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Vernichtete Schätze.
(Aus Schlüchtcrns Vergangenheit).
(Schluß)
39. :@tn großer Stein mit einem Wappen. Die Inschrift lautet: Anno Dom. M.CCCLXXXIII (1383) starb Konrad von Steckelberg.
40. Ein großer Stein ohne Wappen. Darauf Anno Dom. M CCCXXII. Er ist ziemlich beschädigt und wegen Mönchsschrift nicht wohl zu lesen.
41. Stein mit der Inschrift: Anno 1601 den 17. März ist der Edle und Ehrenfeste Engelbert von Lauter in dem Herrn sauft entschlafen.
(Engelbert v. Lauter wohnte zuletzt bei seinem Tochtermann Balthasar Philipp von Mörle gen. Böhm zu Uerzell und erreichte ein Alter von 66 Jahren. Nach dem Kirchenbuch von Schlüchtern fand sein Begräbnis am 23. 3. 1601 in der Klosterkirche zu Schlüchtern statt).
42. Stein mit der Aufschrift: Anno 1603 den 19. Jan. morgens zwischen 3 u. 4 Uhr ist die Edle und Tugendsame Frau Katharina Magdalene von Lauter......... Der Stein ist nur halb und stehen 2 Wappen darauf.
43. Ein großer Stein mit dem Hütten—Steckel- bergischen Wappen, aber ohne Aufschrift.
44. Ein ähnlicher. In der Mauer finden sich Rudera, daß Monumenta daselbst gewesen. Vielleicht war dort die Schrift.
45. Stein mit Aufschrift: Anno 1637 ist in Gott entschlafen die wohledle Frau Dorothea von Lauter geb. von Hütten, der Gott eine fröhliche Auferstehung verleihen wolle.
(Sie war in zweiter Ehe mit dein Amtmann Melchior Neidhard von Lauter verheiratet gewesen).
46. Stein mit der Aufschrift: Anno 1627 den 16. November morgens zwischen 1 u. 2 Uhr ist der wohledel gestrenge und mannhafte Philipp Melchior von Mörle gen. Böhm, alt 31 Jahre, sanft und seclig entschlafen, dem Gott eine fröhliche Auferstehung verleihe.
Das edle Blut von frischem Mut Hier ruht und sanft schlafen tut.
Fragst Du wer er ist? Er ist bekannt Philipp Melchior der Behm genannt.
47. Ein großer Stein, davon 3 Teile ganz rauh sind und nur ein Viertel glatt; da auch an dem Stein einige Worte stehen, die ich aber nicht erraten kann.
48. Ein Stein ohne Wappen. Darauf Anno Dom. MCCCCLHH. (Soll wohl heißen 1474) und weiter (in deutscher Uebersetzung) „starb der verehrnngs- würdige Herr Wilhelm, Abt des Klosters". (Es war dies Abt Wilhelm II, aus dem Geschlecht derer von Lauter, der letzte Abt von adliger Abstammung).
49. In dem Huttenschen Begräbnis ist auf einem Stein das Wappen und Bildnis. Um den Rand steht: Anno Dom. M.CCCLCCVH (1377). . . . Martii obiit Frovignus, miks de Hütten.
(„Im März des Jahres 1377 starb der Ritter Fronin reu Putten")
(Frowin ion Hütten stiftete mit seiner Gemahlin Tamburg von Hütten im Jahre 1354 eine Kapelle an dem Wendelstein (Turm) der Klosterkirche zu Schlüchtern
und weihte sie den Heiligen Bartholomäus und Andreas. Die Kapelle, im schönsten gotischen Stil erbaut, hat den Klosterumbau verhältnismäßig gut überstanden und führt heute noch den Namen „Huttensche Kapelle").
50. Ein Stein mit der Inschrift: Anno Dom. M.CCC ...... Aprilis obiit Margarethe von Ebersberg. An der Wand steht ein Monument, so grün ist; darauf eine Frauensperson in alter Tracht, so vermutlich diese ist. gez. J. H. Hadermann.
Dr. Ph. Lotich, P 1872 zu Herolz, der seinerzeit dieses vom Rektor Hadermann angefertigte Verzeichnis der Denkmäler der Klosterkirche für sich abgeschrieben hat, gehörte, wie man schon aus den von ihm hinzugefügten Bemerkungen hinlänglich erkennen kann, zu den Wenigen, welche damals die Zerstörung der alt ehrwürdigen Klosterkirche und ihrer Denkmäler scharf verurteilten.
Noch besser wird dieser Standpunkt Lotichs gekennzeichnet durch einen Eintrag in sein Tagebuch, wo er unter dem 31. Juli 1835 niederschrieb:
„Endlich finde ich einmal Zeit, um einiges über den noch herrschenden Vandalismus niederzuschreiben. Das Klostergebäude zu Schlüchtern ward zu einem Seminarium bestimmt. Daher fing man gegen Ende des vorigen Monats an, es zu diesem Zwecke einzu- richten. Zwei Maurermeister mit etwa 30 Gesellen, der Straßenbaumeister Herr Spangenberg an der Spitze und 4 Tagelöhner als Aufräumer und Herr Deiß als Arbeitsaufseher machten sich über das alte ehrwürdige zum Teil entstellte, zum Teil aber auch noch sehr schön erhaltene, im Ganzen aber höchst vernachlässigte Gebäude her, und die Hammerschläge fingen an zu dröhnen und Gelächter erscholl und die Neugierigen liefen hinzu und es zogen die Bewohner aus und es fielen die köstlichen gotischen Fensterfüllungen in Stücken und die Gräber der Kirche wurden aufgerissen und ihre Gebeine zerstreut und die Grabsteine zerstückelt und in die Fundamente der neuen Mauern geworfen. Der Pfarrer Stamm protestierte gegen die Entweihung der Kirche, ich protestierte gegen die Zertrümmerung der alten Monumente, der Metropolitan Baist hielt sich die Ohren zu, um nichts von der barbarischen Weise, die nun in der Klosterkirche gesungen wurde, zu hören. Bernstein seufzte und schwur, Solitaria ginge nun unter, der Genius seiner Poesie zöge aus. Entrüstet, empört aufs äußerste war unser Bernstein. Gottlieb Zinkhan äußerte ebenfalls sein Mißfallen und so noch manche andere Personen. Doch der Herr Straßenbau- meister, den man den Herrn Landbaumeister zu nennen beliebt, ließ sich nicht stören burdj die Stimme eines höheren Gefühls; im Gegenteil nun hatte er erst eine rechte Freude, seine Vandalenpeitsche zu schwingen und seine Gesellen anzntreiben".
Mit größtem Bedauern empfinden sicher auch alle Leser den Verlust, den uns ein früheres Zeitalter durch seinen Mangel an Verständnis für historische Denkmäler zugefügt. hat.
Aber sind wir denn selbst völlig frei von solcher Verständnislosigkeit?
Haben wir nicht noch vor wenigen Jahren bei dem Umbau des alten von Lauterschen Schlößchens wenig Sinn für die Erhaltung von historisch Altem bewiesen