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1604 als Abfindung u. a. auch Schloß und Amt Schwarzenfels erhielt, daselbst Wohnung nahm und eine eigene — die schwarzenfelfische — Nebenlinie begründete ; sie beschränkte sich jedoch nur aus ihn und seinen Sohn Johann Ernst, zu Schwarzenfels am 13. Juni 1612 geboren. Nach dem Erlöschen des Hauptstammes erhielt dieser Sohn die sämtlichen hanauisch- münzenbergischen Besitzungen, starb aber schon nach einer nur 52tägigen Regierung am 12. Januar 1642 int 30. Lebensjahre. Hiermit erlosch nicht allein die schwarzenfelfische Linie, sondern auch zugleich der ganze Hanau-Münzenberger Stamm. Sein Erbe trat Friedrich Kasimir, das Haupt des hanauisch-lichtenbergischen Stammes, an, der aber das Amt Schwarzenfels kurze Zeit nachher an Amalie Elisabeth, die Witwe des
Landgrafen Wilhelm
V. von Hessen, verpfändete. Diese, eine geborene Hanau- Münzenberger Prinzessin, hatte nämlich namhafte Forderungen an die Hinterlassenschaft ihrerLinie, erhielt dafür 1643 das Amt Schwarzenfels als Pfand und erwarb es später käuflich für . 28 000 Gulden, wodurch es für imr er an Hessen—Kasselkam
Der 30 jährige Krieg, der unserem Vaterlande so viele und tiefe Wunden schlug, zerstörte gegen sein Ende hin auch das Schloß Schwarzenfels und verwandelte es in eine Ruine, während das Dorf von 18 auf 3 Familien
herabsank.
Und
ist das Schloß also verwüstet und zerfallen, daß männiglich dafür hält, daß es ohne
Siegel des Schlüchterner Klosterconvents aus dem 13. Jahrhundert. (Doppelte Größe).
große Kosten nicht möglich' zu restaurieren und doch Flickwort sein würde, also man viel lieber von neuem
bauen möchte". -
Aber weder das eine noch das andere ist oder wird geschehen. Doch bildet dieses Baudenkmal aus alter Zeit auch in seiner jetzigen Gestalt eine Zierde der ganzen Gegend und einen Anziehungspunkt für viele Reisende, bis auch seine letzten Reste verschwinden werden.
„So ist's mit all dem Glänze und all der Herrlichkeit, was Menschenhand geschaffen, vernichten wird'S die Zeit."
Schwarzenfels. Lehrer Freund.
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Beim Suchen nach verstaubten Schätzen kommen einem allerlei Gedanken und Wünsche. Vor mir liegt z. B. eine Schlüchterner Bürgerliste aus dem Jahre 1571, die über 200 Namen enthält, darunter eine kleine Zahl solcher, die heute noch hier vorkommen. Da finden wir anno 1571 schon Beistein (Baist), Deinhart, Dickhart (Dickert), Gerlach, Hafner, Hensler Kolhöpf (Kohlhepp), Kreß, Leipolt, Lotz, Rauscher, Romeyser, Rüffer, Scheffer (Schäfer), Weitzel, Walter. Andere Namen freilich, die sich danials häufig finden, sind in Schlüchtern heute ganz verklungen, z. B. Achen- bach, Artz, Backes, Bamberg, Beul, Bocknig, Broll, Carley, Deuffel, Eiring, Dietenberg, Engelbrot, Feylen, Frischkorn, Gelder, Geitzfar, Gengendantz, Glümper, Gobel, Golz, Grauel, Heye, Happ, Kalbert, Kircher, Notacker, Sambstag, Rütger, Sperzel, Schwerdt, Schoenbub, Waldt. Bis zum Jahre 1577 zurück läßt sich bei den zuerst genannten Familien die Aufeinanderfolge der Generationen Nachweisen; denn bis zu diesem Jahre reichen unsre ; Kirchenbücher. Große : Lücken hat der furchtbare dreißigjährige / Krieg in die Reihen der Bürger unseres Städtleins gerissen, viele Namen ausgelöscht. Da freut man sich, wenn man auf solch einem Blatt aus einer alten Stadtrechnung aus der Zeit vor dem großen Krieg eine ganze Gemeinde beisammen findet, die längst unter die Stillsten im Lande gegangen ist. Unwillkürlich er- wir doch mehr von ihr
wacht der Gedanke: „Wenn
wüßten, von ihrem Leben und Streben, ihrer Not und
Freude!" Und aus dem alten Papier lockt es: „Sucht nur!"
Gar oft aber läßt bei dem Forschen in den vergilbten Blättern die Hand die Feder sinken, und die Gedanken fangen an zu wandern. Sie begleiten das Austauchen und Verschwinden der Generationen. Sie schauen bent sich immer wiederholenden Spiel zu, wie die Kommenden den Gehenden den Faden aus der erkaltenden Hand nehmen und da weiterspinnen, wo und wie die Scheidenden aufgehört haben. Wenn die Folgenden die Vorangegangenen nicht verstehen, reißt wohl auch der Faden einmal oder er verwirrt sich.