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(ß. Börne.s „Für Geld kann man sogar den Teufel tanzen lassen", meinte neulich einer. Er merkte nicht, daß der ihn so sehr an d e r Strippe hatte, daß er sogar seine Kinder zu Knechten des Geldes erzog! Doch steht ja immer nach dem „Heger" der „Feger" bereit, der dem Zusammengescharrten wieder Beine macht. Und am Rande des Grabes wird sogar die „Milliarde" zu — nichts.
Jst's besser geworden? Mir kommt's vor, als wenn jeder Generation das, was ihr gegeben ist, vom
Ewigen als eine Aufgabe zugewiesen wird, mit der sie fertig werden soll. Die einen lösen sie, die andern rennen sich die Köpfe dran ein. Und ein Grundfehler bei der Rechnung wird dann gemacht, wenn bloß das als Wert geschätzt wird, was die Börse wägt und zählt. Die Werte, von denen ein Volk in Wahrheit lebt, liegen schließlich doch ganz wo anders. Davon, mill's Gott, ein ander' Mal.
G. Zlemmig.
^us der Zeit vor hun-ert Jahren.
Miegserlebniffe Ses freiwilligen Jägers Ludwig Vep von Schlüchtern.
Nach der in der Kirche zu Schlüchtern hängenden Gedächtnistafel haben 25 Schlüchterner den Feldzug gegen Frankreich 1814 mitgemacht. Auffallender Weise fehlt unter den dort angeführten Namen der des Ludwig Bey, von dessen Kriegserlebnissen die folgenden Zeilen etwas berichten sollen. Das Fehlen seines Namens kann ich mir nur so erklären, daß Bey kein geborener Schlüchterner war. Er wurde im Fahre 1794 in Rod- Heim v. d. H. als Sohn des dortigen Pfarrers geboren. Sein Vater starb im Fahre 1808 als Pfarrer in Lohr- Haupten. Nach seiner Konfirmation kam Bey auf das Schlüchterner Gymnasium; er wohnte bei dem Rektor Hafselmann. 1811 ging er nach Marburg, um Theologie zu studieren. Fm Frühjahr 1813 ergriff der deutsche Freiheitsgeist den Neunzehnjährigen, wie viele seiner Kommilitonen. Es hielt ihn nicht länger in Marburg; er wollte in das Lützow'sche Freikorps eintreten. Aber auf dem Wege nach Sachsen besann er sich eines anderen, im Mai 1813 finden wir ihn wieder in Schlüchtern im Hause seines Lehrers Hafselmann. Als die geschlagenen Franzosen in den letzten Oktober- und ersten Novembertagen 1813 durch Schlüchtern zogen und hinter ihnen her die Oestreichs und Russen, erwachte in Bey von neuem die Kriegslust. Er schloß sich den Oestreichern an und wurde von ihnen als Fourier engagiert. Aber der Dienst bei den Oestreichern gefiel ihm nicht. Schon in Frankfurt verließ er sie. Er hatte dort gehört, daß auch Hessen gegen Napoleon mobilisiere. Da zog es ihn zu seinen Landsleuten. Fn dem freiwilligen reitenden Sägerkorps, das in Kassel gebildet wurde, wollte er den Krieg mitmachen. Er kaufte sich ein Pferd, und über Hersfeld ging es nach Kassel. Unterwegs wurden er und seine Kameraden in den Orten, die sie passierten, überall als Patrioten gefeiert. Nachdem sie in Kassel notdürftig einexerziert waren, wurde er mit 8 Gefährten nach Hanau gewiesen, wo die 4. Eskadron der reitenden Säger gebildet werden sollte. Er hatte gleich den andern Freiwilligen bis dahin noch keine rechte Sägeruniform. Sein Rock war ein ehemaliger westfälischer Husarenpelz, die Hose hatte vordem einen westfälischen Cheveauxleger geziert, nur der Tschako war neu und verriet den Säger. Immerhin sah er militärischer aus wie viele seiner Kameraden, die ihre Universitätsröcke weitertrugen.
Als Bey auf dem Ritt von Kassel nach Hanau Marburg passierte, begrüßten ihn die alten Kommilitonen, und im „König von Preußen" ward bis in die Nacht hinein kommersiert. Das war eine schwere Trennung
anderen Tages! Die Zurückbleibenden versprachen bald nachzukommen, und viele hielten Wort. Mancher, namentlich von denen, die in preußische Dienste traten, starb in Frankreich den Tod für's Baterland. Fn Gießen wurden ebenfalls bei Becherklang studentische Erinnerungen aufgefrischt. Durch's Frankfurter Tor zogen sie tags darauf in Hanau ein. Viele Hanauer waren ihnen entgegengegangen. Kaum war es bekannt geworden, daß in Hanau die 4. Eskadron des Sägerkorps formiert werden sollte, so kamen viele junge Leute aus Hanau selbst und der Umgegend, die sich schon beritten gemacht hatten. Nach 14 Tagen zählte die Eskadron bereits 105 Köpfe. Sie wurde einexerziert und equipiert. Einige Tage nach Neujahr erfolgte der Ausmarsch aus Hanau. Vorher war die von Hanauer Frauen und Mädchen gestickte Fägerfahne feierlich in der Kirche geweiht unb den Kriegern überreicht worden. Groß war die Begeisterung der Bevölkerung. Bis Bergen gaben die Hanauer den Ausziehenden das Geleit. Fn allen Dörfern wurden ihnen Getränke geboten und Lebensmittel mitgegeben. Über Friedberg und Gießen marschierten sie in den Ebsdorfer Grund, wo sie so lange in Kantonnements liegen mußten, bis die verschiedenen in Kassel neugebil« beten Truppenkörper, worunter sich auch die drei Es- kadrons reitender Jäger befanden, angelangt waren, um vereint den Vormarsch nach Frankreich anzutreten. Am 25. Fanuar kam der Befehl zum Weitermarsch. Bor Wetzlar stießen sie auf die 3. Eskadron. Mit dieser zogen sie gemeinsam unter Huldigungen der Bevölkerung, namentlich des schönen Geschlechts, durch das alte Lahnstädtchen. Bei Braunfels vereinigte sich die ganze zweite Marschkolonne (ca. 4200 Mann) des Kurhesi. Armeekorps. Hier wurden sie auf die Kriegsartikel vereidigt. Am 2. Februar passierten sie bei Coblenz den Rhein und zogen dann weiter moselaufwärts.
War es bis dahin von Bey als Luft empfunden worden, Soldat zu sein, so machte sich von jetzt ab die Kehrseite des Kriegslebens arg bemerkbar. Die Quartiere wurden immer schlechter, die Bevölkerung wurde unfreundlicher, die Lebensmittel mußten meistens gewaltsam requiriert werden. Dazu war es ein kalter Winter. Fn manchen Gegenden lag der Schnee so hoch, daß sie absteigen und die Pferde führen mußten. Da man im Feindeslande war, mußten Feldwachen ausgestellt, eine Avantgarde gebildet, Patrouillen ausgesandt werden.
Das Kurhessische Korps war dazu bestimmt, die preußischen Truppen, welche die Festungen Luxemburg, Thionville, Metz, Saarlouis und Longwy einschlossen