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Donnerstag, bett 24. Dezember 193;

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KoovovS Sufviedenheit mit »er ViUigung seines Mora­toriums

Washington. 23. Dez. Anläßlich der Un­terzeichnung des Moratoriums erklärte y o o o e r: Der Vorjaztag eines Zahlungsaufschub» Hal eine Katastrophe verhütet, die auch Amerika ersaßt und hem amerikanischen Volke das Vielfache des jetzt in Trage kommenden Betrages gekostet hätte. Kein Teil der Amerika zustehenden Schulden ist gestrichen oder herabgesetzt worden, und der aufgeschobene Betrag ist in etwa 10 Jahren mit 4 Prozent nachzu- zahlen. Indem das amerikanische Volk durch den einjährigen Aufschub Deutschland vor dem Zusam­menbruch bewahrte, tat es etwas, bas größer ist als die Dollar und die Lents, die wir durch Erhaltung unserer Absatzgebiete für Farmprodukte, durch Ver-

Ö einer Panik und Vermeidung unbestimmter e gewinnen. Das amerikanische Volk hat da­zu beigefragen, in der deutschen Nation den Mut und die Hoffnung zu erhalten und den anderen euro­päischen Ländern die Möglichkeit zur Arbeit an ihren Problemen zu geben.

Newyork, 23 Dez 3mNew Bork World Tele­gramm" heißt es in einem Leitartikel: Hoovers Mo­

ratorium ist die Anerkenung der Tatsache der Ver­bundenheit moderner Nationen. Wir hoffen, daß er mit Europa weiter zusammenarbe tet, denn das liegt im eigenen Interesse Amerikas Aber wir hof­fen. er tut es künftig wirkungsvoller. Nachdem nun Europa eine sechsmonatige Atempause bis zum Ab­lauf des Moratoriums hat, sollte Präsident Hoover in Uebereinstimmung mit der Meinung des Kon­gresses der Oeffentlichkeil bekanntgeben, daß eine weitere Verschiebung oder Verminderung der Schul­denzahlung nur jenen Schuldnern gewährt wird, die ihren guten Willen beweisen, indem sie gemein­sam mit uns ihre Rüstungen heraLsetzen.

Die Gehallssenkungen bei den Banken

Berlin, 23. Dez. In dem Verfahren zur bin­denden Festsetzung der Gehaltssätze im Tarifvertrag für das Bankgewerbe aus Grund der Notverord­nung vom 8. Dezember 1931 hat der besondere Schlichter eine bindende Festsetzung getroffen. Die Senkung der Gehaltssätze beträgt 12 und 14 Pro­zent. Manteltarifvertrag und Gehaltstafeln sind erstmals zum 30. Juni 1932 kündbar.

Mutige Kassiererin entriß den Räubern die Beute

Köln, 24. Dez. Ein äußerst dreister Raubüber­fall wurde am Mittwoch abend auf die Filiale Hirschberger Straße der Konsumanstalt Eintracht

ausgeführt. Kurz vor 8 Uhr fuhren drei Männer vor der Filiale vor. Zwei von ihnen, deren Ge­sichter durch schwarze Masten unkenntlich gemacht waren, drangen in die Geschäftsräume ein, und zwar hielt einer der Räuber das im Laden an­wesende Verkaufspersonal in Schach, während der andere sich der Kasse mit der Tageseinnahme in Höhe von 730 RM bemächtigte. Als die Banditen wieder verschwinden wollten, stellte sich Ihnen an der Ladentür eine Verkäuferin entgegen und entriß ihnen bis auf zwei Zwanzigmarkscheine die ganze Beute. Die Räuber stürzten darauf in den vor dem Geschäft bereitstehenden Wagen und flüchteten.

Großfeuex

Göppingen, 23 Dez. Seit heute früh 4.30 Uhr stehen die Lagerräume des Emaillierwerkes Bel­lino u. Co in Flammen. Den vereinigten Be­mühungen der Feuerwehren von Göppingen und Eislingen gelang es, das Feuer gegen 6 Uhr ein. zudämmen und zu lokalisieren. Die übrigen Teile des Werkes sind jetzt nicht mehr gefährdet. Die Höhe des Schadens läßt sich noch nicht übersetzen. Ueber die Brandursach« ist nichts bekannt.

Geldstrafen als Sühne für die Unruhen auf Lypern

Larnaka, 23. Dez. Auf Grund eines heute ver­öffentlichten Wiedergutmachungzgesetzes werden die Städte und Gem nden auf Cypern die sich an den

Unruhen beteiligt haben, mit einer Geldstrafe dm insgesamt 34 000 Pfund Sterling belegt. Diese Strafen werden in Form von Steuern von allen orthodoxen Christen mit Ausnahme der Beamten und der Regierungsmitgtieder eingezogen werden. Die Stadt Nikosia, als Haupcherd der Unruhen, hat 14 000 Pfund Sterling zu zahlen.

Ein Hamburger Wissenschaftler Opfer feine, Berufe»

Hamburg, 23 Dez Der Assistenzarzt Dr. Mos­bacher von den Staatskrankenanstalten Friedrichs- burg ist ein Opfer seines Berufes geworden. Vor einigen Wochen zog er sich bei der Untersuchung der Leiche eines Mannes, der unter ungeklärten Umständen gestorben war, eine Infektion zu Dr. Mosbacher muhte schließlich in das Krankenhaus St. Georg ausgenommen werden. Dort versuchte man den Arzr durch Bluttransfusionen und Ope­rationen zu retten. Das Befinden verschlechterte sich jedoch weiter. Eine Lungenentzündung trat hinzu und führte rasch den Tod herbei.

Aus der Zeit der alten Israeliten haben wir den NamenSündenbock" übernommen. Alljährlich wurde damals unser großen Festlichkeiten am Der- söhnungstage einem BoFe, die ganzen Sünden und Uebeltaten übertragen und dann wurde er mit Schimpf und Schande in die Wüste gesagt.

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Von Beileidsbesuchen bitten wir höflichst Abstand nehmen zu wollen.

WRONKER