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Mittwochen nach Laurentii is62.
Uff heut dato Ist diese nachgeschricbcuc ordnung Im Ampt Schlüchtc^ am Gericht öffentlich verkündet, Vnd zu halteun gc- bottenn morden.
Erstlichen gebeut man, das ein Jeder uff alle Sontag, Feyertag vnd Wochen Predigten vleissig zur Kirchen Kommen, Oder je zum wenigsten Ein jeder ein Person auf sein Hauß, Gottes wort zu hören, darin schicken soll. Vnd wo einer oder mehr befunden, so linder den Predigten sgeprautten Wein trinckt oder feil hat 1571) In Wirtzhausen zechen, spielen, oder sonst unnütze geschmetz vs den Gassen oder marck haben, sollen bey hartter vnd ernstlicher Poen gestrafft werden.
Zum andern gebeut man auch einem Jeden, sich aller Gotles Lesterung vnd fluchens bey Gottes Marter, Wunden Blut Creutz Taus Sakrament Element und dergleichen zu enthalten bey Straff des Thorns (Turms) vnd fünf gülden der Herrschaft Hanau zu Bueß.
Zum dritten Soll sich auch hierfür» deß vbervlüssigen folsauf- feus, und zntrinckens sich maßen. Auch Keiner sich in einem Wirthshauß des abents nach geleuther weiuglocken (so sich Tag vnd Nacht scheidet) befinden lassen bey straf des Thorns vnd fünf gülden zu Bueß.
Zum vierten gebeut man auch das, wo einer oder mehr befunden, so in aller Üppigkeit, schand vnd Lastern leben, als in ehebruch.....vnd dergleichen. Die sollen an leib unbt gut gestrafft werden.
Zum fünften, soll auch allen denen, so fiäj des Karten spiclens bevleisseu, vnd sonst kein andre Arbeit thun dadurch sie den nit allein sich selbst, sondern auch Jr Weib vnd Kind In verderblichen schaden (an Bettelstab vnd verderben) bringen, solche vnd dergleichen Spiel nit mehr gestattet werden bey straf deß Thorns Vnd sünss gülden der Herrschaft zu Bueß.
Vund damit nun disc Ordnung vnd jetzt sürgeschriebene Puncte desto besser gehalten mogten werden, So holten alhie zu Schlüchtern neben beut Zentgravcu Zwen Scheffen, Vnd dan auch gleichfals in einem Jeden Dorf vund flecken, In dies Ampt vnd Gericht gehörig, der Schulteß vnd auch Zwen Scheffen gesetzt und geordnet werden, die mit allem vleiß gute achtung haben sollen, Vnd ivo sie einen oder mehr befinden, so dieser Ordnung entgegen vnd zuwider lebten, den ober dieselben sollen sie alle monat dem Zentgraven alhie zu Schlüchter anzeigen, Der dieselbigen als Balt vs schreiben, Vnd alsdan der Oberkeit anzeigen soll.
Vnd Seindt zu Schlüchtern verordnet:
Michael Hainmann, Heim Horn vnd Hanß Schönbub Zentgraue (folgen noch die Verordneten von Marjoß und Hohenzell)
Vff der Trimpergisch Selten seindt verordnet Michel Hamman, Peter Romcyseu, Philips Schmoll zu Schlüchtern
Su^ef onn Seimes | <^1!er onn $aa^.
Des Dreschers Lebensweisheit'
Der alte Haunes war bis ins hohe Alter hinein Jahr für Jahr ins „Oengerlahnd" inS „Drüsche" gegangen. Jetzt war er alt und blieb daheim. Da zog vorigen Herbst zum ersten Mal sein Enkel „äs Hannes- che" ins Dreschen nach Frankfurt Und als es vom Ellevodder Abschied nahm, da sagte er als Letztes: „Onn, HanneSche, heb niert so schwär onn aß schö langsam; du glast niet, bohs mer bai sich gepack kann, bammer schö langsam bütt".
