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sagte, was nötig war. Vornehmer Leute Kinder aber gingen zu den Praeceptoren in deren Stuben oder in die Privatstuben, wo sie sich auch den Tag, sobald die Schulstunden aus waren, aufhielten und studierten.

Nach dem Schlage 6 gab der Custos ein Zeichen; dann kamen alle Klassen, wie wir bereits gesehen haben, in der großen Stube zum Gottesdienste zusammen, nach dessen Schluß die erste Lehrstunde ihren Anfang nahm. Wenn es 7 geschlagen hatte, gab der.Custos oder derTafel- decker abermals ein Zeichen. Darauf ging der Praeceptor, der die Woche hatte, mit den Knaben^ur Morgensuppe. Nach dieser lernte jeder noch einmal seine Lektionen. Um 8 Uhr begannen die Lehrstunden wieder und dauerten bis zum Mittag- essen um 10 Uhr. Eine Früh­stückspause kannte man nicht.

Nach bem Mittagessen hatten die Knaben die Freiheit, sich im Kreuzgange oder im Kreuz­garten mit dem Ball oder sonst womit zu üben. Im Herbst, Winter und Frühling gestattete man-ihnen auf besondere Bitte und Erlaubnis vom Praeceptor wohl auch eine Kurzweil im sogen. „Biengarten" bis auf 11 Uhr. Von 11—12 Uhr wariStudierzeit, desgleichen von 2—3 Uhr. Selten gedachte ein Knabe auf ein Unterbrot;*) es wurde auch keins ausgeteilt. Nach gehaltener Schule war bis zur Abendmahlzeit um 5 Uhr wieder frei.

Wenn diese eingenommen war, gingen die Schüler des Winters "eine halbe Stunde lang auf die Conventstube und taten, was sie wollten; oder sie spielten, wenn es erlaubt wurde, bei Licht in der großen Stube oder im'Kreuzgang oder sonstwo. Dabei schlich sich manchmal der aufstchtführende Praeceptor im Dunkeln herbei, „um zu sehen und zu hören wie man Haus hielte". Oder die Knaben musizierten unte sich oder mit den Praeceptori- bus in deren Privatstuben. Des Sommers dagegen begab man sich bei schönem Wetter

Grabstein des

Alexander v. Hütten in der Kirche zu Altengronau.

(Nach einer Photographie von Johs. Freund).

meistens aus die Au oder „Mauerwiese" hinter der Klosteimaucr, um zu spielen und im Weiher zu baden.

Der Mittwoch- und Sonnabend-Nachmittag war

*) Eigenilich „UMernbrot", Nachmittags- ober Vesperbrot.

frei. Die Custodes kehrten dann die Klassenräume und die Zöglinge ihre Kammern. War dies besorgt, dann konnte man sich dem Spiele widmen. Den Freitag vor den hohen Festen und vor dem Examen, oder wenn es sonst die Not erforderte, kehrten die Knaben auch das Schlafhaus, die Treppen und den Kreuzgang.

Alle drei oder vier Wochen hatte man außerdem einen halben, bisweilen auch einen ganzen Spieltag. Dann gingen die Knaben auf die Au oder in ein Wäldchen, das „Eichholz" genannt, oder auch, und das mit Vorliebe, mit dem im Kloster liegenden herrschaft­lichen Jäger auf die Jagd, wie es die Jahreszeit mit sich brächte, sonderlich zum Hasenhetzen, wenn ein tiefer Schnee gefallen war.

Das Spielen auf dem Klosterfriedhofe und den Wirtschaftshöfen war ver­boten. Wollte ein Knabe zu irgend einer Besorgung in die Stadt gehen, so mußte er vorher an des Praecep- tors' Tür klopfen und um Urlaub bitten. Wenn er dann auf den von ihm selbst oder vom Praeceptor be­stimmten Termin wiederkam, mußte er abermals klopfen und seine Rückkehr anmelden.

Abends nach 9 Uhr ver­sammelten sich die Knaben auf ein gegebenes Zeichen wieder auf dem Schlafhause. Die Namen wurden wieder aufgerufen und das kleine Abendgebet samt dem Gebet des Herrn, dem Glauben oder einem Psalm gesprochen. Eine gute Viertelstunde danach klopfte der Praecep- tor vor allen Kammern. Ein jeder Knabe mußte dann seinen Namen nennen, bamit der aufstchtführende Lehrer vernahm, ob sie alle da wären.

War der Praeceptor ein­mal abwesend, so mußten die älteren Schüler die jün­geren überwachen, uno der Custos schrieb die Mutwil­ligen auf. Man hatte auch

heimlich bestellte Aufmerker, die dem Praeceptor an= brachten, was strafbar war. Deshalb mußte sich immer einer vor dem andern fürchten. Wenns die Not,er- forderte und Warten nicht angebracht war, war es den