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und Hunden - samt ihren Exkrementen. Ein fort­währendes Gehen und Kommen von Bewaffneten, manchmal der zweifelhaftesten Sorte. Den ganzen Tag Lärm und Geschrei: Schafe blöken, Rinder brüllen, Hunde bellen, in den nahen Wäldern hört man nicht selten die Wölfe heulen — — —" das war das oft so romantisch geschilderte Burgleben jener Zeit!

Unter solchen Verhältnissen konnte sich der Denker und Dichter nicht wohl fühlen. Wir finden ihn darum auch nur vorübergehend in den Jahren 1517—1520 in der Heimat. Die Annahme, daß die Drucklegung einiger seiner Schriften vom Jahre 1519 auf der Steckelburg erfolgt sei, ist nicht haltbar Der Druck­vermerk excursum in arce Steckelberk ist offenbar eine absichtliche Irreführung, um den Drucker (Scheffer in Mainz) vor Anfeindungen zu bewahren. Ulrich starb 1523 auf der Insel Ufenau im Züricher See. Nach seinem, seines Bruders und deren Söhne Tod ging die Burg wieder auf die Altengronauer über. Im 30jährigen Krieg scheint die Burg, die sich bis dahin noch in einem leidlich wohnlichen Zustand befand, nicht besonders gelitten zu haben, wohl aber ihr letzter Bewohner Philipp Daniel von Hütten. Obgleich dieser die sämtlichen Liegenschaften der Gronauer Linie in seiner Hand vereinigte, war seine finanzielle Lage in Folge des langen Krieges, der seine Besitzungen ver­wüstet und entwertet hatte, so traurig, daß er seinem Schwager Karl Kasimir von Landas Vollmerz und Ramholz für 1200 Gulden verkaufte und die Steckel­burg für 500 Gulden verpfändete (1645). Letztere Pfändung löste er später wieder ein, suchte auch den Verkauf von Vollmerz und Ramholz wieder rückgängig zu machen und als rechtsungiltig hinzustellen, da er zur Verkaufszeit minderjährig gewesen. Es kam darüber zwischen Philipp Daniel und seinem Sohn Johann Hartmann einerseits und Johann Friedrich von Landas, dem Söhne des Karl Kasimir, zu einem Prozeß, der 40 Jahre gedauert hat. Im Jahre 1698 wurde er durch einen Vergleich zwischen Johann Hartmann von Hütten und dem Freiherrn Maximilian von Degenfeld, dem Schwiegersohn und Erben des Joh. Friedr. von Landas, beigelegt. Nach diesem Vergleich blieben die Liegenschaften von Vollmerz und Ramholz mit Aus­nahme der Steckelburg im Besitze den Degenfelder, während Johann Hartmann v. Hütten eine Abfindung von 6000 Gulden und 50 Dukaten erhielt.

Philipp Daniel v. Hütten hatte bereits in seinen letzten Lebensjahren seinen Wohnsitz von der Steckel­burg auf seine Besitzung in Sannerz verlegt. Dort in Sannerz starb auch sein Sohn Johann Hartmann am 14. Januar 1704, der letzte seines Stammes. Ueber seinen Tod findet sich im Ramho'zer Totenbuch folgender Eintrag von Pfarrer Luck: „Den 14. Januar ist Herr von Hütten zu Sanderz gestorben, bei welchem ich bis ans Ende gewesen, auch nachgehends die Leicht­predigt gehalten, welches zwar die Fuldischen anfänglich nicht zugeben wollten, aber nachgehends doch geschehen ließen".

Unter den letzten Hütten war die nur noch von einem Burgknecht bewohnte Burg schon arg ver­fallen. Dem nagenden Zahn der Zeit kamen die

Vollmerzer Bauern zu Hilfe, indem sie sich ihr Bau­material von der Burg holten. Johann Hartmann v. Hütten beklagte sich über sie, daß sie ihm die schönsten Steine aus dem Burgrondel brächen. Nach des letzten Hütten Tod versuchten die inzwischen in den Grafenstand erhobenen Degenfelder vergebens die mitten in ihrem Besitz liegende Burg zu erwerben. Würzburg respektierte die Anrechte der anderen Hutten'schen Linien. Erst 1783 ging nach Aussterben der fränkischen Linie die Burg in den Besitz der Grafen von Degenfeld über. 1852 wurde von diesen die Herrschaft Ramholz mit dem Steckelberg an den Fürsien Ernst Canmir von Jsenburg-Büdingen verkauft, von den Büdingern 1884 an den jetzigen Besitzer, Freiherrn von Stumm, der durch ein gründliches Auscementieren der noch stehenden Mauern dem weiteren Verfall der Ruine gewehrt hat. Im Jahre 1888 wurde an der nördlichen Seite des Burghofes der Grundstein zu einem Hutten-Denkmal gelegt. Ob noch einmal über dem Grundstein das geplante Denkmal sich erheben wird?

Auch ohne Denkmal — „Uns bleibt die Stätte heilig,

Auf der der Held, der Redner und der Dichter

Die ersten Blicke zu dem Lichte sandte Und sich des Friedens seiner Jugend freute".

Ramholz. E. Freund, Pfarrer.

Die Ichlüchterner Altertumssammluttg.

Mit innigster Freude habe ich das Entstehen des „Heimatbundes" begrüßt und erhoffe mit seinen Be­gründern viel Gutes von seinem Wirken. Vorträge werden das Verständnis der Vorzeit und die Liebe zur Heimat in Zukunft mehr wecken und fördern, als es bisher geschehen konnte, da noch keine Zusammenfassung der Bestrebungen der Freunde unsrer lieben Heimat vorhanden war. Die mündlichen und schriftlichen Be­lehrungen bedürfen aber einer Ergänzung: viel klarer und eindrucksvoller werden die Schilderungen der Vor­zeit, wenn die Augen anschauen können, was die Vor­väter geleistet, gefertigt, gebraucht, wie sie gelebt, gewohnt, sich gekleidet, wie sie gearbeitet und auch gelitten haben. Deswegen muß eine Sammlung von Altertümern zusammengebracht lind der Besichtigung zugänglich gemacht werden: Anschauung wird für die Jugend wie für die Alten das beste Mittel sein, die Ziele des Heimatbundes zu fördern. Diese allgemeine Erfahrung wird sich auch in Schlüchtern bestätigen, darum geht meine Bitte an den Vorstand und alle Freunde der Sache dahin, die Herstellung einer Alter­tumssammlung als erste und wichtigste Arbeit des Bundes in den Vordergrund zu stellen. Der Erfolg wird nicht ausbleiben.

Aber wenn mir ans Werk gehen, wirb sich bald die niederschlagende Erkenntnis einstellen, wie viel bisher nerfäumt worden ist. Vor 80, 50 ja noch vor 20 Jahren wäre mehr zusaunnenzubringen gewesen, als jetzt noch möglich ist. Das Alte ist verachtet, ver­worfen, zerschlagen worden. Wollen wir noch etwas