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Die Steckelburg
(Nacy einer Aufnahme von Johs. Freund, Photograph, Schlächtern).
Die Stedclburg.
Ein Ueberblick über ihre Geschichte (unter Benutzung von Landall „Die hessischen Ritterburgen" u. Krollmann, „Burg Steckelberg").
Kennst du die Burg dort an der Kinzig Quellen, Die hoch von ihres Felsenberges Gipfel In den Trümmern niederschaut zum Tale? Als sie noch stolz, die Nachbarin der Wolken, Die Zinnen hoch zum blauen Himmel streckte, Empfing sie ihres Namens heilige Weihe: Ulrich von Hütten wurde hier geboren.
Landau.
1. Die alte Burg Steckelberg unter den Herren von Steckelberg.
Das Geschlecht derer von Steckelberg und ihre Stammburg Steckelberg (steckel-steil, also steiler Berg) wird in verschiedener Schreibweise (Steachelberc, Stechillenberg, Steckelinberch, Stechelberg) urkundlich schon im 12. Jahrhundert erwähnt.
Die Herren von St. des 12. Jahrhunderts gehören dem hohen, reichs-unmittelbaren Adel an. Nach kurzer Blütezeit finden wir das Geschlecht im 13. Jahrhundert bereits im Niedergang, in Abhängigkeit von dem Stifte Würzburg. Gegen Mitte des 13. Jahrh, scheint die Burg überhaupt nicht mehr im Besitze derer von St. gewesen zu sein. Um 1270 wurde sie von dem Bischof von Würzburg als Lohn für geleistete Dienste an Reinhard von Hanau versetzt. Die damaligen Inhaber, wegen ihrer Räubereien berüchtigt, widersetzten sich dein neuen Besitzer. Reinhard mußte die Burg mit Waffengewalt nehmen; aber er wurde des Besitzes so wenig froh, daß er es vorzog, bei dem Kaiser Rudolf von Habsburg die Schleifung der Burg zu beantragen.
Sie wurde am 30. Oktober 1276 von Rudolf genehmigt mit der Bestimmung, daß die Burg „ohne unser oder unsrer Nachfolger Mitwissen und Gutheißen zu keiner Zeit wieder aufgebaut werden sollte". Reinhard selbst wurde der Vollstrecker des kaiserlichen Urteils. So sank die erste Steckelburg in Trümmer. Der Ort, wo sie stand, heißt noch heute die „Alte Burg", einige hundert Meter nordöstlich von der jetzigen Burgruine gelegen. Die Herrn von Steckelberg blieben noch bis Ende des 14. Jahrhunderts in der hiesigen Gegend ansässig, auch finden wir sie im Fuldischen und Main- zischeu Diensten. —
2. Die Burg unter den Herren von Hütten.
Zu der Zeit, wo das Geschlecht derer von Steckelberg niederging, war in unserer Gegend ein anderes Geschlecht im Aufblühen: die Herren von Hütten. Sie bildeten bereits um 1300 eine weitverzweigte, in den Dörfern Elm, Vollmerz (Folmondes, Frumunges, Fromoltz), Ramholz (Ramunges), Hütten, Altengronau (Grunaha) u. a. wohlbegüterte Familie. Ihre Stammsitze waren Burg Stolzenberg (Stolzenberger - Linie), Altengronau (Gronauer - Linie), Arnstein, Saaleck (Fränkische - Linie). Unter den vielen Herrn von Hütten, die uns im 14. Jahrhundert begegnen, ragen Hermanns, des Fuldischen Burgmannen zu Stolzenberg Söhne Friedrich und Frowin hervor durch ihren Reich- tum, Einfluß und Tüchtigkeit, die sich nicht zuletzt in der staunlichen Vermehrung ihres Familienbesitzes kundtat. Friedrich war Hauptmann des Kaisers Ludwig von Bayern, Frowin zuerst Hanauischer Amtmann zu Schwarzenfels, dann in Vollmerz ansässig, wo er 1375 ein festes Haus sich» erbaute. Fromin's Sohn Ulrich wurde der Erbauer der 2ten Steckelburg. Die