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Wilhelm zu Salmünster und Johann Georg, Würz- burgischem Generalfeldzeugmeister, ein, so daß jetzt, nach dreieinhalbhundertjährigem anverweitigem Besitz, die Städte Salmünster und Soden sowie die Dörfer Abl und Salz allein der Herrschaft Fulda wiederum unterstanden. Die Grenzen dieses fuldischen Gebietsteiles bildeten in damaliger Zeit nördlich die Besitzungen der Freiherren von Hütten (der huttensche Grund), östlich die obere Grafschaft Hanau, südlich kurmain- zisches Land und westlich die Grafschaft Jsenhurg.
Die neuen Landesherren, unter denen sich tüchtige Regenten befanden, nur die bereits genannten Adolph von Dalberg, Amand von Buseck, unter welchem das Hochstift zu einem Fürstbistum erhoben wurde (1752), und vor allem ein Heinrich von Bibra, dessen Porträt mit den geistvollen Zügen das Ratszimmer des hiesigen Rathauses schmückt, ließen sich die Förderung der wirtschaftlichen, geistigen und sittlichen Wohlfahrt ihrer Untertanen recht angelegen sein. Auch durch persönliche Besuche, wie in den Jahren 1736, 1738 usw., überzeugten sie sich von dem Stande der Gemeinden, wobei alsdann, einer prunkliebenden Zeit entsprechend, glänzende Festlichkeiten veranstaltet wurden. An der Spitze des Amtes Salmünster stand der Hochfürstltch Fuldische Amts- oder Stadtvogt, ein rechtskundiger "Herr, welcher die Rechtspflege auSübte und die städtische Verwaltung überwachte. Letztere lag in Händen des Stadtrates, welcher aus zehn Mitgliedern, den Ratsherren, bestand. Diese wählten aus ihrer Mitte den Bürgermeister auf die Dauer von einem Jahre. Er war der „des Rats", während der zweite Bürgermeister, den die Bürger wählten, der „gemeine" hieß.
Eine neue, zuerst sehr traurige Epoche für Salmünster brach zu Beginn des vorigen Jahrhunderts an. Die politischen Umwälzungen fegten die sämtlichen geistlichen Fürstentümer Deutschlands, mit Ausnahme von Mainz, hinweg. Auch der Fürstabt und Bischof von Fulda, Adalbert von Harstall, hörte i. I. 1802 auf, regierender Fürst zu sein. Er beschloß die lange Reihe der Vorsteher von der berühmten Abtei, deren erster St. Sturmius (744—779) gewesen war. |3)
Bereits am 2. Oktober 1802 erließ der neue Herrscher Wilhelm Friedrich, Erbpinz, von Oranien- Nassau, später König der Niederlande, ein Patent, durch welches er, vom Hochstifte Besitz nehmend, sämtliche Untertanen aufforderte, demnächst die gewöhnliche Erbhuldigung gehörig zu leisten. Während seiner Regierung wurden die beiden fuldischen Aemter Sannerz und Uerzell mit dem Amte Salmünster vereinigt. Allein nicht lange hatte der Oranier, der mit Tatkraft die Zügel der Regierung in die Hand genommen, Freude an seinem neuen Fürstentume. Weil er sich weigerte, dem von Napoleon geplanten Rheinbünde beizutreten, wurde ihm schon im Frühjahr 1806 die Herrschaft wieder entzogen.
Einige Tage nach der Schlacht bei Jena (14. Oktober 1806) ward das Fürstentum Fulda unter französische Verwaltung gestellt. Salmünster bildete einen Distrikt im Departement Fulda. In dem Siegel des
13) Das Folgende nach den Stadt- u. Pfarrakten.
Justizamtes sieht man den stolzen französischen Aar, Blitze unter den Füßen, eine Krone über dem Haupte und die Umschrift: „Napoleon, Kaiser von Frankreich und König von Italien." Die neuen Stadträte mußten Treue geloben „dem Höchsten, Großmächtigsteu Kaiser von Frankreich, König von Italien, Protektor des rheinischen Bundes Napoleon 1. und Dem, welchen er der hiesigen Gegend dereinst als Landesherr zu bestimmen allergnädigst geruhen wird." Dieser sollte sein der weiland Erzkanzler und Kurfürst von Mainz, Karl von Dalberg, dem Napoleons Gnaden im Jahre 1810 das neugebildete Großherzogtum Frankfurt übertrugen
Am 19. Mai dieses Jahres nahm der Amtmann von Salmünster F. K. Schenck in der offiziellen Tracht (schwarzen! Anzug, Schuhen und Strümpfen nebst Degen) zu Fulda teil, die Besitznahme des Landes für Se. Königl. Hoheit den Herrn Großherzog von Frankfurt zu beschwören. Die übrigen geistlichen und weltlichen Beamten der vereinigten Aemter erschienen am 25. desselben Monats auf dein hiesigen Rathause vor dem Regierungsrat Grauel, sich durch Handschlag zu vervstichten. Zur Erhöhung des feierlichen Aktes war auch die Nationalgarde des Amtes mit klingendem Spiele aufmarschiert. Erwähnt sei noch die damalige Organisation des Amtes Salmünster. Der Distrikt Salmünster, zum Departement Fulda gehörig, hatte als Obrigkeit den Justizamtmann und Kriegskommissar von Schlereth und den Orts- und Distrikts- maire Assessor 'Zwenger. Er umfaßte folgende 18 Munizipalitäten: Ahl, Eckardroth, Herolz, Kerbersdorf, Klesberg, Marborn, Neustall. Rabenstein, Rebsdorf, Romsthal, Salmünster, Sannerz, Sarrod, Soden, Uerzell, Ulmbach, Wahlert und Weiperz. An der Spitze der Gemeinden stand der Ortsmaire; sein Vertreter hieß Adjunkt: die Gemeinderatsmitglieder waren die Mum- zipalräte.
Napoleon, der kühne und gewaltige Machthaber, hatte den Gipfel seines Glückes erstiegen. Da bereiteten die verbündeten Mächte und das nach Freiheit dürstende deutsche Volk in den Tagen des 16., 18. und 19. Oktober 1813 auf den blutigen Schlachtfeldern bei Leipztg seiner Machtstellung in Deutschland ein jähes Ende. Alle seiner Schövfungen brachen zusammen. Auch das Großherzogtum Frankfurt.
Nun gelangte das Departement Fulda zunächst unter österreichische Administration, bis dasselbe am 9. Juni 1815 auf dem Wiener Kongreß an die Krone Preußens fiel, jedoch mit Ausschluß des Distriktsamtes Salmünster. Unser Bezirk war jetzt österreichisch. Am 28. Juli fand zu Brückenau durch den Hofrat und Generalkommissär Paul Anton von Handel die Besitznahme und die Entgegennahme des Huldigungseides an den Kaiser von Oesterreich statt. An den Grenzen des Distriktes wurden die Wappenschilder der neuen Landesherrschaft angeheftet. Die Siegel des hiesigen Justizamtes und der Posthalterei, die bisher das Wappen des Großherzogs von Frankfurt geführt, nämlich das goldene Mainzer Rad in rotem Felde, erhielten den österreichischen Doppeladler. Das Gouvernement befand sich von jetzt ab nicht mehr in Fulda, sondern in Mainz. Der Justizamtmann Hops von