Aus der Stadtchronik.
Ter Herr Dr. B. aß für sein Leben gern etwas Gutes; sein Leibessen aber war eine gefüllte Kalbsbrust. Kam die auf den Tisch, dann war es ihm unangenehm, daß er seine Fr.m mitessen lassen mußte. Um sich den ungeschmalerten Genuß zu sichern, brächte er des
halb jedesmal vor Beginn der Mahlzeit die Rede auf seine verstorbene Tochter. „Ach, wenn doch jetzt unsere liebe Amalie noch lebte und die schöne Kalbsbrust mitessen könnte." Wie er im stillen gehofft, so geschah es. Die Gattin sing an zu weinen und von der Erinnerung zu zehren. Unterdessen aß B. schmunzelnd den Braten allein.
Heimatpost.
Folgende Landsleute und Freunde unsrer Heimat in der Fremde haben ihren Beitritt zum „Heimatbund" auf unsern ersten Aufruf hin sofort a^gemeldet:
(Reihenfolge nach Eingang der Anmeldung)
1. Herr Pfarrer Meyenschein in Altenhaßlau
2. Herr Lehrer Ludolph in Hanau
3. Landesbibliothek Fulda
4. Herr Apotheker K. Hafner in Mellrichstadt
5. „ Seminardirektor Dr. Leivin in Lüneburg
6. „ Graf von Hutten-Czapski in Berlin
7. „ Professor H. Anacker in Wiesbaden
8. „ Steuerinspektor Anacker in Wallmerod
9. „ Sergeant Seidenthal in Mainz
10. „ N. Schlingloff in New-Iork
11. „ Dr C. Bohnifalk in New Park
12. „ Legationsrat Dr. v.Kühlmann in.Haag(Holland)
13. „ Landesbaurat Rehorst in Köln
14. „ E. Freund in Hoboken (Amerika)
l 5. „ Postassistent Steinbach derzeit in Gelsenkirchen
16. „ Dr. Beisheim in Bad Salzschlirf
17. „ Pfarrer Heck in Hüttengesäß (Kr. Hanau)
18. „ Pastor Heilmann in Göttingen
19 „ Lehrer Basermann in Enkheim
20. „ Lehrer Rüffer in Rheydt (Rheinland)
21. „ Direktor Dr. Winneberger in Frankfurt (Main)
22. „ Oberlehrer Dr. Merian-Genast in Frankfurt
23. „ Leonh. v. Paris in Schmalkalden
24. „ Gymnasialdirektor Professor Dr. Heilmann Burgsteinfurt i W.
25. „ Professor Dr. Stein in Frankfurt a. Slmn
26. „ Kaufmann Wilhelm Anacker in Wiesbaden.
Sehr dankbar wäre „Unsere Heimat" für genaue Aufzeichnung und Zusendung der Glockeninschriften aus dem Kreise.
Dem Dürer-Bund und Rhein-Mainischen Verband für Volksbildung hat sich der Heimatbund angeschlossen.
Er wird in nächster Zeit auch ein Verzeichnis cm= pfehlenswerter neuerer Bücher für Volksbibliotheken verteilen, das wir der Beachtung der Herrn Bibliothekare bei Beschaffung von Büchern empfehlen möchten.
Anmelduffgen für den „Heimatbund" nehmen gern entgegen die Mitglieder des geschäftsführenden Vorstandes: Dr. Lauer, Landrat Valentine», Seminar
lehrer Geisel, Rentmeister Varthelmes, E. Weichel Lehrer Flemmig.
Herzlichen Dank für alle freundlichen, ermunternden Zuschriften!
Der Heimatbund.
Als Manuskript q-brudt. Verlag des Heimatbundes. Für die Schriftleitung: Lehrer Flemmig in Schlüchtern. Druck von C. Hohinciste r in Schlüchtern.