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ihre Gesetze gegeben; es sind Aufrufe erlassen worden in bewegten Zeiten, 1830 und 1848 waren die Mengen in Erregung. Verordnungen der verschiedenen Obrigkeiten, die Besitzergreifungspatente müssen gesammelt werden. Alte Hoheitszeichen, Schilder, Wappen u. dergl.
Ferner was zum Gerichtswesen gehört: Straf- und Folterwerkzeuge (als Jungen haben wir noch z. B. eine Folterbirne gefunden), Prangerreifen, Ketten, Stöcke und Blöcke. Das Wachtwesen: Hörner und Pfeifen, Spieße und andere Waffen der Nachtwächter aus Stadt und Dörfern. Polizeiwesen, Feuerlöscheinrichtungen. Postwesen - im alten Köhlerschen Haus findet sich gewiß manches. Fahrscheine für Post und Eisenbahn. Taxen der Brief- und Personalbeförderung. Siegel, Hohlmaße, Gewichte, Richtscheit, Esten, Eichstempel, Forsthämmer, Lotteriewesen, Steuer und Kriegsabgaben, Lehnbriefe, alte .Klosterquittungsbücher, AblösungSur- kunden u. s. w.
Das Heerwesen: Aushebung von Soldaten, Entlassungsscheine, Dienstzeugnisse, Uniformstücke des Militärs und der Bürgergarde, wie sie früher auf Böden oft nmherlageu, Denkmünzen, Verdienstabzeichen; Waffen: alte Gewehre, Säbel, Rüstungen, Kugeln. Geldmünzen aus den verschiedenen Zeiten.
Alles was sich auf die Verwaltung der Städte und Dörfer bezieht; Gemeindeordnungen, Amt der Schultheißen, Schöffen u. s. w. Ortsbürgerlisten. Abbildungen der Städte und Dörfer. Karten des Kreises. Flnrkarten.
Hausaltertümer.
Teile von alten Häusern, geschnitzte Balken, schön behauene Steine, Wirtshausschilde. Eine Bürgerstube mit Möbeln („Werk" ist das heimische Wort dafür). In Schlüchtern sind im 18. Jahrhundert schön eingelegte Rokokoschränke gefertigt worden, es wird einer wohl noch anzuftnden sein. Eine Bauernstube: Bänke an der Wand her, die Ofenbank, Stühle mit geschnitzten und bemalten Lehnen, ein Tisch mit verschiebbarer Platte und gekreuzten Beinen, ein Wandtisch zum Aufklappen, ein Ofen mit alten Platten, die Kammbank (richtiger wohl Kannbank), ein Bett mit Vorhängen und gesticktem Brautbetttuch, die Lippe, das irdene Gefäß für die hölzernen Löffel an der Wand, an der Tür die gestickte Sonntagshanspel (als „Paradehandtuch" ist sie in die vornehmen Häuser wieder zurückgekehrt), die Lade, die Deise u. s. w.
Kücheneinrichtung alter Art, Herd mit offenem Feuer, Kessel, Groppen, Messer, Gabeln, Löffel, Wasserstande und Eimer, Wasserkrüge, Inseln, irdenes Geschirr, Steingut, Porzellan. Wäscheblauel, Mangel, Bügeleisen.
Beleuchtungsgeräte: der Kienspan mit dem Halter, Kienspanhobel, Küchenlämpchen, zinnerne Kristallöllampen Leuchter mit Talg-, Wachs- und Unschlittlichtern, formen zum Lichterziehen, Leuchten (Laternen), alte Lampen aus den 30er bis 60er Jahren, Lichtputzscheren. Straßenlaterne.
Gebrauchsgegenstände aller Art: Schreibzeuge (irdene und andere), Federn, Bleistifte, Griffel, Papiersorten, Briefe mit verschiedener Faltung und Verschluß ; Haushallungs- und Notizbücher, Kalender (!), Lesezeichen, Glückwunschkarten, Verlobungsanzeigen, Stammbücher,
Hochzeits- und Geburtstags- und andere Erinnerungsbänder, auf Seide oder Papier gedruckt. (Wären doch die Tagebücher des alten Dr. Bernstein noch vorhanden!)
