Einzelbild herunterladen
 

Seite 150 Gsc^c^c^c^c^^G^Mc^GsciG) unsere Heimat g^g^g^g^c^rsc^c^g^i^g^g^ Nr. 7

Es stirbt kein Volk wie mir.

Dich, Knabe, will ich küssen Noch einmal vor dem Krieg. Ich werde sterben müssen - Mein Tod bringt dir den Sieg.

Nimm dann das Haus zum Erbe Und pflüge tief das Land Und weihe, wenn ich sterbe, Der Mutter Herz und Hand!

Dein Vater war stets heiter, Trag du die Stirne frei! Dein Vater war ein Reiter Der deutschen Reiterei. . .

Schau, in den alten Fahnen Glüht junges Morgenrot!

Es blasen die Ulanen

Das Lied vom Reitertod —

Herr Feind, wir werden sterben, Doch nicht beim ersten Schutz. Ich will erst dich verderben Und siegen, weil ich muß!

Und wo wir sterbend liegen, Da darf kein Feind mehr stehn. Wir sterben und wir siegen — Wär's Einer gegen Zehn!

Wer besser weist zu sterben, Herr Feind, den nenne mir! Der Ruhm gehört den Erben — Es stirbt kein Volk wie wir!

Karl Friedrich Wiegand.

«H»

Deutsche Worte.

Der Krieg ist der Inbegriff, das Vollmatz, die höchste Steigerung und Häufung aller leiblichen und seelischen Schmerzen und Peinen, die nicht nur über Einzelne, sondern über ganze Völker zumal hereinbrechen. Wehe dem, der ein so furchtbares Unglück heraufbeschwört! Seine Schuld schreit um Rache zum Himmel; sie ist ein Fluch, der auf immer ihn brandmarkt auf Erden. Heil dir, mein Vaterland! In all deinen Kriegsnöten bleibt oas dein süßer Trost und dein schönster Ruhm — ein Ruhm, größer noch als der deiner Siege — öaß du redlich und ehrlich alles getan und versucht hast, um der Menschheit den Frieden zu erhalten, oag du erst zum Schwerte gegriffen, als deine Ehre und deine Existenz es verlangten!

Bischof von Keppler

(„Leidensschule" 1914).

Ansprache eines feldpredigers vor der Schlacht.

Der jugendliche Stuttgarter Stadtvikar, Offizier- stellvertreter Siegfried Traub, hat vor der Schlacht bei Becelaere in Flandern, in der er selbst den Tod fürs Vaterland finden sollte, eine Ansprache an seinen Zug gehalten, die ein ergreifendes Zeugnis für den todesmutigen Geist unsrer Truppen ist. Seine Rede schloß mit folgendem siegestrotzigen Bekenntnis:

Kameraden, es gilt, dem Tode ins Auge zu schauen! Wir wollen es mutig, mit gutem Gewissen, in Gedanken an unsre Heimat tun. Wir können es mit Gott im Herzen. Er verbindet uns untereinander, er verbindet Heimat und Schlachtfeld, er verbindet zu ewigem Zusammensein.

Nun komm, Du Sensenmann,

Und fast uns kühnlich an!

Wir zittern nicht,

Wir wanken nicht,

Wir tun nur unsre Pflicht.

Du schreckst uns nicht mit Blut,

Mit grimmiger Feinde Wut,

Wir kennen Dich und unsre Not

Und einen treuen ewigen Gott.

Es lebe die Heimat, es lebe der Kaiser, es lebe auf zu hellen Flammen Gottes Geist in Zeit und Ewigkeit!

Peffer onn SaalZ.

Auch ein ,,S anitäter".

Ein Steinhaufen, darauf ein Bub, ein „Franzost", der die „Festung Belfort" tapfer gegen die steinernen Geschosse der „Deutschen" verteidigt. Es gibt auch Verwundete, und etwas abseits ist die Sanität eifrig tätig. Ein kleiner Junge arbeitet an seinen Kranken mit einem Maßstab, größer als er selbst. Auf die Frage, wozu er denn den braucht?: „Na, mit dem messe mir als 's Fieber von unsere Verwundete!"

Gegen den Eselstritt.

Dem Feind, der fiel im Streite, Schlitzt man nicht auf den Bauch.

Man tritt versöhnt bei Seite:

Das ist Eermanenbrauch. (Ed. Paulus).

fjeimntpoft

Die Mitglieder unseres Heimatbundes bitten wir herzlich, die Beiträge für 1915 umgehend an Herrn E. Weichel in Schlüchtern senden zu wollen. In der Kasse ist Ebbe. Wir bitten ferner, fleißig neue Mitglieder werben zu wollen.

Zur Weiterführung der Kriegschronik wollen sie Helfer uns auch fernerhin von allem Erleben unserer Heimatfernen möglichst sofort Mitteilung machen. Gute Feldbriefe kommen nach und nach alle zum Abdruck in „U. Heimat". Die vielen dankbaren Grütze unserer Feldgrauen für unsere erste Kriegs- nummer erwidern wir aufs herzlichste.

Der Vorstand des Heimatbundes.

Als Manuskript gedruckt: H. Steinfeld Söhne, Schlüchtern. Schriftleitung: Lehrer Flemmig in Schlüchtern. Verlag des Heimatbundes in Schlüchtern.