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Doch wo früher die mutigen Hengste der Ritter unruhig den Boden gestampft haben, da wandeln jetzt langsam und bedächtig schön gewachsene Rinder Simmentaler Schlags, und wo einst das Hifthorn zum fröhlichen Jagen gerufen hat, läßt heute der Hirt seinen Hornruf zum AuSzug der stattlichen Herde ertönen.

Fleißige Hände schaffen vom frühen Morgen bis in die sinkende Nacht und neues Leben ist erblüht auf der Stätte, wo das altersgraue Ueberlebte dahin ge­gangen ist. Möge Uerzell weiter blühen und gedeihen und möge ihm ein besseres Geschick bestimmt sein als der Familie, die durch Jahrhunderte eng mit ihm ver­bunden gewesen ist, der alten Familie von Mörle ge­nannt Böhm und ihrem Schlosse.

A« Benutzte Litteratur:

1. Reiner, Hanauer Urkundenbuch Bd. 3 und 4.

2. J. Rullmann, „Urkundliche Geschichte des Klosters Schlüchtern". Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte unb Landeskunde N. F. Bd. 7 Kassel 1877.

3. J. Rullmann, „Geschichte derPfarreiHintersteinau."

4. G. Landau, „Beschreibung des Gaus Wettereiba." Kassel Verlag von Tseodor Kah 1854.

5. G- Landau, „Die hessischen Ritterburgen und ihre Besitzer". Bd. 3 Kassel I. J. Bohno 1836.

6. E. Krollmann „Burg Steckelburg die Stammburg Ulrichs von Hütten."

7. L. F. Freiherr v. Eberstein, „Geschichte der Freiherr»

v. Eberstein." Sondershausen 1865.

8. J. Grimm, Weistümer Bd. III.

9. Pros. Dr. Heinr. Heppe, „Die Restauration des Ka­tholizismus in Fulda re." Marburg Elwert 1850.

10. Dr. Jgnaz Komp, „Fürstabt Balthasar von Fulda und die Stiftsrebellion von 1576", in „Fuldaer Geschichtsblätter" Jahrg. 1911 Seite 39.

11. Ernst J. Zimmermann „Hanau Stadt und Land." Hanau 1903.

B. Benutzte handschriftliche Quellen:

1. Urkunden des Kgl. Staats-Archivs zu Marburg.

2. Urkunden des Stadt-Archivs zu Frankfurt a. Ä

3. Das Kirchenbuch von Schlächtern.

4. „ „ „ Kreffenbach.

5. „ „ „ Hintersteinau.

6. Eine Pergamenturkunde aus dem Besitze des Herrn Bürgermeisters Schleich in Uerzell.

7. Akten des Kreis-Ausschusses zu Schlüchtern.

8. Hanauer Regierungs Protokoll vom Jahr 1562.

Als Anlage wird die im Besitze des Bürgermeisters 'Schleich in Uerzell befindliche und von diesem der Heimatsammlung in Schlüchtern zur Aufbewahrung übergebene Urkunde über den Verkauf der ehemaligen fürstlich suldaischen Meierei in Uerzell im Wortlaut wiedergegeben.

Anlage.

Wir Adalbertus von Gottes Gnaden Abt des Stifts Fulva, des heiligen Römischen Reichs Fürst, Römischer Primas, verkünden und bekennen vor Unser Nach­kommen und Stift, demnach unser neuster Herr Vor­

fahr an der Regierung hochstieligen Anoenkens Unfern Untertanen Hans Erb von Neuenberg, Johannes Gaß von Nuwenhof, Kleinhans Schmidt, Kurth Iahn, Ihren Hausfrauen und Erben auf Unterthäniges Ansuchen ver- kailft und zu Kauffen geben die Meyereip sampt einem Kaiserin Erb-Cantzlar, durch Germanien und Gallien Bauerngut zu Urtzl, nemblich ahn Gebäuden das wohnhauß, wo die Hosteut bishero gewöhnet, die drey wohlgebaute,Scheuern, die Wohnung, wo der Schäfer wohnt, und die Hofraith oder Baustätt zu dem Bauern- gütlein, ahn ackerfeld, der rothacker zu vier malter, der Schlingelsacker zu ein und einhalb malter, der Baum­acker obig dem Garten zu ein und einhalb malter, der acker beim Hühnerstrauch zu ein malter, noch ein Acker beim Hühnerstrauch zu zwei malter, der Herrnacker beim Ulmbacher Pfad zu vier malter, der kleine Herrn­acker zu ein malter, der Ober Herrnacker zu vier malter, das Aeckerlein ahm Rabensteiner Weg ein malter, der pferdtacker zu vier malter, der Acker an der Wasch vier malter, der Acker ahn der Unterwasch vier malter, das Schaffeldt bey Fleschenbach zu fünf malter, der Acker auff der Eisenkautten zu sieben malter, der Acker ahm Eisenstrauch zu drey malter, der Ochsenacker zu ein mltr, alle gebaut Landt, ferner so noch anzubauen, der Rothacker noch zu vier mltr., der Bornacker zu drey mltr., der gromme Acker zu drey mltr., der Acker ahm Dietzstein zu drey mltr., der Acker am Dietzstein im Loch zu drey mltr., der Pfaffenacker ahn der Steinauer- straß zu ein und einhalb mltr., noch ein Acker daselbst, stößt wieder Johannes schädeler und schmitt zu drey mltr., ein stück wüst Feld ander Wasch zu zehenmltr.,ein stück wüst Feldt ahn Zahn Lipßengalb zu Eilst mltr., der Bergacker zu ein mlt., der Kauppenacker zu zwey mltr, der Hermannsscheueracker zu zwey mltr., der Baum­acker zu einhalb mltr., der Acker beini Hühnerstrauch noch zu zwey Mltr., ahn Wießwachß die Unterochsen- wieß zu zwei fuhr, die Wasch zu Ungefähr zwölff fuhr Heu, die Mittelochsenwieß ist dem Unterdiener zu Be­stallung reservirt, die Untermühlwieß zu drey fuhr, die Herrwieß zu zehen fuhr, die Elesewieß zu ein und einhalb fuhr, die Thorwieß bis wieder die Diehlmühl zu zehen fuhr, die Schlingelswieß zu drey fuhr, die Nachbahrswieß bis wieder den Wannpfad zu drey fuhr, die Hainbuchenbornswieß zu drey fuhr, die sogenannte KnöttelSwieß zu zwölff fuhr, die Nesselwiesen zu drey fuhr, die Berkwiesen zu drey fuhr, die Huthweidt mit Ihrem Jiachbahrern Herkommens, an graß-Krauth- undt Rübengarthen, maß die Hoffleut genossen, soweith undt viel, als Unsern Ambtsvogten undt unterdiener zu Ihrer nothdurft nicht ejngeräumbt ist, ein schäffereygerechtigkeit insgesambt, jedoch daß ieder von denen vier Höffen besonders jährlichen einen Prüfst Hammel und Oster- lamm nebst denen gewöhnlichen Zahl Hämmeln davon entrichten, Vnß auch alle Jahr freystehe, bis zweyhundert Hämmel von WalburgiS bis allerheyligen in den pferch mit eintreiben zu lassen, also undt dergestalt, daß sie Küuffere solche Meyerey in vier Höfe unter sich in gleiche Theyle vertheylen, wie solche die bißhero pfacht- weiß darauf gesessene Hofbauern Jnne gehabt, genossen haben, oder von rechtswegen haben genießen sollen,