Rauchzeug: Pfeifen, gemalte oder geschnitzte Köpfe, Tabaksbeutel, Feuerzeug, Feuerstein, Stahl u. Schwamm, Schwefelfäden, Schwefelhölzer und Behälter dazu. Schnupftabaksdosen aus verschiedenem Stoff, einfache und verzierte. Spiele für Erwachsene und für Kinder aller Art. Karten, Brettspiele, Guckkasten, Puppenstuben und -küchen, Puppen, angezogen, Köpfe u. Leiber.
Weibliche Handarbeiten. Schöne Strickereien, Häkeleien, Nähtücher, Perl-, Seide- und Straminstickereien. Nähgeräte, Nähsteine, -schrauben, -täschchen, Strickbeutel u dergl., Nadeln, Scheeren u. s w. Geldbeutel, -tuschen, -katzen, -büchsen aus Leder, Tuch oder Blech (für Frauen), gehäkelte, gestickte Sparbüchsen.
Uhren. Stand-, Wand-, Taschenuhren, Sanduhren.
Spinnerei unv Weberei Alles, was sicb auf die Bereitung des Flachses bezieht: Reffeisen, Breche, Schwinge, Hechel u. s. w. Spinnrad, Haspel, Webstuhl. Altes Bildzeug.
Musikinstrumente aller Art, Klavizimbel, Streich- und Blechinstrumente, Noten aus alter Zeit, gedruckt oder geschrieben.
Gewerbe.
In erster Linie steht die Landwirtschaft. Alte Geräte, Pflug, Eggen u. s. w. Kötzen in verschiedener Form, Reuße, Reff. Viehzucht. Hirtenhörner, Gäuls-, Küh- und Säugeißeln. Schafscheeren. - ■ Jagdwesen. Flinten, Pulverhörner u. s. w.
aller Art. Schreiner- und Schlosserarbeiten, alte Schlösser, Schlüssel, auch die Holzschlösser mit zwei verzavften Riegeln, alte Holzver- schlttsse (Türdrücker aus Holz), Türklopfer, Türbeschläge. Ofenplatten. Buchbindergerät und -arbeiten. Alte Drucke und Lettern. Alte Zeitungen, besonders aus denkwürdigen Zeiten.
Töpferwaren von Ton und Stein, Steingut und Porzellan. Gebrauchsgcgenstände und Luxusmaren, Figuren u. s. w. Besonders Steinauer und Marjoßer Geschirr, Steintöpfe, Krüge u. s. w. vom Krugbau. Im Schloß zu Steinau liegen im rechten Seitenbau Platten mit schönen Renaissancemustern (in dem Gebäude wird jetzt Stroh und Heu gelagert). Das Töpferhandwerk iu Steinau ist sicher uralt, da der alte Gewerbsname „Euler" dort als .Familienname vorkommt. Auf Bodenfunde wird dort zu achten sein, wenn auch nur Scherben zu Tage gefördert werden. Weiter alle Erzeugnisse anderer Gewerbe, auch die eigentümlichen Backwaren (ihre Form und Namen deuten z. T. auf heidnisch-mythologischen Hintergrund). Von den alten Innungen müssen noch Laden und Schriftstücke vorhanden sein; auch Willkommbecher, Lehrlings-, Gesellen- und Meisterbriefe, Wanderbücher, Ehrlichkeitserklärungen, Herbergs-und Handwerkerzeichen.
Trachten.
Kleidungsstücke der Bauern: Hosen (kurze oder lange) Leib, Wams, Kamisol, Motzen (Kirchenmotzen), Hüte und Kappen von Männern und Frauen. Etwa seit 1850—60 tragen die kleinen Mädchen nicht mehr die Kappen (die Lehrer drangen auf Abschaffung, weil die