plätze besetzt, mehr denn 95 Mädchen die Hände rühren und für die Soldaten und das Heer arbeiten. Zum Schluß heißt es: „Nun singen wir für unsere Lieben noch ein Lied." Und alle stimmen nach einer frischen Marschmelodie lebhaft ein:

Brüder, seht die Bundesfahnen in den Lüsten wehn! Neubelebt sollt ihr die Rechte Gottes siegen sehen! Gott mit uns! sei unsre Losung! Vorwärts! Gloria! Seht, uns winkt die Lebenskrone, Mut, Hallelujal Ihre Herzen sind richtig.

Und wenn einmal der Druck gar - so schwer und die Nachrichten traurig lauten, so sehen wir uns an mit der stillen Frage: Ist das Herz noch richtig? Und dann geben wir uns die Hand, wie die Kinder in Gefahr nach der Hand der Eltern greifen, um sich> zu schützen, — und gehen gemeinsam zu oem, dessen Herz richtig war mit uns und der das Kreuz und die Schmach nichts geachtet hat, um uns zu helfen. Und dann sind wir wieder aufrecht, und das Herz ist richtig und nichts Schiefes mehr. Und nun wissen wir es von ihm selbst: Er hat selbst um unser Bestes bis zum Tod gekämpft.

Ihr schreibt oft: „Aengstigt Euch nicht um uns! Wir tun unsere Pflicht, denn wir wollen Euch schützen vor den Schrecken des Krieges, die wir täg­lich sehen". Wir sind dadurch gerührt, denn Eure Herzen sind richtig. Gott gebe, daß es immer so bleibe! Wie heißt es doch im Liede?

Unverzagt und ohne Graun Soll ein Christ, Wo er ist, Stets sich lassen schauen!

Römheld

Ein felöhrief.

Sehr geehrter Herr W.!

m heutigen Freitag sind es 17 Wochen, daß wir Schlüchterner Landstürmer vom Landst.- Batl.-Hanau unser liebes trautes Heimat-

städtchen und unsere Lieben zu Haus verlassen mußten, dem Rufe des Kaisers folgend. 17 lange, bange Wochen trennen uns vom Liebsten, was wir haben, von Heimat und Familie, und hätten wir